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Welche Geschäfte haben offen? Das gilt für den Einzelhandel

In der Kabinettsitzung vom 4. Juni wurden die Infektionsschutzmaßnahmen gelockert. Diese Regeln gelten für den Einzelhandel.

Stand: 07.06.2021 | Archiv

Frau steht in Buchhandlung | Bild: mauritius-images

Bundestag und Bundesrat hatten die bundesweite Notbremse beschlossen. Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen beschloss das bayerische Kabinett am 4. Juni neue Infektionsschutzmaßnahmen, die seit dem 7. Juni in Kraft sind. Neu ist:

"Bei einer Inzidenz unter 100 wird der Handel allgemein geöffnet. Die für alle Geschäfte bestehenden Auflagen (Hygienekonzept, Kundenbegrenzung auf einen Kunden je 10 qm für die ersten 800 qm der Verkaufsfläche sowie zusätzlich ein Kunde je 20 qm für den 800 qm übersteigenden Teil der Verkaufsfläche) bleiben bestehen. Die Notwendigkeit von Terminvereinbarungen entfällt."

Bayerisches Staatsministerium des Innern

Öffnungen von Geschäften - das gilt in Bayern

Ladengeschäfte der körperfernen Dienstleistungsbetriebe und Handwerksbetriebe dürfen inzidenzunabhängig – also oberhalb wie unterhalb einer 7-Tage-Inzidenz von 100 – unter den für den Handel geltenden allgemeinen Maßgaben öffnen. Die bestehenden Einschränkungen für körpernahe Dienstleistungen bleiben unberührt, das geht aus dem Bericht der Kabinettsitzung vom 27. April hervor. Betriebe wie Solarien, Saunen, Hallenbäder und Freizeitparks dürfen ebenfalls bei einer Inzidenz unter 100 öffnen. Bei einer Inzidenz über 50 brauchen Besucher einen Test, unter einer Inzidenz von 50 nicht.

Weiter heißt es darin, dass Gartenmärkte, Blumenfachgeschäfte und Buchhandlungen unter Auflagen wieder öffnen dürfen - ebenfalls inzidenzunabhängig.

Für den übrigen Einzelhandel gilt: Bei einer 7-Tages-Inzidenz bis 150 an drei aufeinanderfolgenden Tagen kann Termin-Shopping mit Test und Maske angeboten werden. Steigt die Inzidenz über 150 muss der Einzelhandel schließen, ab dann ist nur noch Click & Collect möglich.

Liegen die Inzidenzwerte regional zwischen 50 und 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, sind bisher geschlossene Geschäfte des Einzelhandels wieder geöffnet. "Click & Meet" entfällt bei einer Inzidenz unter 100, darüber bleibt es bestehen. Dabei buchen Kunden im Vorhinein eine bestimmte Einkaufszeit in einem Geschäft, wobei allerdings pro 40 Quadratmeter Ladenfläche maximal ein Kunde erlaubt ist. Mit dem Kabinettsbeschluss vom 27. April gilt für vollständig geimpfte Personen: Click & Meet oberhalb einer 100er-Inzidenz ist ab dem 28.4. ohne Test möglich.

Für die Beschäftigten gilt: Entweder wird dauerhaft Maske getragen - oder es müssen täglich alle Beschäftigten einen Schnelltest machen.

Wie geht es weiter - welche Geschäfte haben geöffnet 

Bei regionalen Inzidenzwerten unter 50 sollen alle Geschäfte des Einzelhandels öffnen dürfen. Allerdings nur mit begrenzten Kundenzahlen. Bis 800 Quadratmeter Ladenfläche gilt: Ein Kunde pro 10 Quadratmeter Ladenfläche; jenseits der 800 Quadratmeter muss pro weiterem Kunden 20 Quadratmeter Fläche gerechnet werden.

Über all dem "schwebt" dauerhaft die Notbremsen-Regelung: Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, werden die Öffnungsschritte wieder zurückgenommen. Die Bundesnotbremse läuft am 30. Juni aus.

"Click & Collect" und "Call & Collect" in Bayern

Kunden können über das Internet oder per Telefon Waren bei eigentlich geschlossenen Geschäften bestellen und diese dann persönlich abholen. Vorausssetzung für das sogenannte "Click & Collect" oder "Call & Collect" ist allerdings, dass es gestaffelte Zeitfenster zur Abholung gibt und alle Beteiligten FFP2-Masken tragen. Bitte beachten: Manche größere Ketten verlangen dafür eine Gebühr, das erfahren Sie aber in der Regel während des Bestellvorgangs.

Welche Geschäfte haben im Lockdown geöffnet?

  • Apotheken
  • Abgabe von Speisen zum Mitnehmen
  • Automatisierte Auto- und LKW-Waschanlagen
  • Babyfachmärkte und -geschäfte
  • Bäckereien
  • Bahn
  • Banken, Geldautomaten und Sparkassen
  • Baugewerbe
  • Baumärkte für Handwerker mit Handwerksausweis, Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte
  • Baunaher Großhandel für Gewerbetreibende
  • Baustellen
  • Bestatter
  • Betriebe der Industrie, des produzierenden Gewerbes, der Logistik, des Speditions und Transportgewerbes, der Land- und Forstwirtschaft
  • Brennstoffhandel (Öl, Pellets usw.)
  • Click und Collect (Abholen von z.B. online bestellten Waren) nur bei Ladengeschäften, die öffnen dürfen
  • Computerservice und -reparatur (nur Annahme und Abholung, kein Verkauf oder Beratung, die Regelungen für Click und Collect gelten entsprechend)
  • Diabetesfachgeschäft
  • Dienstleister außerhalb eines Ladengeschäfts, also soweit sie online oder telefonisch tätig sind oder den Kunden besuchen, Ausnahme: körpernahe Dienstleistungen
  • Dienstleistungen gegenüber gewerblichen Kunden
  • Drogerien
  • Fahrradwerkstätten, Fahrradersatzteilhandel, Pannenhilfe, Wartung
  • Fahrschulen
  • Filialen des Brief- und Versandhandels
  • Fotografieren durch Fotografen im Freien
  • Freie Berufe (Ärzte, Zahnärzte, Veterinärmediziner, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, etc.)
  • Friseurdienstleistungen
  • Gesundheitshandwerker
  • Gartenmärkte
  • Getränkemärkte
  • Großhandel inklusive Lebensmittelgroßhandel für Gewerbetreibende mit Gewerbeschein
  • Haarentfernung
  • Handwerkerleistungen beim Kunden/außerhalb eines Ladengeschäfts (Ausnahme: körpernahe Dienstleistungen, die nicht zulässig sind)
  • Heilpraktiker
  • Hofläden für Lebensmittel
  • Hörgeräteakustiker, Hörakustiker
  • Hundepension
  • Immobilienmakler (außerhalb eines Ladengeschäfts, d.h. Besichtigungen möglich)
  • Kaminkehrer
  • KFZ- und Motorradwerkstätten, Ersatzteilhandel, Pannenhilfe, Wartung, Reifenwechsel aus Sicherheitsgründen, Betriebe des Karosseriebauerhandwerks, des Autolackiererhandwerks, Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik
  • Konditoreien
  • Kosmetikbetriebe
  • Landhandel mit Dünger, Pflanzenschutz, Saatgut, Tieren, landwirtschaftlichen Maschinen, Ersatzteile usw.
  • Landmaschinenreparatur, Landmaschinenersatzteile
  • Landschafts- und Gartenbau
  • Lebensmittelhandel + Direktvermarktung
  • Lebensmittelspezialgeschäfte (Spirituosen-, Süßwaren- oder Feinkostgeschäfte, Weinhandel)
  • Lieferdienste (auch bei geschlossenen Ladengeschäften; Bestellung Online oder per Telefon; Lieferung zum Kunden durch das Unternehmen selbst oder durch externe Lieferdienste)
  • Lieferung und Montage von Waren
  • LKW-Verkauf an Geschäftskunden
  • Metzgereien
  • Nagel- und Handpflege
  • Nicht-medizinische Fußpflege
  • Online-Handel
  • ÖPNV und ÖPNV-Kundencenter
  • Optiker
  • Paketstationen
  • Pfandleihhäuser
  • Physiotherapeutische Praxen
  • Reformhäuser
  • Reinigungen
  • Reinigungsdienstleister
  • Reparaturdienstleistungen in ansonsten zu schließenden Geschäften (nur Annahme und Abholung, kein Verkauf oder Beratung, die Regelungen für Click und Collect gelten entsprechend)
  • Rollende Supermärkte
  • Saisonverkaufshütten für Lebensmittel
  • Sanitätshäuser
  • Schlüsseldienst
  • Sparkassen
  • Spezialbaumärkte für Handwerker mit Handwerksausweis, Gewerbetreibende mit Gewerbeschein, Land- und Forstwirte
  • Stör- und Notdienste
  • Taxis
  • Tankstellen, Tankstellenshops und SB-Waschanlagen
  • Tierbedarf
  • Tiernahrung
  • Tierpflege, wenn unaufschiebbarer Bedarf
  • Verkehrsdienstleistungen
  • Versicherungsbüros
  • Waschsalons
  • Werstoffhöfe
  • Wochen- und Bauernmärkte, nur Lebensmittelverkauf
  • Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf, Zeitungszustellung

Wochenmärkte sind nur zum Verkauf für Lebensmittel zulässig und auch der Großhandel bleibt geöffnet.

Was ist mit sogenannten Mischbetrieben?

Ein Mischbetrieb kann zum Beispiel der Schreibwarenhandel mit Poststation sein. Diese werden laut dem bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege nach dem Schwerpunktprinzip beurteilt. Das bedeutet, diese Läden dürfen öffnen, wenn sie mehr als 50 Prozent Waren verkaufen oder Dienstleistungen erbringen, die im erlaubten Bereich sind. Also zum Beispiel Lebensmittel oder Zeitschriften verkaufen.


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