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Petrichor Wie heißt der spezielle Geruch von Sommerregen?

Sommerregen hat einen ganz besonderen, glücklich machenden Duft. Was wir da riechen und wie dieser Geruch heißt.

Stand: 10.07.2020

Blick auf eine regennasse Straße in Bayern, im Hintergrund ein Regenbogen | Bild: mauritius images

Wenn Regentropfen im Sommer auf von der Sonne erwärmte Pflanzen und Straßen trifft, entsteht ein ganz spezieller Geruch. Ein Geruch, der glücklich macht, weil er uns an unsere schönsten Sommererlebnisse erinnert. Dieser Duft hört auf den schönen Namen "Petrichor".

Woher kommt dieser Name?

"Das ist eine Wortschöpfung, die haben sich in den 60er Jahren Mineralogen ausgedacht, die diesem Regengeruch nachgeforscht haben. Setzt sich aus zwei griechischen Teilen zusammen, Petra für Stein und Ichor, das steht grob gesagt für 'Götterblut'. Also zusammengesetzt 'Götterblut der Steine'. Damit wollten die Mineralogen ausdrücken, dass dieser typische Sommergeruch überall entstehen kann, wo Regen auf Boden trifft – also nicht nur bei Gras, sondern auch in der Stadt, auf Asphalt."

Hana Hofmann, BAYERN 1 Wetterteam

Wieso riecht Sommerregen so besonders?

Warum riecht Sommerregen so gut für uns? Und was genau riechen wir da in der Luft? Hana Hofman hat die Antwort: "Der Geruch besteht vor allem aus zwei Hauptzutaten: Geosmin, ein alkoholischer Stoff der von Bakterien im Boden produziert wird. Der riecht erdig. Und die zweite Zutat ist ein Öl, das Pflanzen absondern, wenn es trocken ist. Bei Trockenheit wird dieses Öl von Staubpartikeln aufgesaugt. Und wenn's regnet, verteilt sich beides in der Luft."

Manchmal kann man den Geruch bereits vor dem eigentlichen Regen riechen: "Der Geruch verteilt sich intensiver, wenn es nur leicht regnet. Dafür reicht es oft schon, wenn vor dem eigentlichen Regen die Luftfeuchtigkeit zunimmt, das sind ja auch winzige Mengen an Wasser, die da den Boden berühren. Und deswegen kann man Regen oft schon vor dem Regen riechen", so Hana Hofman vom BAYERN 1 Wetterteam.

Petrichor in Parfums

Weil Sommerregen so wunderbar riecht, ist er sogar Bestandteil von Parfums.

"In Indien geht man sogar so weit, diesen speziellen Sommergeruch einzufangen. Dazu werden dort gebackene Lehmstücke dem Regen ausgesetzt, anschließend mit Wasser erhitzt und der entstehende Wasserdampf wird mit Sandelholzöl eingefangen. Das Ergebnis soll ein bisschen anders riechen als bei uns in Bayern, aber es ist immerhin: Petrichor aus dem Glas."

Hana Hofmann, BAYERN 1 Wetterteam


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