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Menschenaffen Bayern "Danuvius guggenmosi" im Allgäu gefunden

Es ist eine wissenschaftliche Sensation: Der erste aufrechte Gang fand nicht in Afrika statt - sondern in Bayern. Das belegen 12 Millionen Jahre alte archäologische Funde des "Danuvius guggenmosi". Wir haben bayerische Namen für ein Pärchen gesucht - hier das Ergebnis.

Stand: 08.11.2019

Menschenaffen Bayern | Bild: dpa-Bildfunk

Es ist eine wissenschaftliche Sensation. Bisher hat man angenommen, dass sich der aufrechte Gang vor zirka 6 Millionen Jahren in Afrika entwickelt hat. Doch offenbar muss die Geschichte der menschlichen Entwicklung neu geschrieben werden, denn eine Forschergruppe der Universität Tübingen hat anhand von Knochenfunden festgestellt: Den ersten aufrechten Gang gab es schon vor 12 Millionen Jahren, und zwar in Bayern. Genauer gesagt im Allgäu. Bereits 2015 wurden Knochen in Pforzen, im Ostallgäu gefunden, die bis vor kurzem analysiert worden sind.  

Das Ergebnis erklärt die Leiterin der Forschungsgruppe Madeleine Böhme im Interview bei Marcus Fahn:  

"Die neue Gattung, die wir gefunden und beschrieben haben, ist zu unserem Erstaunen ein aufrecht gehender Menschenaffe. Das war bisher eigentlich gar nicht möglich nach der Theorie, weil der aufrechte Gang ein Merkmal von uns Menschen ist. Deswegen ist es schon ein Fund, welcher die Theorie der menschlichen Evolution, der Entstehung des Menschlichen Gangs, ziemlich ins Wackeln bringt."

Studienleiterin Madelaine Böhme, Universität Tübingen

Was ist der "Danuvius guggenmosi"?

Es geht um einen gut 1 Meter großen, etwa 30 Kilogramm schweren Vorfahren von uns. Und den müssen wir uns laut Wissenschaftlerin Böhme in etwa so vorstellen:

"Er hatte vergleichsweise lange Arme, längere Arme als wir Menschen. Er stand aber mit gestreckten Knien, gestreckter Hüfte und mit einem breiten Brustkorb aufrecht. Und er hat sich mit diesem aufrechten Gang im Wesentlichen auch in den Bäumen fortbewegt. Denn er hatte im Gegensatz zu uns Menschen einen Greiffuß mit einer großen Zehe. Und mit damit konnte er sich sehr gut an den Ästen festhalten."

Studienleiterin Madelaine Böhme, Universität Tübingen

Eine wissenschaftliche Sensation? Studienleiterin Böhme ist vorsichtig, aber die Freude ist ihr deutlich anzumerken:

"Die frühe Phase der menschlichen Evolution, also die ersten 6, 10 Millionen Jahre - dass die eine im Wesentlichen europäische ist, das mindert nicht die Bedeutung der afrikanischen Funde (die allesamt jünger sind). Aber es zeigt, dass der aufrechte Gang ein Evolutionsschritt ist, der nicht in Afrika stattfand. Und das ist das Neue."

Studienleiterin Madelaine Böhme, Universität Tübingen

Der wissenschaftlicher Name dieses Fundes ist "Danuvius guggenmosi". "Danuvius" nach einer keltischen Flußgottheit, weil die Funde in einem Flußbett gemacht wurden. "Guggenmosi" nach dem Hobbyarchäologen, der die Fundstelle in der Nähe von Pforzen ursprünglich entdeckt hatte.

Weitere Informationen zu diesem Sensationsfund gibt es bei den Kollegen von BR24: Hat sich der aufrechte Gang in Europa entwickelt?

Das Ergebnis: Das sind die bayerischen Namen unserer aufrecht gehenden Vorfahren

"Danuvius guggenmosi" - das klingt ja doch ziemlich sperrig. Deshalb, und weil die Forscher männliche und weibliche Exemplare dieser unserer Vorfahren gefunden haben, haben wir zusammen mit allen BAYERN 1 Hörern neue bayerische Namen für das Paar des "Danuvius guggenmosi" gesucht. Jetzt steht fest: Unsere Vorfahren aus dem Allgäu sollen Vroni und Toni heißen - so hat es am Donnerstagnachmittag der Bürgermeister der Gemeinde Pforzen, Herbert Hofer, verkündet.

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BAYERN 1

Wir suchen bayerische Namen für das Paar der in Pforzen (Allgäu) gefundenen Menschenaffen. Vorschläge bitte hier in die...Gepostet von BAYERN 1 am Mittwoch, 6. November 2019


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