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Gute Lebensmittel Lebensmittel, die glücklich machen

Schokolade kann glücklich machen. Aber leider nur kurz. Gibt es Lebensmittel, die uns dauerhaft beglücken können? Unsere Expertin bringt Licht ins Dunkle.

Stand: 09.11.2018

Eine Frau isst glücklich ein Stück Kuchen. | Bild: colourbox.com

Es gibt Lebensmittel, die es schaffen, unsere Stimmung zu heben. Die gute Nachricht: Kohlenhydrate helfen. Die schlechte Nachricht: Essen hilft nur kurzfristig.

Können Lebensmittel zum Glückslieferanten werden?

Theoretisch können Lebensmittel unsere Laune heben. Die Bausteine Tryptophan, Vitamin B3 und B6, aber auch Schärfe (z.B. Capsaicin in der Chilischote, Gingerol im Ingwer), Omega-3-Fettsäure, Folsäure und Kalium können zur Verbesserung der Stimmung beitragen. Vor allem die Aminosäure Tryptophan kann die Serotoninbildung ankurbeln. Der Baustein steckt in Käse, Eiern, Fleisch, Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und Getreide. Doch allein das Essen von Tryptophan-haltigen Lebensmitteln hilft nicht bei der Serotoninausschüttung. Hier macht uns die Blut-Hirn-Schranke einen Strich durch die Rechnung. Diese ist die natürliche Barriere zwischen unserem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem.
Wenn jedoch Tryptophan-haltige Lebensmittel gemeinsam mit Kohlenhydraten aufgenommen werden, kann es zur Serotoninbildung im Gehirn kommen. Dazu müssten wir jedoch erhebliche Mengen der Lebensmittel zu uns nehmen, so Ernährungsexpertin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

Die kohlenhydratreichen Lebensmittel werden im Körper zum großen Teil in Glucose umgewandelt und regen dadurch die Bauchspeicheldrüse zur Produktion von Insulin an. Durch die Insulin-Produktion wird der Tryptophanspiegel im Gehirn erhöht. Das hat die Folge, dass der Botenstoff Serotonin gebildet werden kann.

Wer diesen Effekt testen möchte, der greift zu Vollkornprodukten, Nüssen oder Naturreis. Hier sind Tryptophan und Kohlenhydrate bereits vereint. Darüber hinaus verfügen diese Lebensmittel auch noch über Vitamin B und Magnesium.

Diese Lebensmittel enthalten viel Tryptophan:

Parmesan, Emmentaler, Edamer
Sojabohnen, Erdnüsse, Cashewkerne, Walnüsse (mehr Omega-3-Fettsäuren) Sonnenblumenkerne
Fleisch
Fisch, auch noch durch die Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Makrele, Hering – fett muss er sein)
Steinpilze
Linsen
Eier
Aprikosen (auch getrocknet)
Grüne Bohnen
Kichererbsen

Diese Lebensmittel machen uns durch andere Bausteine kurz glücklich:

Chilis, Ingwer: Durch die Schärfe werden Nerven im Mund gereizt, wodurch im Gehirn Endorphine freigesetzt werden.

Bananen: Vitamin B6, Tryptophan (aber nur eine geringe Menge), Kalium

Spargel: Vitamin B-Komplex, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin K, Kalium

Avocados: ungesättigte Fettsäuren, Tryptophan, Vitamin B6, Folsäure

Süßkartoffeln: Eisen, Vitamin B6

Vitamin B ist wichtig für die Nerven, so Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Somit sind Lebensmittel mit Vitamin B, wie die Banane oder der Spargel, besonders gut für die Funktionsfähigkeit unserer Nerven.

Schokolade macht auch glücklich, aber anders …

Ja, wer Schokolade mag, den kann sie auch glücklich machen. Emotional. Für viele von uns ist Schokolade positiv behaftet und wird zum Trost oder zur Belohnung verspeist. Wenn das passiert, reagiert im Gehirn das Belohnungszentrum und es wird Dopamin ausgeschüttet. Dieses Hormon macht uns ebenfalls glücklich. Das hält zwar nicht lange vor, aber einen kurzen Glücksmoment verspricht ein Stück Schokolade allemal.
Im Übrigen verhält es sich mit Lebensmitteln, die wir sehr gerne essen im Allgemeinen so. Allein der Genuss des Lebensmittels lässt dann gerne das Belohnungszentrum in unserem Gehirn anspringen und macht uns somit kurz glücklich.

"Viel Fett und Kohlenhydrate führen zu Zufriedenheit."

Ernährungsexpertin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern

Kohlenhydrate + Fett = Glück?

Klingt nach einer plausiblen Formel. Man denke an Käsespätzle oder Chips oder Spaghetti Bolognese, die Liste könnte noch ewig weitergehen. Daniela Krehl weist darauf hin, dass die Kombination von Fett und Kohlenhydraten uns nicht nur emotional, also durch Kindheitserinnerungen oder wohlige Momente, sondern auch aus evolutionärer Sicht glücklich machen kann. Der Urmensch hatte nur bedingt und selten Zugriff auf Fette und Kohlenhydrate, wenn dann die Kombination einmal konsumiert werden konnte, führte das ebenfalls zu einem Glücksgefühl und das haben wir auch heute noch gespeichert.

Was schmeckt, macht glücklich

Zusammenfassend lässt sich also sagen, es gibt Lebensmittel, die kurzzeitig glücklich machen. Die liegen aber im Ermessen eines jeden Einzelnen. Sie mögen Käse und haben schlechte Laune? Dann gönnen Sie sich ein schmackhaftes Stück - alles in Maßen versteht sich.


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