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Kokedama Pflanzendeko aus Mooskugeln selber machen

Die japanischen Mooskugeln sind ein hübsches Mitbringsel, leicht selbst gemacht und auch noch nachhaltig. Alles rund um Kokedama erfahren Sie hier.

Stand: 22.04.2019

Auch Hyazinthen kann man zu Kokedama verarbeiten. | Bild: picture alliance/ dpa Themendienst

Was ist Kokedama?

Kokedama (Koketama - 苔玉) stammt aus dem Japanischen und bedeutet: Moosball. In japanischen Fenstern hängen besonders gerne Pflanzen, deren Zwiebeln und Wurzeln in Moosbällen stecken. Egal, ob Orchideen, Efeu, Farn oder jetzt im Frühjahr Hyazinthen, man kann beinahe jede kleine Pflanze in ein Kokedama verwandeln. Das Gute an diesem Trend? Er ist ökolgisch und die Pflanzen sind bei dieser Deko-Variante nicht dem Untergang geweiht.

Was muss man bei der Pflanze für Kokedama beachten?

Die einzusetzende Pflanze sollte klein bleiben und mit wenig Wasser auskommen. Das japanische Orginal sieht Bonsai-Pflanzen vor.
Doch auch Efeu, Orchideen, Sukkulenten oder Ziergräser eignen sich für die Kokedama-Deko.
Im Frühling sind Hyazinthen und Narzissen passende Kokedama-Pflanzen. Das Schöne daran: Sie können nach der Blüte mitsamt der Mooskugel und ohne Schnitt ausgepflanzt werden. So hat man noch länger etwas von den Frühlingsboten.

Kokedama - DIY

Man kann fertige Kokedamas kaufen, aber auch recht einfach selber machen. Sie benötigen dafür frisches Moos, eine Zierschnur oder Blumendraht, eine Schüssel, je nach Pflanze die passende Erde oder Substrat und eine kleinwüchsige Pflanze, die sie in den Moosball setzen wollen. Eine Schere ist bei der Kokedama-Herstellung ebenfalls hilfreich.
Zunächst müssen Sie die Pflanze, die in den Moosball eingearbeitet werden soll, vorsichtig aus dem Topf holen und sie von der Erde oder dem Substrat befreien.
Nehmen Sie jetzt die Schüssel zur Hand und geben Sie die Erde für die Pflanze hinein. Hier reichen ein paar Handvoll. Mit etwas Wasser lässt sich daraus eine Kugel formen, die im besten Fall auch zur Form der Pflanze passt. In diese Erdkugel wird jetzt ein Loch gedrückt, das so groß ist, dass die Pflanze gut hinein passt. Sollten Sie mit einer Orchidee arbeiten, so können Sie keine Erde verwenden, sondern müssen mit extra Orchideen-Substrat arbeiten. Füllen Sie dieses mitsamt der Orchidee in einen Kaffeefilter und formen sie das Ganze im Anschluss zu einer Kugel.

Kokedama formen

Um die Erdkugel bzw. den Kaffeefilter-Substratball wird nun das Moos gelegt. Am besten so, dass keine Lücken entstehen. Die so entstandene Mooskugel mit dem Blumendraht oder Zierschnur umwickeln. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass das Moos durch den Draht oder die Schnur möglichst gut befestigt ist. Wer seinen Kokedama aufhängen möchte, der lässt am besten Schnur oder Draht übrig. Daran kann dann das Kunstwerk aufgehängt werden.

Kokedama gießen

Ein gut gewässerter Kokedama ist ein gesunder Kokedama. Tunken Sie Ihren fertigen Kokedama in Wasser und lassen Sie ihn sich aufsaugen. Danach das Gesteck unbedingt abtropfen lassen und auch sanft ausdrücken. Der gut mit Feuchtigkeit getränkte Moosball kann jetzt aufgehängt bzw. aufgestellt werden. Sollten Sie ihn aufhängen wollen, dann nicht zu nah an der Wand, sonst könnte es zu unschönen Flecken kommen. Auch ein Platz, der ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist, ist nicht ratenswert. Wenn die Kugeln leicht sind, dann ist es wieder Zeit für eine Wässerung.

Hübsche Alternative zu Pflanzen in Wachs

Zwei Amaryllis mit der Knolle in Wachs. | Bild: BR

Während Trends wie Amaryllis oder Hyazinthen-Zwiebeln in Wachs, die Pflanze quasi zum Tod verurteilen, können Kokedama-Pflanzen lang halten und gewässert werden und womöglich auch später noch eingepflanzt werden. Wenn die Knollen in Wachs gelegt werden, dann bekommen sie keine Nährstoffe und müssen alle Energie aus der Knolle bzw. der Zwiebel ziehen. Kommt es dann zur Blüte, ist die Pflanze so erschöpft, dass sie eingeht. Leider kann man eine solche Wachspflanze dann nur noch entsorgen.

"Man kann sie noch nicht mal auf den Kompost werfen, weil man nie weiß, was für eine Art von Wachs verwendet wurde. Man muss also die Pflanze auch noch in den Müll werfen."

BAYERN 1 Pflanzenexpertin, Karin Greiner


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