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Katastrophenschutz-Apps KATWARN und NINA - so funktionieren sie

Ob Amoklauf, Naturgefahren oder Bombenfund - Polizei, Feuerwehr und Behörden warnen die Bevölkerung über Apps. Welche Katastrophenschutz-Apps es gibt und wie NINA und KATWARN funktionieren. Und die Links zu den Apps.

Stand: 19.07.2021

Katwarn auf dem Smartphone | Bild: mauritius-images

Laut § 6 Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) haben die Länder in Deutschland den Auftrag, die Bevölkerung bei Katastrophen und allgemeinen Gefahrenlagen zu warnen. Das tun sie in der Regel über Rundfunkdurchsagen oder übers Fernsehen, über Sirenen, Lautsprecherdurchsagen der Polizei oder über soziale Medien. Es gibt jedoch auch Katastrophenschutz Apps. Grundsätzlich sollen Warnmeldungen auf möglichst vielen Wegen verbreitet werden, um einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu erreichen. 

MOWAS Modularen Warnsystem (MoWaS)

Um die Warninfrastruktur der Länder zu stärken, wird seit 2001 an einem bundeseigenen Warnsystem gearbeitet. Man hat sich entschieden, die Übertragung der Warnmeldung über einen Satelliten und redundant kabelgebunden zu steuern. So ist das System unempfindlich gegen Stromausfälle. Zudem wurde die bundesweite Auslösestruktur und die in den Ländern vorhandenen Systeme zur Warnung der Bevölkerung zusammengeführt und die Warn-App NINA entwickelt.

NINA

Die App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betrieben. 8,8 Millionen Menschen nutzen sie derzeit deutschlandweit. 2015 wurde die App als Teil des sogenannten Modularen Warnsystems entwickelt. Seit 2013 ist NINA im Betrieb und in allen App-Stores erhältlich.

Hier geht es zur App für Android-Smartphones.

Hier können Sie NINA für iPhones downloaden.

In die App fließen Informationen des Bevölkerungsschutzes, des Deutschen Wetterdienstes, der Lagezentren der Länder und angeschlossene Feuerwehr- und Rettungsleitstellen von Städten und Kommunen. Mehr Informationen gibt es hier.

KATWARN

Die App KATWARN wurde vom Fraunhofer-Institut FOKUS entwickelt, im Auftrag der öffentlichen Versicherer. Seit 2011 ist die App im Einsatz. Neben den bundesweiten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes werden auch bayernweite oder regionale Meldungen über die KATWARN-App verbreitet. Darüber hinaus verschickt KATWARN auch die Meldungen des modularen Warnsystems des Bundes (MoWaS) und wird auch international eingesetzt.

Hier geht es zum Link im Apple App Store.

Hier geht es zum Link bei Google Play.

Wie funktioniert eine Warn-App?

NINA und KATWARN funktionieren sehr ähnlich. Ist die App auf dem Smartphone installiert, verschickt sie Push-Benachrichtigungen, SMS und E-Mails für bis zu acht wählbare Orten bzw. Postleitzahlen. Das ist ein großer Vorteil für die Nutzer, weil sie tatsächlich nur dann benachrichtigt werden, wenn die Warnung sie auch betrifft, weil sie sich für das entsprechende Gebiet registriert haben. Man kann der App auch den eigenen Standort freischalten. Die App nennt diese Funktion "persönlicher Schutzengel", denn so erhält man mögliche Warnungen in ihrem aktuellen Standort in Echtzeit. Die Warnungen in der App sind farblich gekennzeichnet, je nach Höhe der Warnstufe. KATWARN kooperiert unter anderem auch mit Betreibern von Großveranstaltungen. So kann man sich auf Messen, Musikfestivals oder Stadtfesten über sicherheitsrelevante Ereignisse informieren lassen. Laut Niklas Reinhardt, Sprecher von KATWARN, werden jährlich rund 15 Millionen Warnnachrichten von der App versendet. Im Durchschnitt bekommt ein Nutzer fünf Meldungen pro Jahr.

DWD WarnWetter-App

Diese App ist die Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes. Sie versorgt ihre Nutzer mit Hinweisen zur aktuellen Wettersituation, egal ob deutschlandweit oder in den Regionen. Auch hier kann man Informationen für ausgewählte Orte oder den eigenen Standort abonnieren. Diese App warnt vor Unwetterereignissen wie Gewitter, Schnee und Glätte, aber auch vor Hochwasser, Sturmflut, Lawinen und Hitze. Natürlich sind auch Wettervorhersagen, Wetterkarten und Niederschlagsvorhersagen in der App enthalten. Die Warnungen aus dieser App werden auch in NINA und KATWARN eingespeist.

Hier geht es zum DWD WarnWetter im Google Playstore.

Die DWD WarnWetter App für Applegeräte.

So funktioniert übrigens die Corona-Warn-App.


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