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Geisterfahrer Falschfahrer auf der Autobahn - Was tun?

Sie kennen die Warnungen im Radio: "Auf der A8 kommt Ihnen ein Fahrzeug entgegen." Doch wie reagiert man in so einer Situation? Und was ist zu tun, wenn man selbst zum Geisterfahrer wird?

Stand: 16.01.2019

Mann schaltet Radio im Auto an | Bild: mauritius-images

"Achtung, auf der A8 kommt Ihnen ein Fahrzeug entgegen. Fahren Sie bitte vorsichtig und überholen Sie nicht." Eine solche Meldung im Radio kann Leben retten. Deshalb empfehlen wir ebenso wie die Initiative "Runter vom Gas", die Funktion Radio Data System (RDS) im Autoradio zu aktivieren, denn nur so wird das laufende Programm - egal ob Radio, CD oder MP3-Player - unterbrochen und Sie hören die Verkehrswarnung.

Laut ADAC gab es 2018 rund 1900 Falschfahrermeldungen auf Autobahnen und 850 auf Bundesstraßen. Im Vergelich zu 2017 sind die Geisterfahrer auf Autobahnen gesunken, die auf Bundesstraßen konstat geblieben.

Geisterfahrer in beiden Richtungen

Wir melden im Radio immer wieder "Vorsicht in beiden Richtungen kommt ihnen ein Geisterfahrer entgegen". Naturlich kann der Falschfahrer nur in einer Richtung unterwegs sein. Allerdings soll so auch von der Polizei sichergestellt werden, dass auch wirklich alle Autofahrer, die im betroffenen Autobahnabschnitt unterwegs sind, aufmerksam fahren. Dabei sollen sie nicht lange überlegen müssen, ob sie auf der betroffenen Seite unterwegs sind.

Richtiges Verhalten bei einer Geisterfahrermeldung

  • Langsamer fahren
  • Auf die rechte Spur wechseln
  • Ausreichend Abstand halten
  • Nicht überholen!
  • Warnblinker einschalten
  • Wenn möglich einen Parkplatz ansteuern und auf die Entwarnung warten

Sollte der Geisterfahrer in Sichtweite sein, dann versuchen Sie diesen niemals zu stoppen. Sie sollten jedoch die Lichthupe und den Warnblinker betätigen. Halten Sie so viel Abstand wie möglich zu dem Falschfahrer. Wenn der Geisterfahrer sie passiert hat, dann rufen Sie so schnell es geht die Nummer 110 an. Geben Sie Fahrtrichtung, Fahrzeugtyp und Position durch. Notrufsäulen an der Autobahn geben übrigens ganz automatisch den Standort weiter.

Was tun, wenn man selbst zum Geisterfahrer wird?

  • Langsamer fahren
  • Warnblicker einschalten
  • Lichthupe ununterbrochen betätigen
  • Den nächst gelegenen Fahrbahnrand ansteuern
  • Fahrzeug dicht an der Leitplanke abstellen
  • Wichtig: Nicht wenden, nicht rückwärtsfahren und nicht die Fahrbahn kreuzen!
  • Vorsichtig aus dem Fahrzeug steigen und mit Warnweste hinter der Leitplanke warten
  • Notfallnummer 110 anrufen und sich selbst als Geisterfahrer melden

Geisterfahrer am Wochenende

Auswertungen des ADAC aus dem Jahr 2016 zeigen, dass am Wochenende mehr Geisterfahrer als sonst unterwegs sind. 20 Prozent aller Falschfahrten wurden an Sonntagen, 17 Prozent an Samstagen registriert. Das geringste Risiko einem Geisterfahrer zu begegnen besteht zwischen fünf und neun Uhr morgens. Zwischen 22 und 5 Uhr morgens ist die Gefahr am größten.

Warum gibt es Geisterfahrer?

Warum jemand in die falsche Richtung auf eine Autobahn fährt hat verschiedene Gründe: Häufig ist es die Folge von schlechten Witterungsbedingungen. Der Fahrer übersieht die Schilder und wird zum Geisterfahrer. Leider sind auch immer mehr Autofahrer durch Übermüdung, Stress oder Zeitdruck unkonzentriert. Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) aus dem Jahr 2013 zeigt, dass vor allem aber Alkohol und Orientierungsprobleme dazu führen können, dass eine falsche Auffahrt an den Anschlusstellen gewählt wird. Wie das BAST feststellte, gibt es an den Anschlusstellen häufig erhebliche Mängel im Bereich der Beschilderung und Markierung. Ob diese allerdings für die Falschfahrten verantwortlich waren, ließ sich nicht nachweisen.

Seien Sie deshalb immer vorsichtig und aufmerksam. Gute Fahrt.


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