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Premiere an Ostern Slow TV: "MORA - Gib Dir echtZeit"

Mit dem neuen, experimentellen Fernsehformat "MORA - Gib Dir echtZeit" setzt ARD-alpha einen medialen Kontrapunkt zu dem Thema der permanenten Beschleunigung im Alltag. Manche Vorgänge benötigen einfach ihre Zeit - und können gerade deshalb faszinieren.

Published at: 3-3-2015

Filmszene "MORA - Gib Dir echtZeit" | Bild: BR

"MORA" (lateinisch für "Verzögerung" oder "Aufenthalt") zeigt Menschen in Echtzeit bei der Arbeit, 60 Minuten lang, ohne Schnitt, ohne Kommentar und ohne Musikuntermalung. Die ersten drei Folgen von "MORA - Gib Dir echtZeit" werden am Karfreitag, 3. April ("Cellobauerin"), Karsamstag, 4. April ("Trockenmaurer") und am Ostersonntag, 5. April ("Uhrmacher") jeweils um 20.15 in ARD-alpha ausgestrahlt.

Das neue Slow-TV-Format "MORA" soll die Faszination vermitteln, die ein Mensch ausübt, der konzentriert und mit Hingabe eine bestimmte Tätigkeit ausführt. Um das zu erreichen, bedient sich die Serie einer ungewohnten Darstellungsform: Split-Screen, ohne Bildschnitt und ohne zusätzliche Musikuntermalung.

So hat der Zuschauer die Möglichkeit, eine Stunde lang einer Person bei der Ausübung ihrer Tätigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln über die Schulter zu blicken, ohne dass darauf zusätzlich dramaturgisch Einfluss genommen wird. "MORA" setzt auf Entspannung. Doch das experimentelle Format fordert vom Zuschauer auch, sein Zeitempfinden und seine Sehgewohnheiten zu überdenken.

Motive und Drehorte der ersten drei Folgen

Bei der Wahl der Motive für die einzelnen MORA-Folgen war es wichtig, jeweils eine Kombination aus interessanter Arbeit und ansprechendem Ambiente zu finden. Die Tätigkeiten sollen Ruhe ausstrahlen und gleichzeitig Konzentration und Präzision erfordern. Zusätzlich sollte auch das Arbeitsumfeld detailreich und eindrucksvoll sein.

Für die ersten drei Folgen wurden eine Cellobauerin, ein Trockenmaurer und ein Uhrmacher ausgewählt. Die ersten Drehorte waren ein lichtdurchflutetes Altbauatelier in Augsburg, ein Weinberg an einem Herbstnachmittag im unterfränkischen Klingenberg und eine mit Zeitmessern vollgestellte Uhrmacherwerkstatt bei Nacht in München.

Straßenfeger Slow-TV

In Norwegen feiert das Konzept, Situationen oder Prozesse über einen langen Zeitraum hinweg ohne Schnitt oder Musikuntermalung im Fernsehen zu zeigen, seit einigen Jahren große Erfolge - zur besten Sendezeit. 2009 strahlte der öffentlich-rechtliche Kanal NRK erstmals eine Filmaufnahme der Bahnfahrt von Bergen nach Oslo aus, ohne Pause, sieben Stunden lang und mit einer einzigen Kamera im Führerhaus. Die Sendung wurde völlig überraschend ein Publikumserfolg, der zwei Jahre darauf - als der Sender die Fahrt des traditionellen Hurtigruten-Postschiffs ganze 134 Stunden lang live übertrug - sogar noch übertroffen werden konnte. Zeitweise schalteten bis zu drei Millionen Menschen ein. Seitdem ist ‚Sakte TV' (oder: ‚Slow-TV') eine anerkannte Darstellungsform im norwegischen Fernsehen.


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