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"Mutter der Leprakranken" ist tot
© DAHW / Picture Alliance

Autoren

Wolfram Hanke
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"Mutter der Leprakranken" ist tot

Die Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe, kurz DAHW, und die bei ihr in Würzburg ansässige Ruth-Pfau-Stiftung trauern um Ruth Pfau. Seit 1961 arbeitete die DAHW eng mit Dr. Pfau zusammen, hat gemeinsam mit ihr 1996 die Ruth-Pfau-Stiftung gegründet und unterstützt bis heute maßgeblich das von ihr gegründete pakistanische Hilfswerk Marie-Adelaide-Leprosy-Centre (MALC).

"Mutter der Leprakranken"

Mehr als 50.000 Menschen wurden in Pakistan dank Ruth Pfau von Lepra geheilt. Dafür wurde sie nicht nur "Mutter der Leprakranken" genannt, sondern 1979 auch zur Ehrenbürgerin und nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt. Für ihre aufopfernde Arbeit, auch bei der Nothilfe nach Erdbeben oder Flutkatastrophen, hatte sie zahlreiche Anerkennungen erfahren, darunter den Marion-Dönhoff-Preis, den Klaus-Hemmerle-Preis, den Albert-Schweizer-Preis, den Damian-Dutton-Award, den Ramon-Magsaysay-Award, den pakistanischen Lifetime-Achievement-Award, sowie den deutschen Fernsehpreis Bambi als "Stille Heldin".

Spezialklinik in Pakistan aufgebaut

Bis zu ihrem Tod setzte sie sich immer für Menschenrechte, Völkerverständigung sowie die Achtung aller Religionen ein. Fast 60 Jahre lang hatte sich die Ärztin kämpferisch für Kranke und Ausgestoßene in Pakistan eingesetzt. Mit Unterstützung der DAHW baute sie in den Sechziger Jahren in Karachi mit dem MALC eine moderne Spezialklinik auf. Daraus schuf sie in Pakistan ein flächendeckendes und bis heute funktionierendes Netz von Lepra- und TB-Stationen. So werden selbst in den entlegensten Dörfern am Hindukusch die betroffenen Menschen mit den wichtigen Medikamenten versorgt.

Ruth Pfau wird auf eigenen Wunsch im pakistanischen Karachi bestattet.

Autoren

Wolfram Hanke

Sendung

Regionalnachrichten aus Mainfranken vom 10.08.2017 - 04:30 Uhr