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Online-Studie des DZHW Wegen Corona finanzielle Notstände bei Studierenden

Bei der Online-Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) kam heraus, dass es internationale Studierende und Studierende aus Nicht-Akademikerfamilien besonders hart trifft. Erstaunlich ist es, dass die staatliche Unterstützung von Studierenden nur zögerlich angenommen wird.

Stand: 10.12.2020

Student mit Sparschwein | Bild: colourbox.com

Knapp 28.600 Studierende von 23 Hochschulen haben an der Befragung "Studieren in Zeiten der Corona-Pandemie" des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) teilgenommen. Das DZHW hat die Online-Studie gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz zwischen Juni und August 2020 durchgeführt.

Für den Großteil der Studierenden ist die Fortführung des Studiums durch die Pandemie zwar nicht grundsätzlich gefährdet, trotzdem geht jeder zehnte befragte Studierende davon aus, dass er aufgrund der Corona-Pandemie das Studium nicht ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung fortführen könne.

Unmittelbar vor der Corona-Pandemie waren 57 Prozent der befragten Studierenden erwerbstätig. Knapp 40 Prozent dieser Studierenden befinden sich in einer schwieriger gewordenen Erwerbssituation (bezogen auf alle befragten Studierende: 21 Prozent): Sie wurden entlassen, unbezahlt freigestellt oder waren von Arbeitszeitreduzierungen betroffen. Auch hat sich bei 32 Prozent der Studierenden die Einkommenssituation der Eltern verschlechtert. All diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Studierenden im Sommersemester 2020 weniger Geld für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung hatten, so die Online-Studie der DZHW.

Symbol eines Sparschweins in schwarz-rot-golden für die Überbrückungshife für Studierende | Bild: colourbox.com zum Artikel Corona Pandemie Nothilfe für Studierende wird verlängert

Wegen des Teil-Lockdowns hat die Bundesregierung die Corona-Nothilfen verlängert! Studierende können die Überbrückungshilfen nun für November 2020 bis März 2021, praktisch das gesamte Wintersemester beantragen. Zudem übernimmt der Bund bis Ende 2021 die Zinsen eines KfW-Studienkredits. [mehr]

Der Großteil der Studiernden versucht seine Einnahmeverluste über eigene Ersparnisse, Unterstützung aus dem näheren Umfeld und/oder eine eigene Erwerbstätigkeit auszugleichen. Auch auf staatliche Unterstützungsangebote wie Mittel aus der BAföG-Anpassung oder die Überbrückungshilfe des BMBF greifen die Studierenden zurück. Die Nothilfe wird allerdings nur von einem eher kleinen Teil der Befragten in Anspruch genommen. Weitere Details der Online-Studie wie die Studienabbruchrisiken verschiedener Studierendengruppen, die Einschätzung der Studierenden, coronabedingt das Studium ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung nicht fortführen zu können - unterteilt nach sozialer Herkunft und Migrationsstatus (in %) können hier nachgelesen werden:

Finanzielle Notstände bei Studierenden Format: PDF Größe: 619,34 KB

Finanziert wurde die Befragung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.


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