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Studierenden-Nothilfe Überbrückungshilfe bis Ende Wintersemester wieder möglich!

Wegen des Teil-Lockdowns hat die Bundesregierung die Corona-Nothilfen verlängert! Studierende können die Überbrückungshilfen nun für November 2020 bis März 2021, praktisch das gesamte Wintersemester beantragen. Zudem übernimmt der Bund bis Ende 2021 die Zinsen eines KfW-Studienkredits.

Stand: 23.11.2020

Symbol eines Sparschweins in schwarz-rot-golden für die Überbrückungshife für Studierende | Bild: colourbox.com

"Wir lassen die Studierenden in dieser Pandemie nicht allein. Wir werden die bereits aus dem Sommer bekannten Zuschüsse als Teil der Überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingter Notlage erneut anbieten – und das bis zum Ende des Wintersemesters."

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek

Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten

Studierende, die die BAföG-Kriterien nicht erfüllen (z. B. Überschreiten Regelstudienzeit, Zweitstudium) – oder solche, die sich trotz Unterstützungsleistung in einer pandemiebezogenen Notlage befinden, bekommen Unterstützung durch die Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Sie besteht aus zwei Säulen: den langbewährten Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Zuschüsse, die über die Studierendenwerke verteilt werden.

Hier findet ihr die wichtigsten Fragen und Antworten.

Zwei Punkte werden inzwischen anders organisiert:

– Eine pandemiebedingte Notlage kann ab sofort auch durch erfolglose Job-Bewerbungen nachgewiesen werden, nicht nur durch Kündigungen.

– Künftig reichen Kontoauszüge aus dem Vormonat der Antragstellung und bis zum Tag vor der Antragstellung.

Sollten die für die Studierenden-Nothilfe eingeplanten 100 Millionen Euro nicht ausreichen, kann aufgestockt werden. Seit Freitag ist das Überbrückungshilfe-Antragsportal wieder freigeschaltet – bis zum späten Vormittag waren bereits 500 Anträge eingegangen. Näheres zur erneuten Überbrückungshilfe, was noch verbessert werden könnte, hat Jan-Martin Wiarda in seinem Blog zusammengefasst:

Rückblick auf die Diskussion zum Beginn des Wintersemesters

"Das Bundesbildungsministerium teilte mit, die möglichen Auswirkungen des von Bund und Ländern beschlossenen "Wellenbrecher"-Shutdowns auf Studierende seien derzeit 'Gegenstand von Gesprächen mit dem Deutschen Studentenwerk und den Studierenden- bzw. Studentenwerken'", so Jan-Martin Wiarda in seinem Blog am 2. November.

Bilanz zur bis jetzt verteilten Überbrückungshilfe

Die Nothilfezahlungen für Studierende, die aufgrund der Corona-Beschränkungen in eine Notlage geraten sind, sind geendet. Bisher sind rund 150.000 positiv beschiedene Anträge = 65 Millionen Euro ausbezahlt als nicht rückzahlbarer Zuschuss.

Laut Bundesbildungsministerium und dem Deutschen Studentenwerk (DSW) wurden aktuell 150.000 Anträge auf Nothilfe durch gewunken. Insgesamt sind rund 244.000 Anträge von um die 120.000 Studierenden von Juni bis September 2020 bei den Studenten- und Studierendenwerken gestellt worden.

Hilfe bestand von Anfang an aus zwei Säulen

Insgesamt wurden 100 Millionen Euro bereitgestellt, die nicht zurückgezahlt werden müssen – 100 bis maximal 500 Euro pro Monat. Dazu kommt der KfW-Studienkredit, der seit Mai bis März 2021 zinsfrei gestellt ist. Laut Ministerium wird er seit der Zinsfreistellung deutlich stärker in Anspruch genommen.

Bei Ablehungen prekäre Lage nicht coronabedingt

KfW-Corona-Studierenden-Kredit - Studierende haben coronabedingt bisher für fast 1 Milliarde Euro Corona-Überbrückungshilfen beantragt. | Bild: picture-alliance/dpa - Zoonar.com/Robert Kneschke zum Artikel Finanznot in Corona Krise Studierende nehmen fast eine Milliarde Euro Schulden auf

Die Corona-Krise hat viele Studierende in existentielle Finanznöte gebracht. Vielen ist der Nebenjob weggebrochen. Aktuelle Zahlen aus dem Bundesbildungsministerium zeigen, dass sich viele Studierende offensichtlich nur mit Krediten über Wasser halten können. [mehr]

Weil die prekäre Lage des Antragstellers nicht corona-bedingt war, wurden von den über 90.000 abgelehnten Anträgen mehr als die Hälfte abgelehnt. Die Studierenden befanden sich zwar in einer finanziellen Notlage, diese war aber schon vor der Pandemie gegeben und nicht Folge der Pandemie. Insoweit konnte die auf eine pandemiebedingte Notlage angelegte Überbrückungshilfe der Bundesregierung für sie nicht greifen.

Die Zahl der Anträge verteilt sich unterschiedlich auf die vier Monate Laufzeit des Projekts: Waren es im Juni 2020 noch mehr als 82.000, sank die Zahl im September bis auf rund 36.000. Überbrückungshilfe zusagen konnten die Studenten- und Studierendenwerke bei 63% Prozent der Anträge, ablehnen musste sie 36% der Anträge. Bei einem Prozent laufen derzeit noch Nachfragen.

Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW) fordert für die Betroffenen "dringend eine strukturelle Reform der Studienfinanzierung" gleichzeitig lobt er das große Engagement der Studenten- und Studierendenwerke bei der Überbrückungshilfe.

"Diese Studierenden sind in einer dauerhaft prekären Notlage. Es gibt demnach eine strukturelle Armut, die schon vor der Pandemie virulent gewesen ist. Für diese Studierenden brauchen wir dringend eine strukturelle Reform der Studienfinanzierung. Die Studenten- und Studierendenwerke haben Großes geleistet. Sie haben unter höchstem Zeit- und politischem Erwartungsdruck geschlossen und engagiert gehandelt – zum Wohl der Studierenden, wie es auch ihr Auftrag ist. Insgesamt waren 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Überbrückungshilfe betraut. Diese Teams – vor Ort teilweise bis zu 80 Köpfe stark – mussten sich inhaltlich einarbeiten, ein neues Online-System bedienen lernen, und über Monate hinweg mehrere Tausend Anträge bearbeiten.  Das war ein immenser Kraftakt, und ein enormer Stresstest, den die Studenten- und Studierendenwerke erfolgreich bestanden haben."

Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW)

Noch über 30 Millionen vom Überbrückungsgeld übrig

"Was passiert jetzt mit dem Geld?" fragt Jan-Martin Wiarda, Blogger zu Bildungs- und Forschungsthemen. "Stand heute sind nach Abzug der Kosten für die Antragsbearbeitung & Co (…) noch über 30 Millionen übrig", so Jan-Martin Wiarda.

Was passiert mit den restlichen Millionen? Laut Jan-Martin Wiarda will das Bundesbildungsministerium zeitnah Klarheit schaffen. "Es gilt indes als ausgemacht, dass keine erneute Verlängerung beschlossen wird. Aber was passiert dann mit dem Geld? Bleibt es im Topf und steht zur Verfügung, wenn es im Herbst und Winter doch zu neuen ökonomischen Verwerfungen wegen der Pandemie kommen sollte?“ Und wie geht es weiter mit den Studierenden, die schon vor der Corona-Pandemie eine extram prekäre Situation hatten? "Es wird wohl Zeit für einen großen Wurf in der Studienfinanzierung!"

Den kompletten Blog zum Thema Studienfianzierung in Zeiten von Corona gibt's hier:


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