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Doppelt so schnell lesen? Drei Speedreading-Apps im Test

Für das Seminar am nächsten Tag müsst ihr noch 20 Seiten Text im Reader lesen, daneben wartet die Literaturrecherche für die Abschlussarbeit und auch für die Klausur müsst ihr noch mehrere Skripte durcharbeiten: Wenn man jetzt nur in doppelter Geschwindigkeit lesen könnte ... Diesen Traum sollen euch so genannte Speedreading-Apps erfüllen. Studentin Rebekka hat drei verschiedene Lese-Apps ausprobiert.

Von: Lukas Hellbrügge

Stand: 10.03.2020

1. „ReadMe!“ – Fokussiert schneller Lesen?

ReadMe - App zeigt einzelne Worte an

Die App setzt auf die so genannte „Spritz“-Lesetechnik. Dabei wird der Text Wort für Wort auf dem Smartphone-Display angezeigt. So soll sich der User Zeit sparen, weil die Augen nicht mehr über eine ganze Buchseite wandern müssen. Im Test ließ sich neben einem Uni-Skript im PDF-Format auch ein eBook problemlos importieren.

Pdf-Import in der ReadMe - App

Die kostenlos erhältliche Version hat Einschränkungen bei der maximalem Lesegeschwindigkeit, taugt zum Ausprobieren aber auf jeden Fall. Die Premium-Version gibt es ab 1,99 Euro pro Monat. Die App überzeugte vom Handling, aber ob sich die Technik für Uni-Skripte eignet – da hatte Testerin Rebekka so ihre Zweifel.

2. „Blinkist“ – Ein ganzes Buch in 15 Minuten?

Das dicke Buch in nur 15 Minuten lesen!

Blinkist wird vor allem in sozialen Medien groß beworben – zu über 3000 Sachbüchern liefert die App Kurzzusammenfassungen als Text oder Audio. Der Trick: Das Buch wird auf die wesentlichen Kernaussagen reduziert, so dass das Lesen nur 15 Minuten dauern soll.

Blinkist-App mit großen Versprechungen

Die mit 6,66 Euro pro Monat recht teure App überzeugte Testerin Rebekka vom Design her; beim Vergleich der Zusammenfassung mit der gedruckten Fassung fehlten ihr aber wichtige Infos aus dem Buch. Ihr solltet zudem checken, ob es für euer Fach überhaupt geeignete Literatur gibt.

3. “Schnelllesen“ – App mit Trainingseffekt?

Schnelllesen-Training für die Augen

Schnelllesen kombiniert Trainingsprogramm und Lese-App:
Erstmal werden die Augen ans defokussierte Lesen gewöhnt und zwar mithilfe von Übungen, wie der zum Merken von Zahlenreihen.

Übersicht der App Schnelllesen

Im zweiten Schritt lassen sich dann eBooks in zwei verschiedenen Formaten (leider nicht als PDF) importieren. Doch im Test stürzte die App dabei mehrmals ab  - trotz richtigem Format. Sollte dieser Fehler behoben werden, würde Rebekka die App empfehlen.

 Speedreading-Apps: Das sagen Studien

Wer schneller lesen will, bezahlt dafür mit weniger Textverständnis. Zu diesem Schluss kommt eine Meta-Studie aus dem Jahr 2016. Laut der Übersichtsarbeit ist es möglich, seine Lesegeschwindigkeit zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen – bei moderatem Textverständnis. Das heißt: Wer sich zum Beispiel einen schnellen Überblick über ein Lehrbuch verschaffen möchte, für den ist Speedreading eine Option. Wem es aber darum geht, einen Text tiefergehender zu durchdringen, der sollte lieber in seinem normalen Tempo lesen.


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