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Süßes aus dem Wald Fichtenhonig und Fichtensirup selbergemacht

Eigentlich ist der Fichtennadelhonig kein Honig sondern ein sehr dicker Sirup und wird ähnlich hergestellt wie Ahornsirup oder Rübensirup, nämlich durch Zuckerzugabe zu einem Saft und anschließendes Einkochen. Echter Honig stammt von Bienen. Der Fichtenhonig schmeckt sehr aromatisch nach Wald und - richtig eingekocht - erhält er die Konsistenz wie echter Honig.

Stand: 26.05.2018 | Archiv

Fichtenhonig selbergemacht | Bild: BR

Die Fichte ist mit rund 30 Prozent Flächenanteil die häufigste Baumart in Deutschland. Aus diesem Grund wird sie auch als "Brotbaum der Forstwirtschaft" bezeichnet. Die wichtigen Bestandteile der Fichte sind ihre Harze, ätherischen Öle und der Gerbstoff ihrer Rinde. Verwendet werden besonders gerne auch die Nadeln, die reich an Eisen, Kalk, Kali und Phosphor sind. Die ätherischen Öle der jungen Maitriebe wirken entzündungshemmend, antibakteriell und lassen die Schleimhäute abschwellen. Sie helfen vor allem bei Lungenerkrankungen, Katarrh der oberen Luftwege, Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Nervosität und Nasennebenhöhlenentzündungen sowie bei Muskelverspannungen, Rheuma und Schlaflosigkeit.

Die Fichtennadeln sind reich an Eisen, Kalk, Kali und Phosphor.

Der Mai ist die beste Erntezeit für die Fichtennadelspitzen. Sie sind ganz leicht an den Fichten zu erkennen, denn sie blitzen hellgrün an den Enden der Zweige hervor. Haben die Spitzen noch einen kleinen braunen Hut auf, sollten sie noch nicht eingesammelt werden - erst wenn sie sich als fast giftgrüne Büschel an den Enden der Zweige zeigen. Achten Sie darauf, dass Sie die Spitzen beim Sammeln nicht nur von einem Baum nehmen, sondern immer ein bisschen von vielen verschiedenen Fichten, denn sonst schaden Sie dem Baum. Fragen Sie auch, wenn möglich, beim Waldbesitzer nach, ob Sie einige Spitzen sammeln dürfen.

Rezept für Fichtenhonig

Zutaten
500 bis 1000 Gramm Fichtentriebe
1-2 Liter Wasser
1 Kilo Zucker
1 Zitrone in Scheiben
(Die Mengen sind variabel. Für einen intensiveren Geschmack braucht man mehr Triebe und deshalb auch mehr Wasser zum Kochen. Bei zu viel Trieben wird der Geschmack bitter. Letzlich bestimmt das Verhältnis von Zucker und Wasser nach dem Einkochen die Festigkeit des Honigs und die Einkochzeit erfordert eine unterschiedliche Dauer)

Zubereitung
Die Fichtennadeln säubern und in das Wasser einlegen, etwas stehen lassen, dann aufkochen und etwa eine halbe bis eine Stunde ohne Deckel weiter köcheln lassen. Den Sud anschließend in einen anderen Topf abseihen, den Zucker zugeben und unter Rühren auflösen. So lange leise einköcheln, bis der Saft dicker wird. Das dauert etwa eine gute Stunde. Während des Kochens wird der Saft immer dunkler.

Fichtenhonig im Vorratsglas

Vorsicht: Nicht zu lange einkochen, denn der Sirup erhält erst nach dem Abkühlen seine honigartige Konsistenz. Zu stark eingekocht wird er dann in kaltem Zustand hart und zäh und ist nicht mehr streichbar. Wird er zu kurze Zeit eingekocht, wird der Honig zu flüssig.

Der Saft muss nicht dick vom Kochlöffel tropfen wie bei Gelee, sondern darf noch rinnen, wenn der Sud in heiß ausgewaschene Schraubgläser gefüllt wird.

Tipp: Machen Sie eine Festigkeitsprobe und lassen Sie eine kleine Menge in einem Schälchen erkalten, bevor Sie abfüllen.

Der Fichtenspitzenhonig lässt sich wunderbar zum Süßen des Tees oder ganz einfach auf einem Butterbrot genießen. Die in den Fichtenspitzen enthaltenen Harze sind gut für Magen und Darm, außerdem lindert der Honig Hustenbeschwerden.

Rezept für angesetzten Fichtensirup

Zutaten
500 Gramm Fichtentriebe
750 Gramm Zucker
250 ml kochendes Wasser

Zubereitung
Die Fichtentriebe mit dem Zucker vermischen und in ein großes Weckglas geben. Zwei Wochen stehen lassen. Im Glas den ausgetretenen Saft und die Nadeln mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen und durch Umrühren den Zucker auflösen. Den Saft abseihen und in Flaschen füllen.

Tipp: Die Fichtenspitzen sind mit ihren ätherischen Ölen und den Harzen ein beliebtes Mittel bei Entzündungen der Atemwege, bei Husten und Entzündungen der Bronchien. In diesem Fall können Sie einfach einen Teelöffel des Sirups nehmen und ihn langsam im Mund zergehen lassen. Er wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.

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