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HNO-Medizin Diese Tipps helfen gegen Zungenbrennen!

Wenn die Zunge brennt, wird’s unangenehm. Von Zugenbrennen betroffen sind vor allem Frauen über 50 Jahre, aber auch Männer und andere Altersgruppen kann es treffen. HNO-Arzt Dr. Thomas Meier-Lenschow erklärt mögliche Ursachen für diese Erkrankung und gibt Tipps, wie Zungenbrennen behandelt werden kann.

Stand: 02.05.2017

Zungenbrennen | Bild: dpa-Bildfunk

Symptome

Als Zungenbrennen wird ein unangenehmes Gefühl auf und in der Zunge beschrieben.

  • Sie brennt
  • Sie schmerzt
  • Sie fühlt sich trocken an
  • Sie ist auf Reize überempfindlich - vor allem sauere und bittere Speisen sind störend und verstärken das Brennen.
  • Das Geschmacksempfinden ist herabgesetzt oder verändert, beispielsweise schmeckt alles metallisch oder salzig.

Primäres vs. sekundäres Zungenbrennen

Primäres Zungenbrennen (eigenständige Störung)

Bei der primären Form ist eine Ursache erstmal nicht zu finden. Es bestehen auch keine Begleiterkrankungen, die das Zungenbrennen erklären könnten.

Vermutet werden folgende Ursachen:

  • Fehlsteuerungen von Gefühlsnerven im Mund und auf der Zunge
  • Psychische Ursachen
  • Psychosomatische Ursachen

Sekundäres Zungenbrennen (entsteht durch eine andere Krankheit)

Bei der sekundären Form ist ein Grund ersichtlich und die Behandlung greift gezielt ein.

Mögliche Ursachen

Lokale Faktoren, die die Zungenoberfläche verändern und reizen:

  • Austrocknung
  • Pilzinfektionen
  • Schleimhauterkrankungen, wie der "Lichen planus"
  • Irritationen durch Rauchen
  • Zu intensiver Gebrauch von Zahncreme, Zungenschabern und Mundspülmitteln
  • Defizite in der Ernährung, wie Eisen- oder Vitamin-B-Mangel
  • Manche Medikamente, wie bestimmte Blutdruckmittel, verändern durch Austrocknung oder Nervenreizungen das Empfinden im Mund und auf der Zunge
  • Aufsteigende Magensäure, die v. a. am Zungengrund Reizungen hervorruft
  • Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes und Schilddrüsenunterfunktion, verursachen gelegentlich Mund- und Zungenbrennen

Wichtig ist auch, anatomische und funktionelle Störungen im Zahnbereich abzuklären

  • Zahnstein, der reibt
  • Allergien auf Füllmaterialien
  • Zu scharfkantige Zahnfüllungen
  • nächtliches Zähneknirschen

Zungenbrennen kommt auch als Ausdruck psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen vor. Stress, seelische Belastung, familiäre Konflikte können sich als Zungenbrennen eine körperliche Ausdrucksweise schaffen.

Diagnostische Abklärung

Zu dem ärztlichen Repertoire gehören:

  • Abstrichentnahme
  • Laboruntersuchungen (u. a. wird untersucht, ob ein Eisen- oder Vitamin-B-Mangel vorliegt)
  • Allergietests
  • Magensäure-Messung bzw. Magenspiegelung
  • Medikamenten-Check
  • zahnärztliche Untersuchung
  • selten auch eine Probeentnahme aus der Zunge
  • Bei möglicher depressiver Verstimmung kommen entsprechende Fragebögen oder eine Vorstellung beim Psychologen/Psychiater in Betracht.

Therapie

Bei der primären Form wird nach Erfahrungsmedizin behandelt:

  • pflegende Mundspülungen und Lutschtabletten
  • Speichelersatzmittel
  • ggf. Schmerzmittel
  • Akupunktur

Bei der sekundären Form wird die festgestellte Ursache behandelt. Damit verschwindet dann auch das Zungenbrennen.


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