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Rotes und weißes Pferd Capriccio der Moderne

Mit dem Handwerkszeug der Malerei des 20. Jahrhunderts hat der Schwede Stig Alyhr seine innere Sicht einer Waldlichtung mit Pferden dargestellt.

Stand: 24.07.2013 | Archiv

Diese Waldlichtung mit Pferden des schwedischen Malers Stig Alyhr (1919 bis 1995) kombiniert auf hohem Niveau Malweisen und künstlerische Ansätze der Moderne. Sein Landschaftsbild erinnert ebenso an den süddeutschen Expressionismus des Blauen Reiter wie an französische und italienische Einflüsse der 40er und 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Man erkennt eine Auflösung der Form zugunsten von Farbflecken wie beim Informel eines Ernst Wilhelm Nay, der damit in den 1950er Jahren wiederum an Monets Seerosenbilder anknüpfte. Auf Franz Marc geht wohl das rote Pferd zurück. Und in den Baumwipfeln zeigen sich dekorative Tendenzen, wie sie in der französischen Textilkunst der 1970er und 1980er Jahre zu finden sind.

Diese Malerei will nicht verletzen oder anklagen, sondern orientiert sich an den Stilmitteln der Moderne, um, durchaus in dekorativer Absicht, ein harmonisches Bild zu schaffen. Dennoch will dieser Maler eine eigene Handschrift etablieren, um eine Stimmung zu erzeugen und darzustellen, was sein inneres Auge, seine eigene Vorstellung wahrnimmt – ein Anliegen, dass er mit vielen modernen Malern teilt.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 3.000 bis 4.000 Euro
  • Datierung: 20. Jahrhundert
  • Herkunft: Schweden
  • Künstler: Stig Alyhr
  • Sendung vom 27. Juli 2013

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