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Grützner- Mönch Fastenfreuden trotz Farbaskese

Mit diesem für ihn typischen Motiv wurde der Genremaler Eduard von Grützner berühmt und seine Bilder begehrt und teuer: ein vespernder Mönch, gemalt in München um 1900.

Stand: 16.08.2012 | Archiv

Mönche wie dieser sind sein Markenzeichen: Eduard von Grützner hatte sich nach seiner Ausbildung bei Carl Theodor von Piloty dem idyllischen Klosterleben als Hauptmotiv verschrieben, insbesondere der Darstellung von Mönchen. Hier ist es Bruder Braumeister oder Bruder Kellermeister, der voller Behagen und Andacht einen Rettich einsalzt. Eigentlich eine triviale Handlung, doch durch die Malkunst Grützners meint man, die Vorfreude des Mönchs auf sein karges Mahl regelrecht zu spüren.

Hier zeigt sich Grützners ganze Kunst: wie er das Bild in fein lasierenden Schichten aufbaut, beschränkt auf wenige Farben, die er aber kostbar leuchten lässt. Mit der Braun-Tonalität orientiert er sich an der niederländischen Malerei. Grützner beobachtet sein Motiv genau und gibt die Realität – ohne penibel zu sein - präzise wieder. Schließlich gilt es bereits zu dieser Zeit, ein Konkurrenzmedium zu übertreffen: die Fotografie.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 20.000 bis 25.000 Euro
  • Datierung: um 1900
  • Herkunft: München
  • Künstler: Eduard von Grützner
  • Sendung vom 18. August 2012

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