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Besuch bei Großmutter Nonnas Landidylle

Der Kunstprofessor und akademische Maler Publio de Tommasi, geboren 1849, suchte und fand in und um Rom Idyllen, die sich schon im späten 19. Jahrhundert in ganz Europa gut verkaufen ließen.

Stand: 05.03.2012 | Archiv

Alle Wege führen nach Rom, so auch schon im frühen 19. Jahrhundert. Künstler zogen in die Campagna romana, das Land rund um Rom, auf der Suche nach einer pittoresken Landidylle. Angezogen durch die ursprünglichen Trachten, die archaisch anmutende Lebensführung und das natürliche Wesen der Menschen auf dem Lande pilgerten Maler dorthin, wo das Leben einfacher, besser, lebenswerter zu sein schien. Und um mit ihren Bildern den Städtern einen Spiegel vorzuhalten: seht, wie sehr Ihr Euch vom eigentlichen, natürlichen Leben entfernt habt.

Solche Idyllen verkauften sich schon immer gut, vor allem an Touristen, auch noch ein halbes Jahrhundert später. Einer, der mit seiner realistischen Malerei des Landlebens großen Erfolg hatte – und zwar europaweit – war Publio de Tommasi. Sein brillantes Aquarell 'Geburtstag der Großmutter' schildert auch das Nebensächliche im Detail: die pickenden Tauben, die herumliegenden Maisblätter, den aufgebrochenen Steinboden. Seine exakte, realistische Malerei steht schon in Konkurrenz zur Photographie. Noch ist die Malerei ihr überlegen - durch die Farbe.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 15.000 Euro
  • Künstler: Publio de Tommasi
  • Herkunft: Rom
  • Datierung: um 1890
  • Sendung vom 10. März 2012

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