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Bergsee Biedermeierliche Naturschönheit

Wie ein österreichischer Maler des Biedermeier die Atmosphäre des Salzkammerguts wiedergeben wollte, lässt sich auf vorzügliche Weise am Gemälde des Alexander Sack von 1840 nachvollziehen.

Stand: 22.05.2012 | Archiv

Jede Epoche der Malerei sucht ja nach einer Wahrheit – und die des Biedermeier war es, die Welt so zu zeigen, wie sie wirklich ist. Ohne eine moralische, literarische Interpretation, aber auch ohne die subjektive Sicht des Malers. Im ursprünglichsten Sinne wahr-nehmen, ohne zu interpretieren, ohne zu beurteilen. Dass auch das eine Illusion ist, steht auf einem anderen Blatt.

Jedenfalls war Alexander Sack, einer der weniger bekannten Kollegen aus dem Umfeld eines Ferdinand Georg Waldmüller, ein Maler, der im vorliegenden Bild den Wolfgangsee - mit dem Schafberg im Hintergrund - so darzustellen versucht hat, wie diese Landschaft im Hochsommer wirklich ausschaut. Mit einem feinen Gefühl für die Nuancen von Licht und Schatten und der genauen Beobachtung für die Reflexe auf den Steinen. Wirklichkeitsgetreu, aber nicht wissenschaftlich, denn die Atmosphäre, also das nicht Messbare einzufangen, gehörte ebenso zur wirklichkeitsgetreuen Darstellung wie die äußere Form des Motivs und seine Perspektive.

In die Natur zu gehen, um zu malen, das war um 1840 noch etwas völlig Neues. Erst bei den Impressionisten wird es zur Selbstverständlichkeit. In diesem Sinne bereiten die Maler des Biedermeier wohl schon, kaum merklich, den Beginn der Moderne vor. Obwohl die Autorenschaft auf diesem Bild durch eine Signatur nicht beglaubigt ist, ist sie durch einen Vergleich mit anderen Werken des Österreichers Alexander Sack durchaus plausibel.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 4.000 bis 4.500 Euro
  • Datierung: um 1840
  • Herkunft: Österreich
  • Künstler: Alexander Sack (zugeschrieben)
  • Sendung vom 26. Mai 2012

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