Bayern 2 - Sozusagen!

Bemerkungen zur deutschen Sprache

Sozusagen! Bemerkungen zur deutschen Sprache

Statt sich zu mokieren über den falschen Apostroph in "Anke's Bierstüberl", befasst sich "Sozusagen!" lieber mit Thomas Manns eigenwilliger Verwendung dieses Satzzeichens, die kein Duden ihm durchgehen ließe. Oder fragt, warum wir uns mit französischen Fremdwörtern ohne Probleme "arrangieren", weshalb sich aber alles in uns sträubt, ein dem Englischen entlehntes Wort wie "recyceln" zu flektieren. Eine Sendung für Liebhaber und nicht für Rechthaber der deutschen Sprache.

Michael John Gorman | Bild: Sebastian Gabriel/Picture Alliance zum Audio Sozusagen! Lieblingswort "Wischiwaschi": Ein Deutschlerner erzählt

Da kommt ein Ire nach München, tritt seine Stelle an - und lernt "in Windeseile perfekt Deutsch", wie es die Zeitung voll Anerkennung über ihn schreibt. Wir fragen Michael John Gorman vom neuen "Biotopia"-Museum, wie er unsere Sprache so schnell gelernt hat. Was ihm zu schaffen gemacht hat. Und wieso "Wischiwaschi" und "Zukunftsmusik" seine Lieblingswörter sind. [mehr]


Humboldt | Bild: Norbert Michalke / imageBROKER zum Audio Sozusagen! Warum uns bald die „Sprachdämmerung“ droht

Wir geben es zu: Der Buchtitel "Sprachdämmerung. Eine Verteidigung" (C.H. Beck) hat uns erst mal recht ratlos gemacht. Im Gespräch aber wird alles sehr schnell klar: Der bekannte Wissenschaftler Jürgen Trabant erzählt uns, wieso er eine Rückbesinnung auf Humboldt empfiehlt und den Niedergang der Sprache befürchtet - den der deutschen Sprache ganz besonders. [mehr]


Jakob Hessing | Bild: imago / gezett zum Audio Sozusagen! Warum ist das Pferd hier?

Wir stellen ein hochinteressantes neues Buch vor, "Der jiddische Witz" (C.H. Beck). Keine Scherzesammlung, sondern eine Studie über den Esprit, den Witz einer Sprache und seiner Sprecher*innen. Der in Polen geborene, in Deutschland aufgewachsene und in Israel lebende Germanist und Schriftsteller Jakob Hessing erzählt darin, wieso gerade im Jiddischen das Absurde so gut gedeihen konnte, das Witzige, das Mehrdeutige und Deutungsoffene. [mehr]


Er prägte uns: Zum Tod von Thomas Meyerhöfer | Bild: BR BILD zum Audio Sozusagen! Er prägte uns: Zum Tod von Thomas Meyerhöfer

Manche Sendungen möchte man überhaupt nie machen müssen - oder zumindest nicht so bald, so unverhofft und früh. Thomas Meyerhöfer war viele Jahre lang Stimme und Herz unseres Sprachmagazins. Jetzt ist er gestorben. Und lebt doch weiter in den Erinnerungen der Kollegen, die "Sozusagen!" mit ihm aufgebaut haben. [mehr]


Unser Sprachmagazin geht unter Leute – zu Gast im Gartengespräch ist heute der ehemalige Lehrer Bruno Habersetzer. Er hat sein ganzes Berufsleben lang die schönsten Schülerfehler gesammelt und erzählt, wie er daraus – mit Gottes Segel! – ein Buch machen will. | Bild: Colourbox zum Audio Sozusagen! Dann fiel er ins Komma

Unser Sprachmagazin geht unter Leute - zu Gast im Gartengespräch ist heute der ehemalige Lehrer Bruno Habersetzer. Er hat sein ganzes Berufsleben lang die schönsten Schülerfehler gesammelt und erzählt, wie er daraus - mit Gottes Segel! - ein Buch machen will. [mehr]


Buchcover "A Death in the Rainforest" von Don Kulick | Bild: Algonquin Books; Montage: BR zum Audio Sozusagen! Er war dabei, als eine Sprache starb

Wenn einer jahrzehntelang im Dschungel das Sterben einer Sprache dokumentiert, dann hat er was zu erzählen: Wir sprechen mit dem schwedischen Anthropologen Don Kulick über seine Arbeit in Papua-Neuguinea, über sein Buch "A Death in the Rainforest" und auch darüber, was ihn wirklich traurig macht. [mehr]


"Fermentierte Pfirsiche, weiße Gummibärchen, überreife Ananas, verrottete Bananen. Dazu kommt eine dezente Teernote, etwas Plastik, Apfelessig und ein Hauch von Lakritze." So klingt es, wenn der Schnaps-Sommelier Helmut Barro auf schlimmerdurst.net über Spirituosen schreibt. Wir sprechen mit ihm über richtige Ausdrücke für sinnliche Eindrücke, über Anklänge von Katzenurin und Erinnerungen an Wintergrünöl – kurzum also: Über die Kunst des Wahrnehmens und Beschreibens. | Bild: Carsten Koall/dpa. zum Audio Sozusagen! Anklänge von Katzenurin: Ein Schnapstester erzählt

"Fermentierte Pfirsiche, weiße Gummibärchen, überreife Ananas, verrottete Bananen. Dazu kommt eine dezente Teernote, etwas Plastik, Apfelessig und ein Hauch von Lakritze." So klingt es, wenn der Schnaps-Sommelier Helmut Barro auf schlimmerdurst.net über Spirituosen schreibt. Wir sprechen mit ihm über richtige Ausdrücke für sinnliche Eindrücke, über Anklänge von Katzenurin und Erinnerungen an Wintergrünöl - kurzum also: Über die Kunst des Wahrnehmens und Beschreibens. [mehr]


Wissen Sie, was uns besonders freut? Dass wir in Thailand genauso gehört werden wie in Teisendorf, in West Jordan (Utah) genauso wie in Wessobrunn. Wir wissen das, weil Sie uns immer wieder schreiben. Danke! Heute sucht der Sprachwissenschaftler Vincenz Schwab
mit uns nach Antworten auf Ihre Fragen. Er schaut, was es mit der im Radio so beliebten „Schalte“ auf sich hat und nimmt Sie mit in die Geheimwelt der „Heckenausdrücke“.
| Bild: Marcel Bieri/Keystone/picture alliance zum Audio Sozusagen! Funkjargon und Heckenausdruck

Wissen Sie, was uns besonders freut? Dass wir in Thailand genauso gehört werden wie in Teisendorf, in West Jordan (Utah) genauso wie in Wessobrunn. Wir wissen das, weil Sie uns immer wieder schreiben. Danke! Heute sucht der Sprachwissenschaftler Vincenz Schwab mit uns nach Antworten auf Ihre Fragen. Er schaut, was es mit der im Radio so beliebten "Schalte" auf sich hat und nimmt Sie mit in die Geheimwelt der "Heckenausdrücke". [mehr]


Buchcover "Sprachwitze" von Robert Sedlaczek
| Bild: Getty Images zum Audio Sozusagen! Robert Sedlaczek über Sprachwitze

Ich habe nicht nur einen Witz, sondern viele: Der Österreicher Robert Sedlaczek hat ein Buch über die Formen, Techniken und die jüdischen Wurzeln der "Sprachwitze" verfasst (Haymon) Zwischenspeicher: Pressesprecher und der Glaube an ihre Verlautbarungen. Von Friedrich Ani [mehr]


Ein "Pappenstiel" – kommt das: a) von einem böhmischen Fastnachtsbrauch, bei dem man sich mit einem Papp-Stab prügelte? b) vom niederdeutschen Wort für den verblühten Löwenzahn? Oder c) von Stühlen aus minderwertigem Pappel-Holz, die dauernd kaputtgingen? Mit solch schönen Rätselfragen zur Wortherkunft haben unser Gesprächsgast Andrea Schomburg und die Illustratorin Irmela Schautz jetzt ein ganzes Buch gestaltet, "Der geheime Ursprung der Wörter. Auf den Spuren von Mumpitz, Firlefanz und Wischiwaschi" (Verlag DuMont). | Bild: Martina Raedlein/chromorange. zum Audio Sozusagen! Mumpitz, Firlefanz und Wischiwaschi

Ein "Pappenstiel" - kommt das: a) von einem böhmischen Fastnachtsbrauch, bei dem man sich mit einem Papp-Stab prügelte? b) vom niederdeutschen Wort für den verblühten Löwenzahn? Oder c) von Stühlen aus minderwertigem Pappel-Holz, die dauernd kaputtgingen? Mit solch schönen Rätselfragen zur Wortherkunft haben unser Gesprächsgast Andrea Schomburg und die Illustratorin Irmela Schautz jetzt ein ganzes Buch gestaltet, "Der geheime Ursprung der Wörter. Auf den Spuren von Mumpitz, Firlefanz und Wischiwaschi" (Verlag DuMont). [mehr]


Buch "Die geheime Muster der Sprache" Ein Sprachprofiler verrät, was andere wirklich sagen
Patrick Rottler
Leo Martin | Bild: Redline Verlag, Montage: BR zum Audio Sozusagen! "Die geheimen Muster der Sprache"

"Was jemand willentlich verbergen will, sei es nur vor anderen, sei es vor sich selber, auch was er unbewusst in sich trägt: Die Sprache bringt es an den Tag." Wie recht Victor Klemperer mit seinem Ausspruch hat, das weiß wohl kaum jemand besser als unsere heutigen Gäste: Leo Martin und Patrick Rottler arbeiten als "Sprachprofiler" - sie erkennen Sprachmuster und überführen auf diese Weise Stalker und Erpresserinnen, Drohbriefschreiber und Fälscher. Was genau sie machen, erzählen sie bei uns und in ihrem Buch "Die geheimen Muster der Sprache" (Redline Verlag). [mehr]


“Empathy is a quality of character that can change the world” – so hat Barack Obama das mal formuliert. Und auch ohne eine Meile in seinen Schuhen gelaufen zu sein: Da könnte er recht haben, Einfühlungsvermögen hat noch selten geschadet. Medium aller Interaktion ist dabei meist die Sprache – und so beschäftigt sich jetzt auch die Linguistik mit der Empathie. Wir sprechen mit der Heidelberger Wissenschaftlerin Katharina Jacob über ihr Forschungsprogramm, erschienen unter dem Titel „Sprache und Empathie“ im Verlag de Gruyter. | Bild: Jens Büttner/dpa zum Audio Sozusagen! Neues Forschungsfeld: Sprache und Empathie

"Empathy is a quality of character that can change the world” - so hat Barack Obama das mal formuliert. Und auch ohne eine Meile in seinen Schuhen gelaufen zu sein: Da könnte er recht haben, Einfühlungsvermögen hat noch selten geschadet. Medium aller Interaktion ist dabei meist die Sprache - und so beschäftigt sich jetzt auch die Linguistik mit der Empathie. Wir sprechen mit der Heidelberger Wissenschaftlerin Katharina Jacob über ihr Forschungsprogramm, erschienen unter dem Titel "Sprache und Empathie" im Verlag de Gruyter. [mehr]


Rechte Wörter von Abendland über Klimawahn bis Zigeunerschnitzel | Bild: Carl-Auer Verlag zum Audio Sozusagen! Rechte Wörter - Lexikon von Andreas Graf Bernstorff

Rechte Wörter von Abendland über Toleranzfaschist bis Zigeunerschnitzel - Gespräch mit Andreas Graf von Bernstorff über sein Wörterbuch rechter Schlüssel-Begriffe (Carl Auer Verlag), über Henryk M. Broders Etikettierung der Stuttgarter Krawallnacht als "kleine Kristallnacht" und den Rechtsruck in der Alltagssprache. [mehr]


taz, Bürogebäude | Bild: picture alliance zum Audio Sozusagen! Das Zeitalter des Kolumnismus

Das Zeitalter des Kolumnismus. Wie eine taz-Kolumne zur Staatsaffäre wurde. Über keinen anderen Zeitungsartikel wurde in den vergangenen Tagen in Deutschland so viel gestritten, wurden so viele weitere Kolumnen geschrieben wie über die Kolumne "All cops are berufsunfähig" von Hengameh Yaghoobifarah. Etliche Strafanzeigen sind gestellt worden, Horst Seehofer beließ es schlussendlich bei einer Androhung derselben und lud stattdessen die Chefredaktion der Zeitung ins Bundesinnenministerium ein. Knut Cordsen über eine satirenumwobene Kolumne, die Selbstreferentialität des Kolumnismus-Betriebs und eine Kolumnismus-Aussteigerin früherer Tage [mehr]


„Jemand ist gegang', hat was mitgenomm', ist nicht wiedergekomm'!“, schreibt uns unsere Hörerin Monika Kunz – und will mit diesem Beispielsatz einen Missstand aufzeigen:  Immer mehr SprecherInnen, sagt Frau Kunz, verschleifen die Endungen oder lassen sie weg. „Ich empfinde diese Sprechweise als schlampig“, schreibt sie. Und fragt: „Gibt es Rettung? Einen Ausweg? Ein Machtwort?“ Antworten auf diese und weitere Zuschriften sucht mit uns der Münchner Sprachwissenschaftler Vincenz Schwab.  | Bild: Stephan Schulz/dpa/picture alliance zum Audio Sozusagen! Frau Kunz und die Verschlampung der Sprache

"Jemand ist gegang', hat was mitgenomm', ist nicht wiedergekomm'!", schreibt uns unsere Hörerin Monika Kunz - und will mit diesem Beispielsatz einen Missstand aufzeigen: Immer mehr SprecherInnen, sagt Frau Kunz, verschleifen die Endungen oder lassen sie weg. "Ich empfinde diese Sprechweise als schlampig", schreibt sie. Und fragt: "Gibt es Rettung? Einen Ausweg? Ein Machtwort?" Antworten auf diese und weitere Zuschriften sucht mit uns der Münchner Sprachwissenschaftler Vincenz Schwab. [mehr]


Als junge Frau findet Lena Zeise auf dem Flohmarkt ein altes Poesiealbum. Die Schrift kann sie nicht lesen, aber das Interesse ist geweckt. Über Jahre hinweg beschäftigt sich Zeise nun mit Schriften – ihrer Schönheit, ihrer Geschichte und ihrem Gebrauch. Nun liegt das Resultat ihrer Studien vor, ein so reich bebildertes wie anregend geschriebenes, rundherum einnehmendes Buch: „Schreibschriften – eine illustrierte Kulturgeschichte“ (Haupt Verlag). | Bild: Haupt Verlag zum Audio Sozusagen! Schreibschriften – eine Kulturgeschichte

Als junge Frau findet Lena Zeise auf dem Flohmarkt ein altes Poesiealbum. Die Schrift kann sie nicht lesen, aber das Interesse ist geweckt. Über Jahre hinweg beschäftigt sich Zeise nun mit Schriften - ihrer Schönheit, ihrer Geschichte und ihrem Gebrauch. Nun liegt das Resultat ihrer Studien vor, ein so reich bebildertes wie anregend geschriebenes, rundherum einnehmendes Buch: "Schreibschriften - eine illustrierte Kulturgeschichte" (Haupt Verlag). [mehr]


Straßenschild auf russisch | Bild: Alexander Welscher/picture alliance/dpa zum Audio Sozusagen! Russisch auf dem Rückzug

Am 6.6. ist "Internationaler Tag der russischen Sprache" - aber so viel Grund zum Feiern hat die womöglich gerade gar nicht. Wie unsere Moskau-Korrespondentin Sabine Stöhr uns berichtet, verliert das Russische in den einstigen Sowjetrepubliken rapide an Bedeutung. Noch aber hat Russland in der Region große Macht - und will sie auch für seine Sprache einsetzen. [mehr]


Autor Rolf-Bernhard Essig mit seinem Buch "Hand aufs Herz" | Bild: Duden-Verlag zum Audio Sozusagen! Menschliche Extremi- und neue Normalitäten

Willkommen in der "neuen Normalität": Anmerkungen von Friedrich Ani "Hand aufs Herz. Redensarten von Kopf bis Fuß und ihre wunderbaren Geschichten": Ein Gespräch mit dem Bamberger Sprichwort-Experten Rolf-Bernhard Essig über sein neues Buch (Duden) [mehr]


Mit dem Behelfsmundnasenschutz durch die Anderthalb-Meter-Gesellschaft: Eine Sozusagen-Sondersendung über die Sprache unserer Tage. | Bild: Willfried Gredler-Oxenbauer/APA zum Audio Sozusagen! Echt ansteckend: Die Sprache der Corona-Zeit

"Bayern senkt Grenzwert für Hotspots auf 35 Neuinfektionen". Oder: "RKI relativiert gestiegene Reproduktionsrate". Noch vor 100 Tagen hätte kein Mensch gewusst, was das bedeuten soll. Dann aber kam die Corona-Krise - und mit ihr die Versuche, das völlig neuartige Weltgeschehen in Worte zu fassen. Mit dem Behelfsmundnasenschutz durch die Anderthalb-Meter-Gesellschaft: Eine Sozusagen-Sondersendung über die Sprache unserer Tage. [mehr]


Stadtverwaltung Namibia | Bild: Reinhard Kaufhold/dpa-Zentralbild. zum Audio Sozusagen! Braai mit den Oukies: So spricht Namibia Deutsch

Echt irre, wo überall Deutsch gesprochen wird - zum Beispiel in Namibia! In Südafrikas Nachbarland ist Deutsch sogar Nationalsprache und auf vielen Schildern und Produkten zu sehen, für etwa 20.000 Namibier ist es auch die Muttersprache. Der Linguist Christian Zimmer erzählt uns, was das spezielle Deutsch der Namibier kennzeichnet - und welche Chancen er sieht, dass es die Sprache dort auch in 30 oder 50 Jahren noch gibt. [mehr]


Blackwork Print with the Alphabet, ca. 1620 | Bild: Picture Alliance zum Audio Sozusagen! Eine Weltgeschichte des Alphabets

Seit wann hat "geil" nichts mehr mit Sex zu tun? Unter diesem Titel erschien 2016 das erste Sprach-Buch des Berliners Matthias Heine - 100 erstaunliche Wortgeschichten. Seitdem legt Heine so beständig frische Bücher nach wie ein Grillmeister frische Würstchen. Der weltweite Niedergang der deutschen Sprache nach dem Ersten Weltkrieg, die Wörter der Nazis, die schönsten Redewendungen mit Tieren - alles Geschichten, die Heine in den vergangenen Jahren erzählt hat. Jetzt erscheint sein neuester Streich: "Das ABC der Menschheit - die Weltgeschichte des Alphabets" (Hoffmann und Campe). [mehr]


Vincenz Schwab, Redaktor beim Bayerischen Wörterbuch | Bild: Vincenz Schwab zum Audio Sozusagen! War „es“ einmal?

Das Verschwinden des Pronomens "es", das Modewort "tatsächlich" und der vielbeschworene "Klimaschutz" - Hörer fragen Sozusagen! Antworten von Vincenz Schwab, Redaktor beim Bayerischen Wörterbuch [mehr]


Sebastian Wien, Künstler, zeigt in seinem Atelier eine von ihm geschaffene Corona-Virus Skulptur mit dem Titel "Hier und Heute", die aus zwei Halbkugelschalen aus Stahl besteht, an die Schrauben angeschweißt sind. | Bild: picture alliance/Bernd Thissen/dpa zum Audio Sozusagen! "Bitte bleiben Sie gesund"

Wochenlang "Lockdown" - und so unterschiedlich die (Zwischen-)Bilanz dieser allgemeinverfügten Zeit für jeden Einzelnen ausfällt, eines steht fest: Soviel Neusprech, so viel Sprachlärm gab's selten sonst. Draußen: "Social Distancing". Drinnen: "Social Media"-Gelaber. "Stand jetzt" jedenfalls. Da hilft auch kein Mundschutz. Unser Sprachmagazin meldet sich zurück aus den Corona-Ferien - mit Anmerkungen vom Schriftsteller Friedrich Ani und vom Kollegen Knut Cordsen. [mehr]


Schriftsteller Kristof Magnusson | Bild: picture alliance / Henning Kaiser/dpa zum Audio Sozusagen! Wir benutzen einfache Wörter

Unser Sprachmagazin heute mit einer Sache, die, wenn man sie denn konsequent anginge, vielen Millionen Menschen das Leben schöner machen könnte. Die Rede ist nicht von freier Liebe - es geht um die leichte oder einfache Sprache. Schriftstellerinnen wie Nora Bossong und Alissa Walser und Schriftsteller wie Arno Geiger und Kristof Magnusson haben jetzt Geschichten in einfacher Sprache veröffentlicht ("LiES. Das Buch", Piper Verlag), und das ist ja etwas besonderes: Sprachkünstler, die sich in ihren Mitteln absichtlich beschränken. Wir fragen Kristof Magnusson, warum er das tut - und erhalten überraschende Antworten. [mehr]


Denkmal der Gebrüder Grimm in Hanau | Bild: picture alliance / Nicolas Armer / dpa zum Audio Sozusagen! Wo bald die deutsche Sprache wohnt

Ein "Haus der deutschen Sprache" - Pläne für eine solche Einrichtung gibt es schon seit 2012, doch jetzt nimmt die Sache langsam Fahrt auf. Was das werden soll, wer das baut und warum gerade in Mannheim, das erzählen wir in dieser Ausgabe unseres Sprachmagazins auf Bayern 2. [mehr]


Buchcover Phrase Unser | Bild: Claudius Verlag zum Audio Sozusagen! Phrase unser – Kanzelsprache

"Phrase unser. Die blutleere Sprache der Kirche" - Gespräch mit den Autoren Jan Feddersen und Philipp Gessler über ihr Buch, das sich kritisch mit dem Jargon der Kirche auseinandersetzt (Claudius Verlag) [mehr]


„Effi Briest erinnerte ich aus dem Literaturunterricht“ – ein Fundstück aus der „Zeit“ vom 3. Januar. Kein schönes Deutsch, sagt unsere Hörerin Barbara Kowalski. Aber ist es auch falsch? Wir fragen Vincenz Schwab von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er erklärt uns auch, warum Komposita manchmal ein Fugen-s haben (Schweinsbraten) und manchmal nicht (Bratspfanne). Und wenn Sie auch was wissen wollen: Sie brauchen nur zu fragen. Oder: Sie brauchen nur fragen? Sie hätten nur zu fragen brauchen? Sie hätten nur fragen zu brauchen? Sie hätten ja fragen können? Vertrackt! | Bild: picture alliance / BSIP zum Audio Sozusagen! Ich erinnere das nicht

"Effi Briest erinnerte ich aus dem Literaturunterricht" - ein Fundstück aus der "Zeit" vom 3. Januar. Kein schönes Deutsch, sagt unsere Hörerin Barbara Kowalski. Aber ist es auch falsch? Wir fragen Vincenz Schwab von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er erklärt uns auch, warum Komposita manchmal ein Fugen-s haben (Schweinsbraten) und manchmal nicht (Bratspfanne). Und wenn Sie auch was wissen wollen: Sie brauchen nur zu fragen. Oder: Sie brauchen nur fragen? Sie hätten nur zu fragen brauchen? Sie hätten nur fragen zu brauchen? Sie hätten ja fragen können? Vertrackt! [mehr]


"Beabsichtigt ist eine Bestandsaufnahme des Westdeutschen als Sprachideologie", schreibt der Berliner Philosoph Jürgen Große im Vorwort zu seinem "Fremdwörterbuch" - und zeigt auf den folgenden gut 500 Seiten, was er damit meint: Die die gesellschaftliche Sphäre dominierende und das Privatleben längst durchdrungen habende Sprache von Politik- und Medienbetrieb, die Förmliches und Flapsiges nicht zu trennen weiß, die sich selbstbewusst spreizt und bläht und sich dessen nicht schämt. „Modernes Westdeutsch umfasst weniger Wörter und somit geistige Artikulationsmöglichkeiten als das Hochdeutsche“, schreibt Große - und lässt offen, ob das alles sein Ernst ist: "Die Sprache der Einheit. Ein Fremdwörterbuch" (Vergangenheitsverlag). | Bild: picture alliance/Geisler-Fotopress zum Audio Sozusagen! Jürgen Großes Westdeutsch-Wörterbuch

"Beabsichtigt ist eine Bestandsaufnahme des Westdeutschen als Sprachideologie", schreibt der Berliner Philosoph Jürgen Große im Vorwort zu seinem "Fremdwörterbuch" - und zeigt auf den folgenden gut 500 Seiten, was er damit meint: Die die gesellschaftliche Sphäre dominierende und das Privatleben längst durchdrungen habende Sprache von Politik- und Medienbetrieb, die Förmliches und Flapsiges nicht zu trennen weiß, die sich selbstbewusst spreizt und bläht und sich dessen nicht schämt. "Modernes Westdeutsch umfasst weniger Wörter und somit geistige Artikulationsmöglichkeiten als das Hochdeutsche", schreibt Große - und lässt offen, ob das alles sein Ernst ist: "Die Sprache der Einheit. Ein Fremdwörterbuch" (Vergangenheitsverlag). [mehr]


„Neue politische Kräfte in unserem Land relativieren nationalsozialistische Verbrechen, reanimieren nationalsozialistisches Vokabular und betreiben systematisch eine Radikalisierung des öffentlichen Sprechens.“
So sagte es Monika Grütters (CDU) in einer Rede über die „Giftwirkung rechtsextremer und rechtspopulistischer Sprache“, gehalten am Tag der Thüringen-Wahl in Weimar. Und weiter:
„Jene Partei, die sich schamlos der Sprache des Dritten Reiches bedient, sitzt mittlerweile in allen Landesparlamenten und im Deutschen Bundestag.“
Wir senden einen Auszug aus der eindrücklichen Rede der Kulturstaatsministerin.
| Bild: picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa zum Audio Sozusagen! Die Giftwirkung rechtspopulistischer Sprache

"Neue politische Kräfte in unserem Land relativieren nationalsozialistische Verbrechen, reanimieren nationalsozialistisches Vokabular und betreiben systematisch eine Radikalisierung des öffentlichen Sprechens." So sagte es Monika Grütters (CDU) in einer Rede über die "Giftwirkung rechtsextremer und rechtspopulistischer Sprache", gehalten am Tag der Thüringen-Wahl in Weimar. Und weiter: "Jene Partei, die sich schamlos der Sprache des Dritten Reiches bedient, sitzt mittlerweile in allen Landesparlamenten und im Deutschen Bundestag." Wir senden einen Auszug aus der eindrücklichen Rede der Kulturstaatsministerin. [mehr]


„Dieses Buch“, schreibt Kübra Gümüsay, „folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt.“ Normalerweise würde dieser Pressetext die 31-jährige Autorin nun beschreiben als Politikwissenschaftlerin, Feministin, Kopftuchträgerin – aber womöglich ist das genau das, was Gümüsay nicht will: Reduziert werden auf Kategorien. Ihr Buch heißt „Sprache und Sein“ – bei uns stellt sie es vor. | Bild: Verlag Hanser Berlin zum Audio Sozusagen! „Sprache und Sein“ – das Buch der Stunde?

"Dieses Buch", schreibt Kübra Gümüsay, "folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt." Normalerweise würde dieser Pressetext die 31-jährige Autorin nun beschreiben als Politikwissenschaftlerin, Feministin, Kopftuchträgerin - aber womöglich ist das genau das, was Gümüsay nicht will: Reduziert werden auf Kategorien. Ihr Buch heißt "Sprache und Sein" - bei uns stellt sie es vor. [mehr]


Manche Anglizismen nerven. Andere, sagen ExpertInnen, bereichern uns - so wie die Formulierung "... for future". Eine Jury um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hat diesen Begriff just zum "Anglizismus des Jahres" gewählt. Im Sozusagen!-Gespräch erzählt Stefanowitsch, wieso die von Greta Thunberg populär gemachte Wendung für ihn ein echter Zugewinn ist. | Bild: picture alliance / NurPhoto zum Audio Sozusagen! Sprachfreunde for future

Manche Anglizismen nerven. Andere, sagen ExpertInnen, bereichern uns - so wie die Formulierung "... for future". Eine Jury um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hat diesen Begriff just zum "Anglizismus des Jahres" gewählt. Im Sozusagen!-Gespräch erzählt Stefanowitsch, wieso die von Greta Thunberg populär gemachte Wendung für ihn ein echter Zugewinn ist. [mehr]


"Sehr geehrte Damen und Herren" - ist das mit der rechtlichen und gesellschaftlichen Anerkennung der Intersexualität eigentlich noch eine angemessene Anrede? Wir wagen für unseren Hörer Heinrich Koch den Versuch einer Antwort und porträtieren außerdem die mexikanische Schriftstellerin und Sprachschöpferin Aura Xilonen, die uns vor kurzem in München besucht hat. | Bild: Christian Ohde/chromorange (via picture alliance) zum Audio Sozusagen! Sehr verehrte Menschen und Menschen!

"Sehr geehrte Damen und Herren" - ist das mit der rechtlichen und gesellschaftlichen Anerkennung der Intersexualität eigentlich noch eine angemessene Anrede? Wir wagen für unseren Hörer Heinrich Koch den Versuch einer Antwort und porträtieren außerdem die mexikanische Schriftstellerin und Sprachschöpferin Aura Xilonen, die uns vor kurzem in München besucht hat. [mehr]


„Was macht „Klimahysterie“ zum „Unwort des Jahres“ 2019? Ein Gespräch mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Nina Janich, Sprecherin der sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres“, über ein Wort, das nicht nur (so wie auch das Wort „Klimawahnsinn“) Klimawandelleugner verwenden. Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ titelte 2007 bereits: „Die große Klima-Hysterie - Hilfe ... die Erde schmilzt!“  | Bild: Picture Alliance zum Audio Sozusagen! Klimahysterie

"Was macht "Klimahysterie" zum "Unwort des Jahres" 2019? Ein Gespräch mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Nina Janich, Sprecherin der sprachkritischen Aktion "Unwort des Jahres", über ein Wort, das nicht nur (so wie auch das Wort "Klimawahnsinn") Klimawandelleugner verwenden. Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" titelte 2007 bereits: "Die große Klima-Hysterie - Hilfe ... die Erde schmilzt!" [mehr]


O flexanima atque omnium rerum regina oratio! O Rede, die du Herzen lenkst und die Welt regierst! Der römische Tragödiendichter Pacuvius gibt dieser Ausgabe von Sozusagen! sozusagen das Motto vor, denn es geht um die Redekunst, genauer gesagt: um „Die Kunst der freien Rede von Cicero bis Barack Obama“. Über dieses Thema hat Johan Schloemann unter dem Titel „I have a dream“ ein Buch geschrieben, er ist klassischer Philologe und Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und zu Gast im Studio. | Bild: Verlag C. H. Beck zum Audio Sozusagen! Die Kunst der freien Rede

O flexanima atque omnium rerum regina oratio! O Rede, die du Herzen lenkst und die Welt regierst! Der römische Tragödiendichter Pacuvius gibt dieser Ausgabe von Sozusagen! sozusagen das Motto vor, denn es geht um die Redekunst, genauer gesagt: um "Die Kunst der freien Rede von Cicero bis Barack Obama". Über dieses Thema hat Johan Schloemann unter dem Titel "I have a dream" ein Buch geschrieben, er ist klassischer Philologe und Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und zu Gast im Studio. [mehr]


Unsere Sozusagen-Redakteure Knut Cordsen (links) und Hendrik Heinze (rechts) Und mittendrin: Unser Hörer des Jahres, Vincenz Schwab aus München. | Bild: BR/Hendrik Heinze zum Audio Sozusagen! Das war das Jahr, das sozusagen war

Begriffe des Jahres, Bücher des Jahres, Aufreger des Jahres - und all das im Rückblick des Jahres in unserem Sprachmagazin auf Bayern 2. Mit dabei: Unser Hörer des Jahres, Vincenz Schwab aus München. [mehr]


Im Ersten Weltkrieg saßen in deutschen Gefangenenlagern viele Soldaten und Zivilisten aus den Feindstaaten, unter ihnen auch viele Afrikaner. Eine Gruppe Sprachwissenschaftler machte sich das zunutze – und nahm mit den Gefangenen Zahlenreihen oder Beispielsätze auf. Auf den Aufnahmen ist aber auch erhalten, was die Gefangenen eigentlich erzählen wollten: Ihre Kriegserfahrungen etwa, oder die Bitte, nicht deportiert zu werden. Die „Königlich Preußische Phonographische Kommission“ interessierte das damals allerdings herzlich wenig. Heute nun, 100 Jahre später, erforscht die Wissenschaftlerin Annette Hoffmann die alten Tonaufnahmen, lässt sie übersetzen und macht sie öffentlich. Eine Hamburger Ausstellung gibt jetzt Einblick in ihre Arbeit: „Der Krieg und die Grammatik“ am Museum am Rothenbaum in Hamburg. | Bild: Deutsches Historisches Museum zum Audio Sozusagen! Der Krieg und die Grammatik

Im Ersten Weltkrieg saßen in deutschen Gefangenenlagern viele Soldaten und Zivilisten aus den Feindstaaten, unter ihnen auch viele Afrikaner. Eine Gruppe Sprachwissenschaftler machte sich das zunutze - und nahm mit den Gefangenen Zahlenreihen oder Beispielsätze auf. Auf den Aufnahmen ist aber auch erhalten, was die Gefangenen eigentlich erzählen wollten: Ihre Kriegserfahrungen etwa, oder die Bitte, nicht deportiert zu werden. Die "Königlich Preußische Phonographische Kommission" interessierte das damals allerdings herzlich wenig. Heute nun, 100 Jahre später, erforscht die Wissenschaftlerin Annette Hoffmann die alten Tonaufnahmen, lässt sie übersetzen und macht sie öffentlich. Eine Hamburger Ausstellung gibt jetzt Einblick in ihre Arbeit: "Der Krieg und die Grammatik" am Museum am Rothenbaum in Hamburg. [mehr]


Bayern drängt die deutsche Sprache aus den Hochschulen hinaus – so sieht es der Bildungsexperte Josef Kraus. Anlass seiner Kritik: Wissenschaftsminister Bernd Sibler will Bayerns Universitäten nun auch Bachelor-Studiengänge ganz in englischer Sprache gestatten. Im Sozusagen!-Interview erläutert der Minister seine Pläne und verteidigt sich gegen die Vorwürfe. Außerdem: „Ibiza“ und „existential“ – die Wörter des Jahres in Österreich und den USA. | Bild: Picture Alliance/Bildagentur-online zum Audio Sozusagen! The Staatsregierung wishes you a good semester

Bayern drängt die deutsche Sprache aus den Hochschulen hinaus - so sieht es der Bildungsexperte Josef Kraus. Anlass seiner Kritik: Wissenschaftsminister Bernd Sibler will Bayerns Universitäten nun auch Bachelor-Studiengänge ganz in englischer Sprache gestatten. Im Sozusagen!-Interview erläutert der Minister seine Pläne und verteidigt sich gegen die Vorwürfe. Außerdem: "Ibiza" - das Wort des Jahres in Österreich. [mehr]


Karl-Heinz Göttert im Gespräch über sein Buch „Die Sprachreiniger. Der Kampf gegen Fremdwörter und der deutsche Nationalismus“ (Ullstein): Reinheitsgebote haben beim Bier ihre Berechtigung, wer sie allerdings auf die Sprache ausdehnen möchte, läuft in die Irre. Das sieht man schon an so bizarren Unterfangen wie dem, das französische Wort „Sauce“ durch die ungustiöse Neuschöpfung „Beiguß“ bzw. die teutsche „Tunke“ ersetzen zu wollen und an Bestrebungen, die spanische „Zigarre“ in „Rauchrolle“ oder „Rölling“ umzubenennen. Derlei realsatirisch anmutende Unterfangen hat es tatsächlich gegeben, und man muss sie wohl bierernst nennen. Der Germanist Karl-Heinz Göttert erzählt davon in seinem neuen Buch „Die Sprachreiniger“. Ein erhellendes Werk über „die vergiftende Verquickung von Sprache und nationaler Würde“, über die „dumme Fremdworthetze“, welches den Bogen bis in unsere Gegenwart spannt. Ein Buch nicht zuletzt über die deutsche Vereinsmeierei, ist es doch der 1886 gegründete „Allgemeine Deutsche Sprachverein“, den Karl-Heinz Göttert hier im Besonderen unter die Lupe nimmt. Ein Verein, dem von 1900 bis 1921 Otto Sarrazin, der Großonkel Thilo Sarrazins, vorsaß und dessen Nachfolger die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ ist, die am heutigen Freitag das „Wort des Jahres 2019“ bekannt gibt.  | Bild: Ullstein Buchverlage zum Audio Sozusagen! Die Sprachreiniger und das Wort des Jahres

Reinheitsgebote haben beim Bier ihre Berechtigung, wer sie allerdings auf die Sprache ausdehnen möchte, läuft in die Irre. Das sieht man schon an so bizarren Unterfangen wie dem, das französische Wort "Sauce" durch die ungustiöse Neuschöpfung "Beiguß" bzw. die teutsche "Tunke" ersetzen zu wollen und an Bestrebungen, die spanische "Zigarre" in "Rauchrolle" oder "Rölling" umzubenennen. Derlei realsatirisch anmutende Unterfangen hat es tatsächlich gegeben. Der Germanist Karl-Heinz Göttert erzählt davon in seinem neuen Buch "Die Sprachreiniger. Der Kampf gegen Fremdwörter und der deutsche Nationalismus" (Ullstein). Ein erhellendes Werk über "die vergiftende Verquickung von Sprache und nationaler Würde" - und ein Buch nicht zuletzt über die deutsche Vereinsmeierei, ist es doch der 1886 gegründete "Allgemeine Deutsche Sprachverein", den Göttert hier im Besonderen unter die Lupe nimmt. Ein Verein, dem von 1900 bis 1921 Otto Sarrazin, der Urgroßonkel Thilo Sarrazins, vorsaß und dessen Nachfolger die "Gesellschaft für deutsche Sprache" ist, die am heutigen Freitag das "Wort des Jahres 2019" bekannt gibt. [mehr]


Immer wieder aufs Neue erzählt, immer wieder schön: Die alten Geschichten, wo die Begriffe eigentlich herkommen - und was sie mal bedeuteten. Nun liegt ein Buch von Wolfgang Seidel in den Regalen: "Das geheime Leben der Wörter" (riva). Darin erzählt der Münchner auch, was es mit dem seltsamen Wort "Schmetterling" auf sich hat. Außerdem: Wir suchen die Hörerin des Jahres! Oder den Hörer? Mehr in dieser Sendung. | Bild: Picture Alliance/Bildagentur-online zum Audio Sozusagen! Das geheime Leben der Wörter

Immer wieder aufs Neue erzählt, immer wieder schön: Die alten Geschichten, wo die Begriffe eigentlich herkommen - und was sie mal bedeuteten. Nun liegt ein Buch von Wolfgang Seidel in den Regalen: "Das geheime Leben der Wörter" (riva). Darin erzählt der Münchner auch, was es mit dem seltsamen Wort "Schmetterling" auf sich hat. Außerdem: Wir suchen die Hörerin des Jahres! Oder den Hörer? Mehr in dieser Sendung. [mehr]


Allüberall: nur Mauerfall. Welchen Fragen sich da ein Sprachmagazin 30 Jahre nach der friedlichen Revolution zu widmen hat, liegt auf der Hand: Wie sprach die Deutsche Demokratische Republik? Und ist vom DDR-Deutsch noch etwas übrig? Antworten vom in Niedersachsen aufgewachsenen und in Brandenburg nachsozialisierten Hendrik Heinze.  | Bild: picture alliance/IMAGNO zum Audio Sozusagen! Vom Kaderwelsch der Ossies

Allüberall: nur Mauerfall. Welchen Fragen sich da ein Sprachmagazin 30 Jahre nach der friedlichen Revolution zu widmen hat, liegt auf der Hand: Wie sprach die Deutsche Demokratische Republik? Und ist vom DDR-Deutsch noch etwas übrig? Antworten vom in Niedersachsen aufgewachsenen und in Brandenburg nachsozialisierten Hendrik Heinze. [mehr]


An Goethes komplettem Wortschatz arbeiten die Wissenschaftler seit 73 Jahren. Beeindruckend – jedenfalls, wenn man den „Thesaurus linguae Latinae“ nicht kennt. An diesem Wörterbuch des antiken Lateins wird seit 125 (!) Jahren geschrieben. Das Ziel der Münchner Forschergruppe dabei: ALLE überlieferten Texte werden ausgewertet, ALLE Begriffe aufgeführt. Unsere Reporterin Naemi Wolf hat sich das angeschaut – und durfte auch in den Zettelkästen blättern, mit denen in der Münchner Residenz nach wie vor gearbeitet wird. Außerdem in dieser Sendung: Neuigkeiten-Zimmer und N-Wörter – Sprachsplitter von der Frankfurter Buchmesse.  | Bild: Bernd Pfeifer/imageBROKER zum Audio Sozusagen! Thesaurus linguae Latinae

An Goethes komplettem Wortschatz arbeiten die Wissenschaftler seit 73 Jahren. Beeindruckend - jedenfalls, wenn man den "Thesaurus linguae Latinae" nicht kennt. An diesem Wörterbuch des antiken Lateins wird seit 125 (!) Jahren geschrieben. Das Ziel der Münchner Forschergruppe dabei: ALLE überlieferten Texte werden ausgewertet, ALLE Begriffe aufgeführt. Unsere Reporterin Naemi Wolf hat sich das angeschaut - und durfte auch in den Zettelkästen blättern, mit denen in der Münchner Residenz nach wie vor gearbeitet wird. Außerdem in dieser Sendung: Neuigkeiten-Zimmer und N-Wörter - Sprachsplitter von der Frankfurter Buchmesse. [mehr]


Eine Handschrift von Zhao Mengjian aus dem 13. Jahrhundert | Bild: Picture alliance / Liszt Collection zum Audio Sozusagen! Die Sprache der Sieger

Mao konnte gar kein Hochchinesisch! Die Ziffer 4 steht für den Tod. Und wenn Deutsche nuscheln, ist's nicht so furchtbar schlimm - anders bei den Chinesinnen und Chinesen: Ihre Sprache hat viel weniger verschiedene Silben als unsere, korrekte Aussprache ist also nicht nur schön, sondern wichtig. Erkenntnisse aus dem hochinteressanten Buch "Die Zeichen der Sieger - der Aufstieg Chinas im Spiegel seiner Sprache" (Rowohlt, 25 Euro), über das wir mit seiner Autorin sprechen, der Sinologin Thekla Chabbi. [mehr]


„Das Komma und das Und“ - Die Lyrikerin und Roman-Autorin Kerstin Preiwuß, Trägerin des Lyrikpreises Meran 2018, veröffentlicht in diesen Tagen im Duden-Verlag eine Liebeserklärung an die Sprache. Genauer gesagt: an die kleinen, unauffälligen, aber wesentlichen Bestandteile unserer Sprache. Kerstin Preiwuß hat schon mehrere Gedichtbände und zwei Romane vorgelegt, - in ihrem Band „Rede“ etwa schreibt sie von ihrem „kleid sprachkluft“ und es stehen darin die Zeilen: „mein therapeut heißt sprache ... meinem mund ist die sprache ein tier / bricht aus ihr das meuternde wort tönt silbe um silbe“. Ein Gespräch mit Kerstin Preiwuß über Präpositionen, das „Ähm“ und die ihr sehr wertvolle „Virgel“, vulgo: den Schrägstrich.  | Bild: Picture Alliance zum Audio Sozusagen! Das Komma und das Und – Kerstin Preiwuß

"Das Komma und das Und" - Die Lyrikerin und Roman-Autorin Kerstin Preiwuß, Trägerin des Lyrikpreises Meran 2018, veröffentlicht in diesen Tagen im Duden-Verlag eine Liebeserklärung an die Sprache. Genauer gesagt: an die kleinen, unauffälligen, aber wesentlichen Bestandteile unserer Sprache. Kerstin Preiwuß hat schon mehrere Gedichtbände und zwei Romane vorgelegt, - in ihrem Band "Rede" etwa schreibt sie von ihrem "kleid sprachkluft" und es stehen darin die Zeilen: "mein therapeut heißt sprache ... meinem mund ist die sprache ein tier / bricht aus ihr das meuternde wort tönt silbe um silbe". Ein Gespräch mit Kerstin Preiwuß über Präpositionen, das "Ähm" und die ihr sehr wertvolle "Virgel", vulgo: den Schrägstrich. [mehr]


„Die Wunderkammer der deutschen Sprache“ – Gespräch mit den beide Kompilatoren Thomas Böhm und Carsten Pfeiffer über ihr „Füllhorn“, das den Reichtum unserer Sprache illustriert. Ob es Anagramme sind („Bundesagentur für Arbeit“ wird zu „aufbrausende Erbitterung“), Schiedsrichter-Gruß-Formeln wie „Gut Pfiff“ oder frühe präfeministische Wortprägungen wie „die Fremdlingin“ (Friedrich Hölderlin) – die beiden Herausgeber wecken die Lust auf Sprache und ihre Geschichte (Verlag Das kulturelle Gedächtnis) | Bild: picture-alliance/dpa zum Audio Sozusagen! Wunderkammer der deutschen Sprache

"Die Wunderkammer der deutschen Sprache" - Gespräch mit den beiden Kompilatoren Thomas Böhm und Carsten Pfeiffer über ihr "Füllhorn", das den Reichtum unserer Sprache illustriert. Ob es Anagramme sind ("Bundesagentur für Arbeit" wird zu "aufbrausende Erbitterung"), Schiedsrichter-Gruß-Formeln wie "Gut Pfiff" oder frühe präfeministische Wortprägungen wie "die Fremdlingin" (Friedrich Hölderlin) - die beiden Herausgeber wecken die Lust auf Sprache und ihre Geschichte (Verlag Das kulturelle Gedächtnis) [mehr]

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