Bayern 2 - radioWissen


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Download-Service Einsatz im Unterricht

Stand: 17.12.2014 | Archiv

Vorarbeit

Bildimpuls
Am San-Andreas-Graben gleiten zwei tektonische Platten aneinander. Die Unruhe der Erde ist hier sichtbar und geradezu spürbar. Die Schüler sollen das Bild beschreiben (Nahtstelle? Aufwerfung? So viel in Bewegung und doch so öde? Was tut sich darunter?) Sie werden auf diese Weise an ein spannendes Thema der Geologie herangeführt.
Orientierung: Das Gebirgsquiz aktiviert vorhandenes Wissen und bereitet auf den Faktenreichtum der 3-teiligen Sendereihe vor.

Einsatz im Unterricht

Bildimpuls: An die Wand projiziert ist ein Satellitenbild der Erde.
Hörauftrag/Arbeitsauftrag: Auf dem Arbeitsblatt 2 "Tienshan und Tiefsee"machen sich die Schüler Notizen zur Sendung. Für die Mitschrift wird sie an folgenden Stellen unterbrochen:

  • Unterbrechung 1: Nach Sprecherin "Falten und Furchen ohne Ende." Manuskript Seite 3 oben
  • Unterbrechung 2: Nach Sprecherin "Es treten an: die Auffaltung gegen die Erosion." Manuskript Seite 7 unten

Nacharbeit

Kartenarbeit: Die zahlreichen in der Sendung genannten Namen von Orten, Ländern und Gebirgszügen werden auf dem Satellitenbild und auf einer Weltkarte gesucht. Die Schüler erzählen eventuell von eigenen Reisen oder Erlebnissen an diesen Schauplätzen.

Zeichnung: Schalenaufbau der Erde
Anhand des Arbeitsblatts "Erdkruste, Erdmantel, Erdkern"erstellen die Schüler eine Zeichnung mit dem schematischen Schalenaufbau der Erde, in der die jeweiligen Angaben zu Tiefe, Umfang, Beschaffenheit und Temperatur dargestellt werden.

Ergebnissicherung für die Sendung (Teil 1-3)

Referate

  • Theorie der Plattentektonik und ihre Entwicklung
  • Vulkanismus und die verschiedenen Formen von Vulkanen
  • Arbeitsmethoden der Seismographie
  • Arbeitsmethoden der Geologie
  • Fossilien, Mineralien und Gestein als Zeugen geologischer Prozesse
  • Karstentstehung und –morphologie
  • Klimadiagramm z.B. anhand von Aufzeichnungen der Wetterstation auf der Zugspitze
  • Die Entwicklungsgeschichte des Menschen im Rahmen der Erdgeschichte

Fächerübergreifendes

Wirtschaft/Ethik: Anhand z. B. des Buches von Ernst Ulrich von Weizsäcker: Erdpolitik. Primus TB Verlag, Darmstadt 1997 (ISBN 3-89678-046-8) diskutieren die Schüler über Geopolitik und globalen Umweltschutz.

Biologie: Stabilität und Gleichgewicht der Natur, Anpassungsfähigkeit und Biodiversität werden erläutert, z. B. ausgehend von dem Buch von Josef H. Reichholf: Der blaue Planet. Einführung in die Ökologie. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1998 (ISBN 3-423-33033-3)

Deutsch/Literatur: Naturkatastrophen erschüttern das Bild von der "vollkommenen" Welt und setzen das Denken in Bewegung. Nachbeben in der Literatur findet man u.a. bei Heinrich von Kleist ("Das Erdbeben in Chili") und bei Johann Wolfgang von Goethe im 1. Buch von "Dichtung und Wahrheit":

"Durch ein außerordentliches Weltereignis wurde jedoch die Gemütsruhe des Knaben zum ersten Mal im Tiefsten erschüttert. Am 1. November 1755 ereignete sich das Erdbeben von Lissabon und verbreitete über die in Frieden und Ruhe schon eingewohnte Welt einen ungeheuren Schrecken. Eine große, prächtige Residenz, zugleich Handels- und Hafenstadt, wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglück betroffen. Die Erde bebt und schwankt, das Meer braust auf, die Schiffe schlagen zusammen, die Häuser stürzen ein, Kirchen und Türme darüber her, der königliche Palast zum Teil wird vom Meer verschlungen, die geborstene Erde scheint Flammen zu speien, denn überall meldet sich Rauch und Brand in den Ruinen. Sechzigtausend Menschen, einen Augenblick zuvor noch ruhig und behaglich, gehen miteinander zugrunde, und der Glücklichste darunter ist der zu nennen, dem keine Empfindung, keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist." Johann Wolfgang von Goethe

Eine Ausnahmefigur ist "Candide" im gleichnamigen Roman von Voltaire. Er macht weite Reisen und jede Menge schlechte Erfahrungen, u.a. gerät er auch in das Erdbeben von Lissabon. Aber trotz Machtgier, Grausamkeit, Niedertracht und anderer Naturkatastrophen bleibt er davon überzeugt, dass alles zum Besten steht in der "besten aller möglichen Welten".

Nach diesen Beispielen schreiben die Schüler eventuell eine Art "Kindheitsmemoiren", wann und durch welches Ereignis ihr Kindheitsgefühl von Geborgenheit und "heiler Welt" erstmals erschüttert wurde und wie sie darauf reagiert haben. Als zweite Möglichkeit schreiben sie ihren "Candide", der inmitten heutiger Katastrophen überzeugt ist, es sei alles bestmöglich eingerichtet und folge einem "höheren" Plan.

Videofilm: Eine preisgekrönte Naturdokumentation des Regisseurs David Attenborough (Co-Produktion von BBC mit Time Life Film) ist auch als Video erhältlich: "Die Erde lebt" und ist erschienen in der Reihe DuMont Dokumente. Interessant ist vor allem Teil 1 (Spieldauer 120 Minuten).

Lehrplanbezug

Lehrplan für das bayerische Gymnasium vom 2. August 1990: Erdkunde 11. Jgst. Geowissenschaftliche Theoriebildung, S. 25.

Glossar Format: PDF Größe: 124,53 KB

Das Manuskript zur Sendung Format: PDF Größe: 134,56 KB


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