Bayern 2 - radioWissen


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Tödliches Recht

Von: Matthias Fink

Stand: 06.09.2010 | Archiv

GeschichteHS, RS, Gy

Mit Adolf Hitler stand seit dem 30. Januar 1933 ein fanatischer Antisemit an der Spitze der deutschen Regierung. Mit den "Nürnberger Gesetzen" machten die Nationalsozialisten 1935 die deutschen Juden endgültig zu Bürgern zweiter Klasse.

Schon im 19. Jahrhundert fantasierten Antisemiten von der Überlegenheit der schöpferischen germanischen Rasse gegenüber einer vermeintlich "minderwertigen" und "zerstörerischen" jüdischen Rasse - und sie hielten das für wissenschaftlich belegbar. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde dieser rassistische Antisemitismus in radikalster Form zur Grundlage konkreter Politik, denn für Hitler war die sogenannte "Lösung der Judenfrage" ein zentrales Anliegen. Juden wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen und aus Berufsverbänden und Sportvereinen ausgeschlossen.

Im September 1935 verabschiedeten die Nationalsozialisten auf ihrem Reichsparteitag in Nürnberg zwei Gesetze, die alle bisherige Diskriminierung der Juden bestätigten und die Grundlage legten für ihre immer brutalere Verfolgung. Die "Nürnberger Gesetze" beendeten die politische Gleichberechtigung der Juden in Deutschland und machten sie zu einer isolierten Bevölkerungsgruppe.


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