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Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Wenn der Zeckenbiss zur Hirnhautentzündung führt

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine fieberhafte Viruserkrankung des zentralen Nervensystems, bei der auch die Hirnhäute befallen werden können und die bei schweren Verläufen bis zum Tod führen kann.

Von: Nicole Ficociello

Stand: 08.04.2019

Verpackte Spritze mit Impfstoff gegen FSME | Bild: picture-alliance/dpa

Ein sogenanntes Vollbild der Erkrankung entwickeln aber weniger als zehn Prozent der Infizierten. Manche merken gar nichts, die meisten haben grippeähnliche Symptome.

Unterschied zur normalen Grippe

Bei einer normalen Grippe hat man meistens hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und fühlt sich gebrechlich. Bei der FSME kommt noch ein Benommenheitsgefühl dazu, bis hin zur Bewusstlosigkeit. Bei Symptomen wie Bewusstseinstrübungen sollte man also unbedingt zum Arzt.

Wie kann man die FSME behandeln?

Bei der FSME gilt das gleiche wie bei einer normalen Grippe: Die Krankheit selbst kann man nicht behandeln, sondern nur die Symptome - in schlimmen Fällen zum Beispiel durch intensivmedizinische Maßnahmen wie Beatmung oder Wiederherstellen des Elektrolytkreislaufs. Deswegen ist vorbeugen am besten, damit man erst gar nicht von einer Zecke gebissen wird. Oder man lässt sich impfen.

"Das Gute ist, es gibt eine sehr gut wirksame Impfung gegen die FSME. Die sollten alle haben, die sich in sogenannten Endemiegebieten aufhalten, also Gebieten, in denen diese Krankheit immer wieder auftritt."

Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft

Wie verbreitet ist FSME in Bayern?

In Bayern gelten fast alle Landkreise als Risikogebiet, mit Ausnahme von Augsburg, München, Dillingen, Schweinfurt und Fürstenfeldbruck. Die meisten Landkreise, vor allem in Ostbayern, sind inzwischen sogar als Hochrisikogebiete ausgewiesen.

Eine aktuelle Landkarte mit den FSME-Risikogebieten in Deutschland gibt es auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts.

Wie werden die Risikogebiete bestimmt?

Die Risikogebiete werden vom Robert-Koch-Institut festgelegt. Die Forscher greifen dabei auf Daten von gesammelten Zecken zurück, um zu sehen, wie viele Zecken in welcher Region infiziert sind und schauen auch, wie viele FSME-Erkrankungen in dieser Gegend gemeldet wurden. Anhand dieser Daten werden die Gebiete dann unterteilt in Risikogebiet, Hochrisikogebiet oder kein Risikogebiet.

"Wir haben FSME seit vielen Jahren in Bayern und Baden-Württemberg, aber inzwischen ist die FSME nach Norden gerückt und es gibt auch deutlich über Thüringen hinaus schon Erkrankungsfälle."

Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft

Übrigens: Zecken sind eher in flacheren Gegenden unter 1.500 Höhenmeter aktiv. Wobei es natürlich auch immer Ausnahmen geben kann.

Wann tritt die FSME besonders auf?

Auch wenn die FSME das Wort "Frühsommer" im Namen trägt, zeichnet sich inzwischen die Tendenz ab, dass sich die Zeckensaison für die FSME ausdehnt. Selbst im Winter können solche Zecken aktiv sein und nicht mehr nur zwischen Juni und Oktober.


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