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Zeckenimpfung Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis kann man sich impfen lassen, die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten. Für wen ist eine Impfung geeignet ist, wie läuft sie ab und was sollte man dabei beachten?

Von: Nicole Ficociello

Stand: 08.04.2019

Ein Warnschild vor einem Feld mit der Aufschrift: "Achtung Zeckengefahr - Feld nicht betreten! | Bild: BR / Philipp Kimmelzwinger

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Impfung sollten alle haben, die in Gebieten leben, in denen FSME immer wieder vorkommt und die sich viel in der freien Natur bewegen. Wer wandert oder radelt oder im Wald spazieren geht, ist also besonders gefährdet.

"Eine Impfung wird generell für jeden Bürger in Bayern empfohlen, der nicht nur zuhause auf dem Sofa sitzt."

Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft

Wie läuft die Impfung ab?

Für die FSME-Impfung gibt es verschiedene Schemata. Mit einem Schnellimpfschema mit insgesamt drei Impfdosen kann man einen Schutz innerhalb von wenigen Wochen bzw. Monaten erreichen. Wenn man keinen schnellen Schutz benötigt, sollte man aber das Langzeitschema bevorzugen. Auch hier sind es insgesamt drei Spritzen, wobei die zweite nach zwei bis drei Monaten gesetzt wird und die dritte Spritze dann nochmal sechs Monate später. Die Hersteller der Impfstoffe empfehlen das Langzeitschema auch, weil über diesen längeren Zeitraum ein stabilerer Impfschutz aufgebaut wird.

Je nach Alter hält der Impfschutz dann für drei bis fünf Jahre, bevor man eine Auffrischung braucht.

Übrigens: Wenn Ihnen nach der ersten Spritze was dazwischengekommen ist, kann es sein, dass Sie nicht wieder ganz von vorne beginnen müssen. Bei der FSME-Impfung gilt nämlich: Jede Impfung zählt. Statt nach zwei bis drei Wochen kann man dann auch nach drei bis vier Monaten noch weitermachen.

Kann man auch Kinder impfen lassen?

Kleinkinder sollten noch nicht geimpft werden, weil es bei ihnen nach der Impfung häufiger zu Fieberreaktionen kommen kann. Ansonsten ist die Impfung sehr gut verträglich und bei Kindern ab fünf oder sechs Jahren dann kein Problem mehr.

FSME-Impfung als Reiseimpfung

Die Impfung wird nicht nur für Menschen empfohlen, die in einem Risikogebiet leben, sondern auch für Reisende, die dort Urlaub machen.

"Wenn ein Hamburger nach Bayern kommt, um hier im Sommer Urlaub zu machen, dann sollte er auch gegen FSME geimpft sein."

Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft

Dabei sieht es im Augenblick so aus, als ob sich das Risikogebiet auch weltweit immer mehr ausweitet. Es gibt inzwischen immer mehr Fälle in den baltischen Staaten und sogar in Schweden und Norwegen. Außerdem ist die FSME auch in Richtung Osten über Russland und bis nach Japan weit verbreitet. Dort tritt sie als russische oder asiatische Meningo-Enzephalitis auf. Der Impfstoff, den wir hierzulande bekommen, wirkt aber auch gegen diese Formen der Erkrankung.


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