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Lyme-Borreliose Gut behandelbar, aber schwer zu diagnostizieren

Borreliose ist eine Erkrankung, die durch Bakterien verursacht wird, die sogenannten Lyme-Borrelien. Der Name stammt von der US-amerikanischen Stadt Lyme, in der die Krankheit als erstes aufgetreten ist.

Von: Nicole Ficociello

Stand: 08.04.2019

Gegen Borreliose ist die Vorsorge der beste Schutz, d.h. lange Hosen und Oberteile und geschlossene Schuhe sind in zeckengefährdeten Gebieten Pflicht - im Bild: Spaziergängerin mit Hund in einem zeckengefährdeten Waldgebiet | Bild: picture-alliance/dpa

Die Lyme-Borreliose zu diagnostizieren ist gar nicht so einfach, da die Symptome der Krankheit so unterschiedlich ausfallen können.

Woran erkenne ich eine Borreliose?

Etwa die Hälfte aller Erkrankten haben eine sogenannte Wanderröte. Das heißt, an der Stelle, wo die Zecke gebissen hat, entwickelt sich eine Rötung, die sich ausbreitet und am Körper entlangwandert. Die Wanderröte tritt meist schon auf, bevor man die Borrelien im Blut feststellen kann. Deswegen sollte man sofort zum Arzt, sobald nach einem Zeckenbiss eine solche Wanderröte auftritt. Die Erkrankung wird dann mit einem Antibiotikum behandelt.

Neben der Wanderröte kann sich eine Borreliose aber auch anders zeigen. Durch ein Lymphozytom zum Beispiel, bei dem die Lymphbahnen befallen sind und was zu einem dicken, geröteten, schmerzenden Ohrläppchen führen kann. Oder durch eine Arthritis, also eine Gelenkentzündung, die an verschiedensten Gelenken auftreten kann. Oder auch als sogenannte Neuroborreliose, bei der die Bakterien in die Hirnräume eindringen können und dort dann verschiedenste Erkrankungserscheinungen von Seiten des Gehirns und der Hirnhäute auslösen. Das ist häufig dann der Fall, wenn die Erkrankung schon eine Weile zurückliegt. Die gute Nachricht: Auch in so einem späten Stadium ist eine Borreliose in aller Regel noch heilbar. Allerdings muss das Antibiotikum dann über die Venen gegeben werden. Tabletten reichen dann nicht mehr aus.

Wie kann ich vorbeugen?

Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff, deswegen ist es am besten, wenn man erst gar nicht von einer Zecke gebissen wird.

"Zecken werden durch Geruch, Wärme und bestimmte Bewegungen angelockt. Sie haben sogar ein eigenes Organ, um Bewegungen in ihrer Umgebung wahrzunehmen. Sie sitzen dann auf Gräsern und werden durch unser Vorbeigehen regelrecht abgewischt."

Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft

Damit sie uns dann nicht beißen, helfen sogenannte Repellentien, das sind Mittel, die man auf die Haut oder auch auf die Kleidung aufträgt. Durch Wirkstoffe wie zum Beispiel DEET oder Icarin werden die Zecken verwirrt und erkennen den Träger dann nicht mehr als attraktiven Beißwirt. Repellentien wirken über mehrere Stunden, bieten aber leider keinen hundertprozentigen Schutz. Nach einem Ausflug in die Natur sollte man sich also trotzdem nach Zecken absuchen.


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