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Der Gorilla Fritz Eine Familiensaga

55 Jahre alt wurde der Gorilla Fritz. Uralt für einen Menschenaffen. Diese dreiteilige Serie zeichnet seinen Lebensweg nach, vom afrikanischen Dschungel bis zum Affenhaus in Nürnberg, wo Fritz im Sommer 2018 schließlich gestorben ist – als einer der ältesten Affen der Welt.

Von: Jenny von Sperber

Stand: 08.12.2019

Gorilla Fritz im Nürnberger Zoo | Bild: Heike Arranz Rodriguez

Fritz ist ein Zeitzeuge, der miterlebt hat, wie grundlegend sich die Institution Zoo und unser Umgang mit Wildtieren im letzten halben Jahrhundert verändert hat. Aber es haben nicht nur die Menschen Fritz' Lebensweg bestimmt. Auch Fritz hat viele Menschen geprägt, denen er auf seiner langen Reise begegnet ist.

Ein Gorillababy aus dem Dschungel Kameruns

Gorillababy

Begonnen hat alles im Dschungel Kameruns, wo Fritz seine ersten drei Jahre verbracht hat, vermutlich als glückliches Gorillababy, beschützt von seiner Familie. Viel zu früh verlor er die Mutter und wurde über Tierhändler nach Deutschland verkauft: an den Tierpark Hellabrunn in München.

Hier kümmerten sich die Pfleger zwar Tag und Nacht um das Waisenkind, wechselten Windeln, gaben ihm alle zwei Stunden Milch und spielten mit ihm. Aber schnell machte ihm ein anderes Gorillakind den Platz des Lieblings streitig und er wurde wieder fort geschickt. Es folgten Stationen in Nürnberg, Berlin und in Tschechien.

Fritz Jugend war eine Zeit, in der Gorillas noch nicht durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt waren. Der Wildtierhandel mit gefangenen Tieren in Afrika war ganz normal. Wie man die sensiblen Menschenaffen füttert, wie man sie unterbringt, was sie brauchen – all das wusste man noch nicht.

Damals war es gerade mal 50 Jahre her, dass auch Menschen fremder Kulturen in Zoos ausgestellt wurden. Menschenaffen galten als Kuriosität zum Staunen – keine fühlenden Persönlichkeiten.

Fritz' Nachkommen wurden an Zoos in aller Welt verteilt

Als der Handel mit wilden Gorillas verboten wurde, war Fritz bereits junger Vater von zwei Kindern. Jetzt mussten die Zoos ihre Gorillas selber züchten.

Fritz zeugte anfangs jedes Jahr ein Kind. Im Rahmen des Zuchtprogramms wurden seine Nachkommen über die ganze Welt verteilt: Berlin, Teneriffa, China, Japan. Sie wurden Opfer von menschlicher Politik, wie dem Krimkrieg und sie mussten menschliche Persönlichkeiten beglücken, wie Michael Jackson.

Die Familiengeschichte von Fritz ist eng mit der Geschichte von uns Menschen verwoben. Die dreiteilige Gorilla Familiensaga zeigt deshalb nicht nur die Entwicklung der europäischen Zoos und wie wir mit unseren nächsten Verwandten umgehen, sondern auch, was es mit uns Menschen macht, wenn wir Persönlichkeiten wie Fritz zu uns holen, um sie hinter Glas zu bestaunen.

 

Der Gorilla Fritz (1/3)

Der Gorilla Fritz hat schon alles erlebt. Mit 55 Jahren ist er der älteste Silberrücken Europas. Er war dabei, als Affen im Zoo noch mit Besteck essen mussten! Das ist die unglaubliche Lebensgeschichte einer faszinierenden Tierpersönlichkeit.

(Sendung: 8. Dezember 2019 2019 | 17.05-17.30 Uhr | Bayern 2)

 

Der Gorilla Fritz (2/3)

Der Gorilla Fritz ist eine Legende. In der 2. Folge treffen wir seine Familie: Toni, der in einer traurigen Betonzelle in Kiew lebt und Ivo, der erst Michael Jackson bezaubert und dann als "Ivo der Schreckliche" Berlin terrorisiert.

(Sendung: 15. Dezember 2019 2019 | 17.05-17.30 Uhr | Bayern 2)

 

Der Gorilla Fritz (3/3)

Der Gorilla Fritz - Ein Greis. 55 Jahre Affenleben haben ihre Spuren hinterlassen. In der 3. Folge kämpfen Ärzte und Pfleger um das Leben des Gorillas. Und ein Techniker aus dem Ruhrgebiet versucht, Fritz' Sohn Toni aus Kiew zu befreien.

(Sendung: 22. Dezember 2019 2019 | 17.05-17.30 Uhr | Bayern 2)

 


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