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Hundepfote Streusalz Pfotenpflege und Mantel - So schützen Sie Ihren Hund im Winter

Vereiste Wege, Schnee und dazu noch Split und Streusalz - die Wintermonate sind für Hunde eine Belastung. Wie Sie verhindern, dass Ihr Tier in der Kälte leidet und wie Sie die empfindlichen Pfoten schützen.

Stand: 14.01.2021

Hund spielt im Schnee | Bild: mauritius images

Können Hunde frieren?

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bibbern nicht nur viele Menschen, auch Hunde frieren. Gerade Besitzer kurzhaariger Hunde sollten deshalb darauf achten, dass die Tiere nicht auskühlen und sich im schlimmsten Fall Erfrierungen zuziehen. "Bei einer französischen Bulldogge zum Beispiel ist ein Mäntelchen durchaus sinnvoll", sagt Dr. Vitus Schopper, Tierarzt in Mallersdorf.

Das bestätigt auch Tierärztin Dr. Petra Kölle von der Medizinischen Kleintierklinik der Uni München. Nordische Hunderassen wie Huskies oder Alaskan Malamutes kommen mit niedrigen Temperaturen wunderbar zurecht.

Kleine Hunde wie Jack Russell Terrier brauchen im Winter einen Wärmeschutz

"Hunde, die ursprünglich aus wärmeren Gefilden kommen und keine Unterwolle haben wie der Rhodesian Ridgeback, können tatsächlich frieren", so Kölle. Hunderassen mit sehr kurzem Fell sollte man im Winter draußen schützen. Die Tierärztin nennt im BAYERN 1 Interview als vierbeinige Kandidaten für einen Mantel auch kleinere Rassen wie Jack-Russell-Terrier, aber auch ältere oder dünne Hunde sowie solche, die sich draußen nicht viel bewegen.

Wie merke ich, dass mein Hund friert

Nicht jeder Hund zittert gleich, wenn er friert. Wenn Ihr Hund nicht gern rausgeht oder nach dem Geschäft schnell wieder ins Warme will, sich draußen nicht setzen mag oder den Schwanz einzieht und einen unglücklichen Gesichtsausdruck macht, dann sind das Zeichen, dass er friert. Da kann ein Mantel eine gute Anschaffung sein.

Blasenentzündung bei Hunden

Ein langes Fell hält zwar wärmer, aber auch hier sollten Hundebesitzer aufpassen: Ist das Fell einmal nass, kühlt der Hund schneller aus. Vor allem Blasenentzündungen kämen im Winter immer wieder vor, sagt Schopper.

Schneegastritis

Eine Krankheit, unter der gerade jetzt wieder viele Hunde leiden, ist die sogenannte Schneegastritis: eine durch das Fressen von kaltem Schnee ausgelöste Reizung der Magenschleimhaut. "Sie sollten deshalb aufpassen, dass der Hund keinen Schnee frisst und auch nicht eiskaltes Wasser aus Pfützen trinkt", rät Dr. Vitus Schopper.

Beim Spaziergang Pfoten schützen

Besonders betroffen im Winter: die Pfoten. Wer mit dem Hund in der Stadt unterwegs ist, kann dem Salz meist nicht entkommen und damit den gereizten Pfoten. "Wenn das Salz an den Pfoten trocknet, zieht es das Wasser aus den Ballen", sagt Tierarzt Schopper. Die Ballen werden trocken, rissig und entzünden sich.

"Nach dem Spaziergang sollten Sie die Pfoten deshalb immer mit lauwarmen Wasser abwaschen und Cremes oder Salben auf Paraffin- oder Bienenwachbasis auftragen", rät Schopper. Parfümierte Cremes oder Salben sind nicht geeignet, sie reizen die Pfoten oft noch zusätzlich. Auch von Teebaumöl rät der Tierarzt dringend ab, da viele Hunde auf einen enthaltenen Stoff allergisch reagieren.

Hundeschuhe - sinnvoll oder nicht?

Hundeschuhe dagegen können in der Stadt durchaus sinnvoll sein, da sie die Pfoten sehr zuverlässig vor dem aggressiven Salz schützen. "Der Nachteil ist, dass die Schühchen nach einer gewissen Zeit meist drücken und wetzen", sagt Dr. Vitus Schopper. Sie sollten deshalb nur auf kürzeren Strecken benutzt werden.

Mit diesen Tipps können Sie bei Ihren eigenen Schuhe nach dem Spaziergang Schneeränder entfernen.

So erleichtern Sie Ihrem Hund die kalten Monate:

  • Gehen Sie nach Möglichkeit vor allem im Wald oder auf Wegen spazieren, auf denen kein Streusalz eingesetzt wird. Achten Sie dabei aber immer auf Ihre eigene Sicherheit.
  • Bei Hunden mit langem Fell sollten Sie die Haare zwischen den Ballen kurz halten, damit sich keine Schneeklumpen bilden. Wer sich das Schneiden nicht zutraut, kann zum Tierarzt oder Hundefriseur gehen.
  • Waschen Sie die Pfoten nach Spaziergängen auf gestreuten Wegen immer ab.
  • Um Blasenentzündungen vorzubeugen, sollten Hunde mit nassem Fell oder Mäntelchen schnell nach Hause ins Warme und abgetrocknet werden.
  • Hunde grundsätzlich keinen Schnee fressen lassen.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihren Hund drinnen gut beschäftigen - hier unsere Tipps für Intelligenzspiele für den Hund.


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