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Holländischer Griff Dieser Trick verhindert Fahrradunfälle

Dieser Trick kann Leben retten. Wie Sie Fahrradunfälle verhindern können und wie der "Holländische Griff" geht, erfahren Sie hier - so einfach und so wirksam für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Stand: 06.05.2019

Holländischer griff kann Leben retten | Bild: BR

Auto parken, einen Blick über die Schulter werfen und dann erst die Autotüre öffnen - die Theorie wäre so einfach. Leider vergessen wir im Alltag oft den Schulterblick und kontrollieren vor dem Aussteigen nicht noch einmal, ob ein Auto oder Radfahrer von hinten angefahren kommt.

Vor allem für Radfahrer sind diese Situationen gefährlich. Viele Radwege führen direkt an parkenden Autos vorbei. Dabei rechnen Radfahrer nicht in jedem Moment mit einer plötzlich aufspringenden Autotüre. Häufig ist Ausweichen oder Bremsen nicht mehr möglich und es kommt zu schweren Radunfällen. Die Fahrradfahrer knallen gegen die Autotür, deren Kante sich etwa auf Kopfhöhe befindet oder fallen vornüber vom Rad. Man nennt diese Art von Unfall "Dooring".

Die vorläufige Unfallstatistik 2018 des Statistischen Bundesamtes verzeichnet 618 Tote und 70.000 Verletzte auf den bayerischen Straßen. Davon sind 77 Radfahrer tödlich verunglückt. Vor allem Vorfahrts- und Abbiegeunfälle waren die Unfallursache. Eines der großen Probleme: Der Schulterblick wird sowohl beim Abbiegen als auch beim Parken oft vergessen.

Die Lösung: Der Holländische Griff

Um sich an den Schulterblick beim Parken zu erinnern, wenden immer mehr Menschen den holländischen Griff an. Dabei öffnet man – egal, ob als Fahrer oder Beifahrer – die Autotür nicht mit der Hand, die der Tür am nächsten ist, sondern mit der anderen. Der Fahrer öffnet die Autotür also mit der rechten Hand. Durch diese kleine Geste dreht sich der Oberkörper des Fahrers automatisch nach links, er kann über die Schulter nach hinten blicken und einen eventuell näher kommenden Radfahrer sehen.

Tatsächlich stammt der Griff aus den Niederlanden. Wer ihn erfunden hat, ist unklar. Vermutlich lernen ihn FahrschülerInnen in den Niederlanden seit Anfang der 1970er-Jahre. Bisher ist diese Methode in den Niederlanden zwar nicht verpflichtend, weder in der Fahrschule noch in der Prüfung, aber in fast jeder zweiten Schule wird er unterrichtet.

In Großbritannien wurde der holländische Griff vor kurzem als Empfehlung in den Highway Code aufgenommen – das nationale Regelwerk zur Verkehrssicherheit. Auch der US-Bundesstaat Massachusetts und der australische Bundesstaat South Australia raten in ihren offiziellen Empfehlungen seit 2017 zu dieser Methode. In deutschen Fahrschulen wird sie dagegen bisher nicht flächendeckend gelehrt.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) plädiert dafür, den holländischen Griff im Alltag öfter zu benutzen. Allerdings setzt der Verein mehr darauf, die Sicherheit im Radverkehr im Allgemeinen zu verbessern. Er setzt sich beispielsweise für bessere und sicherere Radwege ein, also für Radwege, die nicht direkt an Parkstreifen vorbeiführen. So würde man eben jene gefährlichen Situationen von vorne herein verhindern.

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