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BR-Klassik und UKW/DAB+ Informationen zur Diskussion

Anlässlich der Diskussion rund um das Thema BR-Klassik und die Verbreitungswege UKW/DAB+ weist der Bayerische Rundfunk auf folgende, technische Aspekte hin:

Published at: 24-4-2014

Funkhaus in München | Bild: BR/Ralf Wilschewski; Montage: BR

Die digitale Abdeckung und die technischen Voraussetzungen für einen möglichen Frequenztausch haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Der BR treibt den Ausbau von DAB+ weiter zügig voran. Insgesamt errichten wir bis Ende 2015 zusätzlich 21 neue DAB-Senderstandorte, so dass im Jahr 2016 die digital-terrestrische Abdeckung 97,3 Prozent der Einwohner Bayerns erreicht. Damit wird bereits die UKW-Abdeckung von BR-Klassik übertroffen, die bei 95,7 Prozent liegt. Auf den Autobahnen liegt der DAB-Empfang schon im Jahr 2015 bei 99 Prozent und ist damit deutlich besser als über UKW (96,9 Prozent). 

Neben der verbesserten Empfangsmöglichkeit profitieren Klassikhörer auch von einer optimalen Klangqualität auf DAB+: Aktuell ist bei keiner unserer UKW-Senderketten der Signal-Rausch-Abstand bei Stereoübertragungen so schlecht wie bei BR-Klassik. Grund ist der UKW-Frequenzmangel, der bereits zur damaligen Einführung dieser Kette nur eingeschränkte Versorgung erlaubte. Wer BR-Klassik häufiger noch über UKW im Auto hört, kennt das Problem des Rauschens, das sich naturgemäß bei einer Klassikübertragung mit ihrer hohen Dynamik besonders störend auswirkt.

Um Digitalradio erfolgreich etablieren zu können, muss auch die Zahl der Empfangsgeräte deutlich erhöht werden. In Bayern sind bereits über eine Million Digitalradios in Gebrauch, bundesweit sind es drei Millionen. Die Geräte sind mittlerweile als Einstiegsmodelle für 30 Euro erhältlich, einfache Adapter gibt es schon ab 19 Euro im Handel, höherwertige Modelle werden ab 70 Euro angeboten (zum Vergleich: Beim reibungslosen Umstieg von analogem TV-Satellitenempfang auf DVB-S im Jahr 2012 lagen die Kosten der rund 1,4 Mio. betroffenen Haushalte in Bayern zwischen 80 und 200 Euro). Die Automobilhersteller bieten ebenfalls in die Unterhaltungselektronik integrierte DAB+-Empfänger an. Mittelfristig zeichnen sich weitere Entwicklungen ab, die die Endgerätesituation maßgeblich verbessern werden. Mit der sogenannten „Eurochip“-Initiative der EBU soll erreicht werden, dass künftig in allen Radiogeräten – vor allem in Smartphones und Tablets – ein einheitlicher Chip den Empfang von DAB+ ermöglicht.

Der BR investiert ganz bewusst auch inhaltlich stark in DAB+: Wir brauchen den digitalen Dreiklang von Netzabdeckung, Geräteverbreitung und Inhalten. Nur wer Digitalradio empfangen kann, wird sich ein entsprechendes Gerät zulegen. Noch größer ist die Nachfrage, wenn die Programmangebote passen, wenn sie auch tatsächlich einen digitalen Mehrwert bekommen – zum Beispiel eine deutlich verbesserte Klangqualität. Darüber hinaus planen wir zusätzliche Angebote: ein digitales Kinderradio und einen BR-Heimat-Kanal. Auch das bereits bestehende Digitalprogramm Bayern Plus wird ausgebaut.


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