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B5 Sport Ehemaliger Sportarzt: Habe Anabolika verabreicht

Dr. Gustav Raken, ehemaliger Arzt im Radsportverband Nordrhein-Westfalen, hat von 1974 bis 1977 deutschen Kader-Athleten Anabolika verabreicht. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (B5 aktuell) berichtete der inzwischen 77-Jährige, wie er im Auftrag des Freiburger Sportmediziners Prof. Armin Klümper Radsportlern das Dopingmittel Deca-Durabolin gespritzt hat.

Stand: 08.08.2013

BR-Mikrofon | Bild: BR/Theresa Högner; Montage: BR

"Ich war sozusagen der lange Arm von Klümper. Ich habe die Anabolika paketeweise von ihm zugeschickt bekommen und habe das Deca-Durabolin auf seine Anweisung den Radsportlern im Frühjahr gespritzt. Die standen dann einmal die Woche vor der Praxis und haben sich die Spritze abgeholt", so Raken im BR.

Dass das Anabolikum schon seit 1974 im Spitzensport verboten war, sei ihm damals nicht bewusst gewesen, erklärte Raken weiter: "Prof. Joseph Keul hat auf einem Ärztekongress in Köln dick und breit erklärt, dass Deca-Durabolin, das Hauptanabolikum, nicht schadet: 'Das könnt ihr ruhig anwenden', hieß es. Das war 1975 oder 1976." Und so lange ein so renommierter Sportmediziner wie der Freiburger Olympia-Arzt Keul das gesagt habe, habe ein Mediziner vor Ort gegenüber den Sportlern wenig Argumentationsspielraum.

Namen von Radsportlern, denen er das Mittel verabreicht hat, nennt Raken im BR nicht. Ende der 70er-Jahre habe die Zusammenarbeit  mit Prof. Klümper aufgehört, weil die Sportler sich dann in den Sportmedizinischen Instituten der Universitäten wie in Düsseldorf und Saarbrücken hätten behandeln lassen. Als Erklärung habe es geheißen, so könne man die Behandlung besser kontrollieren "und die Gefahr, dass da was passiert, sei nicht so groß".

Klümper lebt seit Jahren in Südafrika und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


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