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Tipps für Gartler: Rückenschonendes Arbeiten in der Herbstsaison | BR24

© picture alliance/dpa Themendienst/Christin Klose

Rückenschmerzen bei der Gartenarbeit kann man durch richtiges Verhalten und Hilfsmittel vorbeugen.

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    Tipps für Gartler: Rückenschonendes Arbeiten in der Herbstsaison

    Im Herbst stehen im Garten allerhand Arbeiten an. Schneiden, Graben und ein letztes Mal den Rasen mähen. Wer da nicht aufpasst, dem schießt schnell mal die Hexe ins Kreuz. Und dann hat der Gartenspaß schlagartig ein Ende.

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    Bei der Gartenarbeit kann man sich schnell Rückenschmerzen zuziehen. Dass ein schmerzender Rücken die Gartenlust in Gartenfrust verwandeln kann, weiß auch Christiane Mayer aus dem schwäbischen Affaltern aus eigener Erfahrung. Seit einem Bandscheibenvorfall durch zu häufiges am Schreibtisch sitzen achtet die zertifizierte Gartenplanerin sehr bewusst darauf, beim Garteln den Rücken zu schonen.

    Bei Gartenarbeit auf stabile Schuhe achten

    Hobbygärtnern, die es ihr gleichtun wollen, rät sie als erstes, einen Blick nach unten zu werfen. Auf das Schuhwerk. Denn: Rückengesundheit fängt bei den Füßen an, wie sie sagt. Ausrangierte Hausschlappen sind als Arbeitsschuhe daher absolut ungeeignet.

    Doch auch eine gute Sohle sei wichtig, erklärt Mayer. Denn vor allem bei Nässe gehe man auf glatten Sohlen wie auf Eiern - das lässt die Fußmuskulatur und auch den Rücken verkrampfen.

    Werkzeug sollte zur Körpergröße passen

    Mindestens so wichtig wie gutes Schuhwerk ist passendes Werkzeug. "Man muss da auf die Ergonomie achten. Die richtigen Stiellängen zum Beispiel", so Mayer. Ein klassisches Beispiel sei der Spaten. Es gebe sogenannte "Damenspaten", was tatsächlich mit der Körpergröße zu tun habe. "Ein guter Spaten, der für mich passt und rückengerecht und ergonomisch ist", findet die Gartenplanerin. "Wenn ich den neben mich hinstelle, endet der Griff unter der untersten Rippe. Das heißt also mein Mann der 1,90 groß ist, hat einen anderen wie ich."

    Alles was man ziehend oder schwingend einsetze, wie etwa Rechen oder Hacken, sollte laut Mayer dagegen deutlich länger und mindestens stirnhoch sein.

    So wird der Rücken weniger belastet

    Die Ergonomie der Gerätschaften ist das Eine, die Arbeitshaltung des Besitzers das Andere. Denn was nützt ein perfekt abgestimmter Spaten, wenn der Gärtner bei der Arbeit einen Buckel macht.

    "Jedes Verdrehen, egal in welche Richtung, ist schlecht für die Wirbelsäule und kann dann natürlich auch zu Verzerrungen und zu einem Hexenschuss führen." Christiane Mayer, Gartenplanerin

    Den Rücken also immer möglichst gerade halten. Noch schonender wird es, wenn man beim Nachvornebeugen zum Ausgleich ein Bein nach hinten streckt. Nicht zu weit, nur ein bisschen. Wer sich dabei ertappt, dass er gern einen Rundrücken macht, der sollte sich konsequent selbst korrigieren. So lassen sich mit der Zeit schlechte Bewegungsmuster durch gute ersetzen.

    Besonders stark belastet wird der Rücken beim Heben. Auch hier gilt es, möglichst aufrecht zu bleiben. Außerdem sollte man Lasten körpernah tragen und nicht einseitig. Lieber jeweils eine halbvolle Gießkanne rechts und links als eine volle in einer Hand. Am allerbesten für den Rücken ist folgende Taktik: "Trage nicht, was du rollen kannst", rät Mayer.

    Schubkarren und Gartencaddies als Hilfsmittel

    Die Schwäbin ist außerdem stolze Besitzerin eines Gartencaddies. Diese zweirädrigen Karren gibt es aus Holz oder aus Metall. Manche sehen aus wie Golfwägelchen, andere erinnern eher an überdimensionale Kohlenschaufeln auf Rädern. Einen Handgriff zum Ziehen haben sie alle. Mayer fährt damit zum Beispiel Düngersäcke, Kübel mit Sand, Blumentöpfe oder Werkzeug durch die Gegend.

    Nicht so schick wie der Gartencaddie, aber mindestens genauso nützlich ist die gute alte Schubkarre. Beim Schubkarrenkauf sollte man auch, aber nicht nur, auf das Gewicht achten. Denn super leicht und super stabil gehen selten zusammen.

    Neue Erfindung erleichtert Apfelernte

    Beim Apfelroller wiederum spielt das Gewicht keine Rolle. Diese nützliche Erfindung besteht aus einer Art Drahtkugel mit Stiel. Man rollt mit der Kugel über den Apfel und Schwupps liegt die Frucht wie durch Zauberhand in der Kugel drin.

    "Ich weiß gar nicht, wie ich so alt werden hab können, ohne das Ding", schwärmt Mayer. "Man nimmt die Äpfel auf, in einer vollkommen aufrechten Haltung, ohne sich einmal zu bücken." Mit einer Halterung könne man ihn auch aufrecht stehend entleeren.

    Mehrere Tätigkeiten im Garten abwechseln

    Natürlich ist Bücken per se nicht schädlich – im Gegenteil. Regelmäßig den Rücken beugen tut gut und hält beweglich. Bückt man sich aber hundertmal hintereinander, verspannt sich die Muskulatur und der Rücken beginnt zu schmerzen. Deshalb lieber beizeiten ein Päuschen einlegen und vor allem: nicht über Stunden das Gleiche machen. Lieber verschiedene Gartenarbeiten abwechseln. Mayer: "Der Ausgleich ist im Garten ganz, ganz wichtig."

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