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Höllentalbrücke Frankenwald

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Sonntag: Bürgerentscheid über Höllental-Brücken in Issigau

Am Sonntag dürfen die Bürger von Issigau im Landkreis Hof über die umstrittenen Fußgängerbrücken über das Höllental abstimmen. Beim Bürgerentscheid stehen ein Bürgerbegehren gegen und ein Ratsbegehren für das spektakuläre Tourismus-Projekt zur Wahl.

Über dieses Thema berichtet: Bayernmagazin am .

Das Projekt der umstrittenen Höllental-Brücken geht in die nächste Runde: Am Sonntag (22.07.18) sind nun die Bürger von Issigau im Landkreis Hof gefragt. Dann dürfen sie über die geplanten Fußgängerbrücken über das Höllental abstimmen. Beim Bürgerentscheid stehen ein Bürgerbegehren gegen und ein Ratsbegehren für das spektakuläre Tourismus-Projekt zur Wahl. Insgesamt müssen die Wähler drei Kreuze setzen.

Soll die Höllental-Brücken verhindert werden?

Zunächst müssen sie entscheiden, ob die Gemeinde Issigau das Projekt verhindern beziehungsweise nicht weiter unterstützen soll. Auf dem Stimmzettel heißt es wörtlich: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Issigau sämtliche politischen und rechtlich zugelassenen Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass das Projekt (…) nicht verwirklicht wird und keine weiteren Schritte unternimmt, um das Projekt (…) zu fördern oder zu unterstützen."

Absicherung gegen Folgekosten

Dem schließt sich ein Ratsbegehren der Gemeinde an. Da müssen die Bürger entscheiden, ob die Gemeinde rechtliche Schritte gegen das Projekt unternehmen soll oder nicht. Wörtlich: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Issigau keine rechtlichen Schritte gegen die Verwirklichung des Projekts (…) unternimmt (…)?" Die Gemeinde will sich so auch vor möglichen Folgekosten durch einen Gerichtsstreit schützen.

Außerdem müssen die Wähler entscheiden, welcher der Bürgerentscheide zählen soll – falls Bürgerentscheid 1 und 2 "in einer nicht miteinander vereinbaren Weise" beantwortet wurden. Zusätzlich zum Bürgerentscheid in Issigau wird es am 16. September auch noch eine weitere Abstimmung im benachbarten Lichtenberg geben.

Erfolg des Bürgerentscheids: fraglich

Fraglich ist, ob die Bürgerentscheide das Millionenprojekt wirklich stoppen können. "Wir warten die Abstimmung ab und schauen uns dann das Ergebnis an. Weitere Entscheidungen sind dann Sache des Landkreises Hof", sagte Issigaus Bürgermeister Dieter Gemeinhardt (CSU) dem Bayerischen Rundfunk.

Schub für den Tourismus oder Zerstörung der Natur

Der Landkreis Hof schätzt die Kosten für die Brücken über das Höllental und das Lohbachtal auf rund zwölf Millionen Euro und rechnet mit 200.000 bis 300.000 Besuchern pro Jahr. Die Befürworter erhoffen sich von dem Projekt einen Schub für den Tourismus im Frankenwald und die Region als Ganzes.

Die Gegner fürchten um die Natur. Die Besucherströme seien eine Gefahr für das hochsensible Naturschutzgebiet Höllental, heißt es. Im östlichen Frankenwald sollen zwei riesige Hängebrücken entstehen. Mit 720 Metern Länge soll eine davon die längste freigespannte Fußgängerbrücke der Welt werden.