Samuel Antz vor der Universität Augsburg
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Samuel Antz vor der Universität Augsburg

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Mit 16 Jahren studieren an der Uni

Semesterbeginn an den Universitäten, mit immer jüngeren Studenten. Schuld daran ist das G 8. Aber es gibt auch andere Gründe: Samuel Antz aus Füssen etwa ist hochbegabt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Mit fünf Jahren wurde er eingeschult und dann hat er auch noch ein Jahr übersprungen. Und so beginnt er jetzt mit nur 16 Jahren sein Studium der Mathematik an der Uni Augsburg. Doch ist man mit 16 nicht zu jung, um ein Studium anzufangen?

Einfach die Schule hinter sich lassen

Wenn Samuel Antz wie jeder andere Studienanfänger in seinem Fach zum ersten Mal im Hörsaal sitzt und dem Mathe-Dozenten lauscht, dann ist er eindeutig der Jüngste. Es geht um Primzahlen, Formelbeweise und Flächenberechnungen von Dreiecken. Für Samuel findet das super, denn jetzt kann er die Schule endlich hinter sich lassen.

"Was mir an der Schulmathematik am Gymnasium einfach gefehlt hat, dass die Mathematik dort einfach nicht so exakt, nicht so genau, nicht so logisch war. Genau das wird hier genau so gemacht, was mich ziemlich freut." Samuel Antz, 16 Jahre alt, Studienanfänger

Samuel ist zwar erst 16, trotzdem wirkt er oft älter. Er ist groß gewachsen und freundlich, und immer hat er einen flotten Spruch auf den Lippen. Trotzdem ist es natürlich nicht leicht, als Minderjähriger aus dem beschaulichen Füssen in eine fremde Großstadt zu ziehen. Deswegen hat sich Samuels Vater, Ralf Antz, um die Formalitäten gekümmert.

Mietvertrag ? Müssen die Eltern unterschreiben

Vater Ralf musste fast alles machen. Denn ein 16-Jähriger darf keine Wohnung mieten. Selbst bei der Immatrikulation musste der Papa anwesend sein oder die Mama. Wegen der Unterschriften. Etwa 20 der 3.200 Studienanfänger der Uni Augsburg sind minderjährig, ihnen erging es ähnlich. Doch das muss nicht unbedingt ein Problem sein.

"Das hängt von der psychischen und kognitiven Entwicklung ab. Es gibt 16-Jährige, für die gibt es nichts Schöneres als dann ihr Wissen hier an der Universität zu erweitern. Auch wenn die sozialen Kompetenzen vielleicht nicht so entwickelt sind." Thomas Bodenmüller, Studienberater

Kneipentour: Apfelsaft statt Bier !

Kompliziert könnte es für Samuel werden, wenn es ans Feiern geht. Wegen dem Jugendschutz und der alkoholischen Getränke. Doch Samuel sieht da keine Probleme. Bei der Kneipentour wird er zwar kein Bier bestellen dürfen, doch da gehe es ohnehin um soziale Kontakte und Apfelsaft tue es eben auch.

Für die Eltern bleibt so nur eine Sorge: Dass ihr Bub gar nicht mehr heimkommt, weil es ihm so gut an der Uni gefällt. Doch völlig abnabeln will sich der 16-jährige Samuel ohnehin nicht. In diesem Semester will er auf jeden Fall an jedem Wochenende heimfahren zu seinen Eltern nach Füssen.