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Bundesfreiwilligendienst

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Dienstpflichtjahr-Debatte: Skepsis in der Oberpfalz

Eine mögliche Wiedereinführung der Dienstpflicht wird in der Oberpfalz skeptisch gesehen. Der Fachkräftemangel bei Unternehmen und die Motivation von Freiwilligen spielen dabei eine Rolle.

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Die aktuelle Diskussion in der Politik, wieder die Wehrpflicht oder ein allgemeines Dienstpflichtjahr einzuführen, stößt in der Oberpfalz auf Skepsis. Betroffen von einer Dienstpflicht wären wohl vor allem Unternehmen, die derzeit in der Region besonders unter dem Fachkräftemangel leiden.

Blick auf Fachkräftemangel

Hier wird die Diskussion aber sehr differenziert gesehen, sagt der Sprecher der Industrie und Handelskammer (IHK) in der Oberpfalz und Kelheim, Christian Götz. Gerade mit dem Blick auf den Fachkräftemangel müsse bei einer Umsetzung aber darauf geachtet werden, dass nicht auf einen Schlag ein ganzer Jahrgang wegbreche, so Götz. Man habe bei der Einführung des G8 gesehen, dass hier Veränderungen Auswirkungen haben. Wie groß diese letztendlich wären, hänge aber von der Umsetzung ab und das sei derzeit noch unklar.

Freiwillige sind voll motiviert

Ob eine Dienstpflicht sinnvoll ist, ist in der Oberpfalz auch im Sozialbereich umstritten. Der Rettungsdienstleiter des Bayerischen Roten Kreuzes in Regensburg, Sebastian Lange, sagt, dass der aktuelle Bundesfreiwilligendienst ein Erfolgsmodell sei, dass stattdessen weiter ausgebaut werden sollte. Früher seien zwei Drittel der Zivis hochmotiviert gewesen, ein Drittel habe dagegen den Pflichtdienst nur abgesessen. Jetzt habe man stattdessen nur freiwillige sogenannte "Bufdis", die alle motiviert seien.

Mehr "Bufdis" als "Zivis"

Außerdem sei die Zahl der "Bufdis" in seinem Bereich höher, als früher die der "Zivis", so Lange. Er habe sogar schon Bewerber ablehnen müssen, weil das von der Regierung bereitgestellte Kontingent für Stellen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bereits ausgeschöpft war. Hier müsse nachgebessert werden. "Mit Zwang funktioniert es nicht gut. Es gibt genug Freiwillige. Denen sollte man den Dienst ermöglichen", sagt der stellvertretende Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Regensburg.