Gerettetes Nilgansküken im Eimer
Bildrechte: BR / Ralf Hettler

Gerettetes Nilgansküken im Eimer

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Aschaffenburg: Was machen Nilgans-Küken im Regenrohr?

In Aschaffenburg ist die Feuerwehr zu einer ungewöhnlichen Mission am Schloss Johannisburg ausgerückt: Auf dem Dach waren mehrere Nilgans-Küken aus dem Nest gefallen und steckten in einem Regenrohr fest. Ein kniffliger Einsatz.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Auf dem Dach von Schloss Johannisburg in Aschaffenburg haben Nil-Gänse ihr Nest gebaut. Aus diesem sind am Sonntag die Nilgans-Küken in ein Regenfallrohr geplumpst – und saßen dort fest. Für die Feuerwehr war es eine aufwändige Rettungsmission. Laut Feuerwehr war der erste Einsatz über eine Drehleiter erfolglos, da die Küken bereits über das Rohr ins Kanalsystem des Schlosshofs gerutscht waren.

In Aschaffenburg ist die Feuerwehr zu einer ungewöhnlichen Mission am Schloss Johannisburg ausgerückt: Auf dem Dach waren mehrere Nilgans-Küken aus dem Nest gefallen und steckten in einem Regenrohr fest. Ein kniffliger Einsatz.
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In Aschaffenburg ist die Feuerwehr zu einer ungewöhnlichen Mission am Schloss Johannisburg ausgerückt.

Durch den Gulli in die Freiheit

Dann kam den Einsatzkräften die erfolgversprechende Idee: Sie öffneten einen Gullideckel und lockten durch den Lichteinfall die jungen Tiere zur Öffnung. Dort konnte die Feuerwehr die Küken behutsam greifen und schließlich wieder freilassen. Die Nilgans-Eltern warteten bereits am Torbogen zum Schlosspark und watschelten dann mit ihrem Nachwuchs davon. "Solche Einsätze sind auch für uns nicht alltäglich", sagt Andreas Heil von der Feuerwehr Aschaffenburg.

Allerdings musste die Feuerwehr vor genau einem Jahr zu einem ähnlichen Einsatz zum Schloss ausrücken. Damals mussten acht Nilgansküken aus einem Regenrohr am Schloss befreit werden. Eine Schlossmitarbeiterin hatte die Küken in ihrer Notlage bemerkt und dann die Feuerwehr gerufen. Die machten die Küken in einem Fallrohr in etwa 22 Metern Höhe ausfindig und retteten die Küken aus dem Rohr.

Immer mehr Wildgänse in Bayern

Egal ob Graugänse, Nilgänse, Kanadagänse oder Rostgänse – in Bayern lassen sich seit Jahren immer mehr Wildgänse nieder. Die Wildgänse finden vielerorts optimale Bedingungen vor. Ob am Altmühl- oder Starnberger See, am fränkischen Main, an der Donau oder im Englischen Garten in München. Bauern etwa finden die zu Hunderten über ihre Felder watschelnden Tiere gar nicht gut. Denn die massenhaft nach Futter suchenden Gänse bedeuten für einige Landwirte enorme Ernteausfälle. Hinzu kommt die Not mit dem Kot. Die Landwirte, die das Gras mähen und als Tierfutter verwenden, würden gern auf diese Hinterlassenschaften der Gänse verzichten.

Ein seit 2014 laufendes Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zum Gänse-Management in Bayern soll zeigen, mit welchen Methoden man der vielen Vögel Herr werden kann. Die ersten Erkenntnisse zeigen: Ob jagen, vertreiben, Eier manipulieren oder weglocken – die eine durchschlagende Maßnahme gibt es nicht.

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