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Liesl Karlstadt Ihr Anteil am Erfolg

Stand: 31.05.2004 | Archiv

Liesl Karlstadt (undatierte Aufnahme) | Bild: picture-alliance/dpa

War sie nur Valentins Geschöpf und Stichwortgeberin oder gleichberechtigte Partnerin oder gar Mitproduzentin? Zweifellos entdeckte Valentin Karlstadts komisches Talent und förderte es. Er selbst gab an, dass Karlstadt zunächst seine Schülerin, dann Mitarbeiterin und Mitverfasserin seiner Stücke gewesen sei.

Liesl-Karlstadt-Brunnen auf dem Münchner Viktualienmarkt

Nachweislich lieferte sie die Idee zum "Firmling" und dem Sketch "An Bord". Auch sonst bezog Valentin von ihr sehr viele Anregungen, allein schon deswegen, weil sie sich derart in ihren Bühnenpartner eingelebt hatte, dass sie sozusagen "valentinesk" denken konnte.

In ihrem Nachlass fanden sich auch Papiere mit Dialogfragmenten, woraus aber nicht ersichtlich ist, ob Karlstadt Autorenschaft zuzuschreiben ist oder sie die Zettel nur für Improvisationszwecke schrieb.

Kongenial auf der Bühne

Der eigentliche Genius, der inspirierte Geist, der hinter den meisten Arbeiten steckt, ist zweifellos Valentin. Ebenso unumstritten ist aber Karlstadts Kongenialität auf der Bühne. Sie war das Komplementärstück, der Widerpart, ohne den Valentins Nonsens-Figuren nicht funktioniert hätten. Lange Zeit wurde Karlstadts Leistung unter Wert gewürdigt, auch deshalb, weil renommierte Elogenschreiber wie Lion Feuchtwanger oder Kurt Tucholsky ihre Lobeshymnen auf Valentin beschränkten.


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