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Liesl Karlstadt "Lebenslänglich komisch"

Stand: 31.05.2004 | Archiv

Theo Lingen und Liesl Karstadt in der Filmkomödie "Um eine Nasenlänge" (1949) | Bild: picture-alliance/dpa

Dieses Diktum von Valentin über Karlstadt wirkt wie ein Urteil - in der Tat blieb sie dem komischen Fach fast bis zum Lebensende verhaftet. Der Stabsgefreite "Gustav" verließ 1943 die Bergwelt wieder und kehrte als Liesl Karlstadt in die Münchner Komödienwelt zurück. Zunächst stand sie im Münchner Volkstheater auf der Bühne, wieder als "Frau Vogl" in Bruno Franks "Sturm im Wasserglas". In dieser Rolle war sie bereits 1930 zu sehen, als sie für die berühmte Therese Giehse einsprang. Damals hatte Karlstadt begonnen, abseits von der Arbeit mit Valentin eine Solo-Karriere vorzubereiten. Zu diesem Zweck hatte sie auch Schauspielunterricht in der renommierten Falckenberg-Schule in München genommen.

Kurzes Revival mit Karl Valentin

Im Englischen Garten in München: Liesl Karlstadt beim Radi-Salzen im Biergarten am Chinesischen Turm

Ende 1947 war es dann so weit: Zum ersten Mal nach sieben Jahren trat sie wieder mit Valentin auf - mit der "Orchesterprobe" zunächst in der Münchner Kleinkunstbühne "Der bunte Würfel" und im Januar 1948 im "Simpl". Dort stand am 31. Januar das bedeutendste deutsche Komiker-Paar letztmals gemeinsam auf der Bühne. Valentin starb am 9. Februar.

Populär durch den Rundfunk

Nach der Währungsreform wurden die Schauspieler-Gagen zum Teil heftig gekürzt. Liesl Karlstadt nahm daher fast jedes Angebot an. Sie stand auf allen wichtigen Münchner Bühnen und wirkte auch in vielen Filmen mit.

In der Künstlergarderobe: Liesl Karlstadt als Haushälterin Vieterl in Ludwig Thomas Stück "Witwen" (Aufnahme von 1958)

Ihre Nachkriegs-Popularität begründete sie jedoch mit dem Rundfunk, der gerade an der Schwelle zum Massenmedium stand. So verkörperte sie Ende der 1940er-Jahre zunächst die resolute "Frau Brumml" in den "Brummlgeschichten" von Kurt Wilhelm und Olf Fischer.

Letzte Rolle: Mutter Brandl

Überwältigenden Erfolg hatte sie ab 1952 mit "Familie Brandl". Die Radioserie von Ernestine Koch lief am Vormittag im Frauenfunk - genau richtig für das Zielpublikum Hausfrau. "Familie Brandl" erfreute sich großer Beliebtheit, weil "Mutter Brandl" und ihre Familie mit denselben Alltagsproblemen konfrontiert waren wie die HörerInnen: Wie bereite ich die Tochter auf die Hauswirtschaftsprüfung vor? Wie gehe ich mit den Schulschwierigkeiten des Sohnes um? Sollen wir einen Bausparvertrag abschließen? In ihrer letzten Rolle wechselte Karlstadt von der Komikerin zur einfachen Frau mit gutem Herz und forschem Mundwerk - eine Figur für das Gemüt. Vielleicht war sie deshalb am Ende beim Münchner Publikum besonders akzeptiert.

Grab mit Herz

Zu ihrem 65. Geburtstag erhielt sie mehr als 1.000 Glückwunschkarten. Als "Mutter Brandl" war sie bis zu ihrem Tod zu hören. Am 27. Juli 1960 starb Liesl Karlstadt in Garmisch-Partenkirchen an einem Gehirnschlag.


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