Franken - Kultur


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Frankenwürfel 2016 Preis für Volksmusikerin, Mundartautor und Altbürgermeister

Zum 32. Mal wurden am Freitag die Frankenwürfel verliehen. Wendig, witzig und widersprüchlich müssen sie sein, die Preisträger. Überzeugt haben in diesem Jahr eine Volksmusikerin, ein Mundartautor und ein Altbürgermeister.

Stand: 12.11.2016 | Archiv

Peter Kirchner, Steffi Zachmeier und Eberhard Wagner mit Glaswürfel in der Hand | Bild: picture-alliance/dpa

Die Frankenwürfel gehen in jedem Jahr an Persönlichkeiten, bei denen der fränkische Charakter besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Der Preis wird traditionell am 11. November verliehen – dem Namenstag des Frankenheiligen Martin. Dieses Jahr findet die Veranstaltung im mittelfränkischen Bad Windsheim statt.

Mittelfränkin Steffi Zachmeier – die Königin der fränkischen Volksmusik

Die mittelfränkische Preisträgerin ist die Volksmusikerin und BR-Mitarbeiterin Steffi Zachmeier. Sie sei Königin und Hüterin der fränkischen Volksmusik, würdigte Regierungspräsident Thomas Bauer die Nürnbergerin. Sie sei wohl von der Leidenschaft des Vaters für fränkische Volkskultur schon als Kind angesteckt worden, so Bauer. Zachmeier sei Bewahrerin, Behüterin, aber auch Avantgardistin, weil die Volksmusik für sie eine lebende Kunst sei. Sie selbst konnte es am Anfang nicht so recht glauben, dass sie eine Gewürfelte sein soll. Über die Auszeichnung freut sich die volksmusikbegeisterte Zachmeier riesig.  

Oberfranke Eberhard Wagner – Sprachforscher und Mundartautor

Der Gewürfelte aus Oberfranken heißt in diesem Jahr Eberhard Wagner. Der Sprachforscher und Mundartautor habe mit seinem ersten gesamtfränkischen Wörterbuch einen bleibenden Wert für nachfolgende Generationen geschaffen, sagte die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Rund zweitausend fränkische Grundbegriffe auf 640 Seiten, das sei eine Schatztruhe für alle Mundartfans, so Piwernetz. Er selbst gibt sich fränkisch bescheiden. Eigentlich, so meint er, steht ihm der Frankenwürfel gar nicht zu. Denn geboren wurde Wagner 1938 in Weimar, erst nach Kriegsende kam er als Flüchtling mit seinen Eltern nach Oberfranken, auf einen Bauernhof in Gottsfeld bei Creußen - dort lernte er die Mundart des Bayreuther Raums kennen. Und ein fränkisches Lieblingswort hat er natürlich auch: a weng.

Unterfranke Peter Kirchner – fränkisch-freier Altbürgermeister

Peter Kirchner, der Altbürgermeister aus Kirchlauter im Landkreis Haßberge, ist der Neugewürfelte 2016 für Unterfranken. Ein würdiger Preisträger, so Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer, weil er unter anderem seine bürgermeisterlichen Reden gerne mit fränkisch–frei ausgelegten Zitaten aus der Bibel würze. Außerdem habe er Gedichte für alle Gelegenheiten parat und Sechstklässlern Unterricht in Mundart gegeben. Sich selbst stellt er schon mal mit den Worten vor: "Kirchner Peter, Bauernbürchermester aus Kirchlauter, der Kulturhochburg und Hauptstadt der Heiligen Länder."

Stichwort "Frankenwürfel"

Die Auszeichnung, ein Porzellanwürfel mit den Wappen der drei fränkischen Regierungsbezirke, wird seit 1985 verliehen. Benannt sind Preis und Preisträger nach dem 1983 von Max von Aufseß verfassten Essay "Der Franke ist ein Gewürfelter". Neben dem Würfel erhalten die Preisträger eine Urkunde und seit 2005 eine Würfelminiatur als Anstecknadel. Die Verleihungsfeier findet immer abwechselnd in Mittel-, Ober- und Unterfranken statt.


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