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Paul Maar Sams im Glück

In der siebten Buchrunde des Sams' sorgt dieses Mal Herr Taschenbier für reichlich Wirbel: Irgendwie wird er immer "samsiger" - und kann sich zum Beispiel nicht mehr erinnern, warum er inmitten von 30 Pizzen sitzt.

Author: Dirk Kruse

Published at: 28-3-2012

Buchcover: Sams im Glück | Bild: Oetinger-Verlag; Bild: BR-Studio Franken/Frank Staudenmayer

Das neue Sams-Buch ist eine Art Kinderversion von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Denn der schüchterne, vom Leben etwas gebeutelte Herr Taschenbier entwickelt plötzlich anfallsartig samshafte Züge. Dabei stellt er allerlei mutigen Unfug an, kann sich dann aber an nichts mehr erinnern, und wundert sich, warum er inmitten von 30 Pizzen sitzt, die er in einem Heißhungeranfall bestellt hat. Urkomische Szenen, die Paul Maar als großen Humoristen ausweisen.

"Ich glaube, ich habe mir meinen kindlichen Humor bewahrt. Ich stelle fest, dass bei manchen Szenen, die mich beim Schreiben am Schreibtisch amüsieren, Erwachsene nur nicken und 'ganz nett' sagen. Wenn ich die dann aber bei einer Lesung den Kindern vorlese ist ganz lautes gemeinsames Gelächter im Saal. Ich mache das nicht bewusst. Ich denke nicht, wann würden Kinder lachen, sondern ich schreibe das, was mir selbst witzig erscheint - und das kommt bei den Kindern an."

Paul Maar

Aber auch die vorlesenden Erwachsenen haben ihren Spaß dabei. Petra Bamberger, Lesebeauftragte der Stadt Nürnberg, schätzt an "Sams im Glück" nicht nur den Witz, sondern die Vorbildfunktion. Das Sams so ist, wie sich Kinder wünschen, manchmal sein zu dürfen.

"Das ist ein frecher Held, der sich was traut. Und was ich ganz schön an dem neuen Sams-Buch fand, ist, dass sich die Rollen tauschen. Dieser schüchterne Taschenbier wird zum urkomischen Typen, und das Sams wird zum vorsichtigen Retter der Situationen und übernimmt plötzlich die Vaterrolle. Das ist für Kinder total schön zu sehen, wenn die Erwachsenen albern werden und Kinder stark sind."

Petra Bamberger, Lesebeauftragte der Stadt Nürnberg

Dazu kommt die Sprache Paul Maars, die sich niemals zu den Kindern hinabbeugt, sondern sie anspricht, mit klaren Sätzen, spritzigen Dialogen und lustigen Reimen.

Buchtipp: Frech, verfressen, lustig – das Sams ist zurück

Auszug: Sams im Glück

Betty saß zwischen ihren Eltern und schaute immer wieder zum Sams hinüber.
"Warum hat das Sams so eine lustige Nase?", flüsterte sie ihrer Mutter zu.
Das Sams hatte sie aber gehört.
"Eine lustige Nase ist mindestens eineinhalbmal besser als eine traurige Nase", sagte es und legte sich gleich drei Stück Kuchen auf einmal auf den Teller.
"He, du isst uns ja alles weg!", rief Betty.
"Entschuldigung", sagte das Sams. "Da habe ich mir wohl völlig versehentlich, irrtümlich und unabsichtlich ein Stück zuviel genommen."
Es brach ein kleines Stück von einem der drei Kuchen ab und legte es zurück auf die Kuchenplatte.

Die Sprache des Sams lädt die Kinder dazu ein, selbst Sprachspielerein zu versuchen. Optimale Leseförderung also. Seit bald 40 Jahren – 1973 erschien das erste Buch – spricht das Sams nun schon die dritte Generation von Kindern an.

"Das Tolle an der Geschichte ist eigentlich, dass der Autor es geschafft hat, das Sams zu modernisieren. Das heißt, die Sprache und die Umwelt der Kinder ist in dem Buch integriert, und so ist es kein verstaubtes Buch, sondern ein Klassiker, der ganz modern ist."

Petra Bamberger, Lesebeauftragte der Stadt Nürnberg

Der letzte Sams-Band?

Info und Bewertung

Wertung: 5 Frankenrechen von 5 | Bild: BR

Paul Maar: Sams im Glück, Hamburg 2011, Oetinger Verlag, 208 Seiten, 12,00 Euro, ISBN 978-3-7891-4290-1

Das gleichnamige (ungekürzte) Hörbuch: gelesen von Ulrich Noethen, Hamburg 2011, Oetinger Audio, 4 CDs, 19,90 Euro, ISBN 978-3-8373-0577-7

Einziger Wehrmutstropfen: Paul Maar überlegt mit dem Sams Schluss zu machen. "Ich sage jetzt – und daran glaube ich auch – dass dies wirklich das letzte Sams-Buch war", so Paul Maar im Bayerischen Rundfunk. Er glaube, dass sieben eine fast "heilige Zahl": sieben Wochentage, sieben Berge, sieben Schwäne, sieben Zwerge, sieben Harry Potter. "Rowling wusste auch, dass sieben die günstige Zahl ist. Ich denke, ich sollte jetzt mit dem Sams Schluss machen."

Ähnliches hat Paul Maar auch nach dem dritten Sams-Band gesagt. Deshalb sollten die Sams-Fans die Hoffnung nicht ganz aufgeben. Die nächste magische Zahl ist übrigens die Zwölf.

Stichwort: Paul Maar

Der fränkische Kinderbuchautor Paul Maar wurde 1937 in Schweinfurt geboren und lebt heute in Bamberg. Er hat inzwischen fast 60 Bücher geschrieben. Doch keine seiner Figuren ist so beliebt und berühmt wie das freche und gefräßige Sams, das dem schüchternen Herrn Taschenbier das Leben aufpeppt und ihm zu mehr Mut verhilft. Der siebte Band der beliebten Kinderbuchreihe heißt "Sams im Glück", der wie zwei weitere Sams-Bücher verfilmt wurde und in den Kinos läuft. Als Filmkulisse diente auch beim neuerlichen Film Paul Maars Heimatstadt Bamberg. Der siebte Sams-Band soll nach Angaben Paul Maars der letzte sein.


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Anna-Lena Baukus, Montag, 04.Juni 2012, 14:45 Uhr

2. Paul Maar

Alle Samsbücher sind einfach super cool es müssen noch mehr davon kommen

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Paula, Donnerstag, 29.März 2012, 17:17 Uhr

1. Sams Bücher

Ich finde es schade das Paul Maar keine weiteren Bücher über das Sams schreiben möchte, denn ich besitze alle 7.Bücher und möchte deshalb gerne weitere Sams Geschichten von ihm lesen.

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