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Campus Cinema // "Auszeit auf der Alp" Aus Berlin in die Berghütte

Raus aus der Großstadt und dem Alltag, rauf auf den Berg und in die Natur: Drei Monate voller Einsamkeit und Herausforderungen, auf der Suche nach einem neuen Sinn im Leben. "Auszeit auf der Alp", eine Dokumentation von Juliane Sinn und Katharina Wurth, Absolventinnen der Hochschule Hannover.

Stand: 28.03.2020

Einmal aus dem Alltag ausbrechen, mit den Händen arbeiten, im Einklang mit der Natur leben. Isabella Kaiser arbeitet in Berlin als Architektin und möchte nun etwas komplett Neues ausprobieren: Für drei Monate geht sie auf eine Alp im Berner Oberland. Hier wird sie auf 1.500 Metern in einer einfachen Berghütte wohnen und sich um 80 Rinder kümmern.

In ihrem Abschlussfilm begleiten Juliane Sinn und Katharina Wurth sie bei dieser Erfahrung und bei allen Herausforderungen, die auf sie zukommen. Wird sie sich an das harte Landleben und die Einsamkeit in den Bergen gewöhnen? Ein Dokumentarfilm-Projekt über die Suche nach neuem Lebenssinn in einer ungewohnten Umgebung und mit ungewohnten Aufgaben. Von Juliane Sinn (24) und Katharina Wurth (25) von der Hochschule Hannover, Studiengang Fernsehjournalismus.

"Wir haben in unserem Bekannten- und Freundeskreis bemerkt, dass sich immer mehr im Stadtleben entfremdet vorkommen. Man sitzt viel vorm Computer, geht abends ins Fitness-Studio oder Joggen. Aber irgendwie wirkt alles nicht mehr 'echt'. Daher kommt eine Sehnsucht 'back to the roots'. Das wollten wir aufgreifen und fragten uns, wo ist ein Ort, wo man noch so lebt wie früher, und dann sind wir auf die Alp gekommen."

(Katharina Wurth)

Drehen unter erschwerten Bedingungen

Die Dokumentation entstand im Sommer 2015 und war der Abschlussfilm von Juliane Sinn und Katharina Wurth an der Hochschule Hannover. Gedreht haben sie in drei Etappen: in Berlin beim Aufbruch in die neue Welt, in den Schweizer Alpen bei Isabellas Ankunft und dann noch einmal während Isabellas letzter Tage auf der Alp. Besonders die Drehs in den Bergen waren eine Hearusforderung, denn sie arbeiteten unter erschwerten Bedingungen. Mit der schweren Kamera auf der Schulter ging es bergauf und bergab. Stromquellen für das Equipment gab es auch nicht viele auf der Berghütte. Als Verpflegung gab es einfache Brotzeiten.

Über Juliane Sinn

Juliane Sinn (24) studiert im Master Fernsehjournalismus an der HS Hannover. Ihr Bachelorstudium in Medien- und Kommu- nikationswissenschaften hat sie in Hamburg absolviert und zudem für regionale Fernseh- sender in Hamburg und Bremen gearbeitet. Im Studium hat sie bereits mehrere Reportagen und Dokumentarfilme realisiert und wirkt nebenberuflich an Film-Projekten mit. Kürzlich wurde sie von der HS Hannover für einen Kurzfilm zum Thema Hochschulpolitik engagiert.

Es war eine spezielle Erfahrung für die beiden Filmemacherinnen. Mit moderner Ausrüstung drehen an einem Ort, wo man lebt, wie früher. Eine weitere Herausforderung für Juliane und Katharina war ein ausbalanciertes Verhältnis zur Protagonistin. Auf der einen Seite sollte es freundschaftlich sein, damit sie Zugang zueinander finden konnten und Isabella sich auch wohlfühlte in der Situation mit der Kamera. Auf der anderen Seite sollte es auch professionell zugehen. Damit das alles klappt, haben sie Isabella bereits vor Drehbegin in Berlin besucht, sich kennengelernt und einen Probedreh gemacht, auch um zu sehen, wie sich Isabella vor der Kamera gibt.

Über Katharina Wurth

Katharina Wurth (25) ist neben ihrem Masterstudium Fernsehjournalismus als freie Mitarbeiterin bei NDR Online in Hannover tätig. In Tübingen und Los Angeles hat sie im Bachelor Medienwissenschaft und Anglistik studiert und währenddessen unter anderem bei Metro-Goldwyn-Mayer (Los Angeles) und Entertainment Industries Council (Los Angeles) gearbeitet. Außerdem war sie ehrenamtliche Mitarbeiterin beim "Festival TV" der Französischen Filmtage in Tübingen/Stuttgart.

Mitgebracht aus Berlin und aus der Schweiz haben Juliane und Katharina Stunden um Stunden Rohmaterial, aus dem am Ende eine 55-minütige Dokumentation über Isabellas Auszeit auf der Alp entstand. Für Campus Cinema haben sie eine gekürzte Version ihre Doku, rund 23 Minuten, erstellt und in einem längeren Interview über ihre Produktion erzählt.


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