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Bergfreundinnen Klettern und Wandern bauen Stress ab

Abschalten vom Alltag, den Kopf frei kriegen, neue Eindrücke sammeln und positive Energie tanken, das können Hanna und Anja am besten, wenn sie in die Berge gehen.

Von: Friederike Kühn

Stand: 25.07.2022

Wo könnte der Kontrast zum Unialltag größer sein als auf 1500 Metern Höhe? Hanna studiert BWL und Tourismus. Jede freie Minute verbringt sie in den Bergen. Für sie ist das ganz was anderes, als in die Kletterhalle zu gehen:

"Man kriegt den Kopf so schön frei: Einfach ein Tag draußen, gut essen, eine Brotzeit mitnehmen oder auf einer Hütte einkehren und mit Leute unterwegs sein, die die gleiche Leidenschaft haben wie man selbst."

Hanna

Anja links, Hanna rechts

An der frischen Luft sein, sich bewegen, mit spektakulären Blicken in die Landschaft, das tut den Augen und der Seele gut, findet auch Anja. Die Modejournalistin liebt den Weitblick in den Bergen. Für sie sind Wandern und Klettern eine Form der Meditation, ein zu sich selbst kommen. Und ein guter Kontrast zur Glitzerwelt der Mode: Dreckig werden, Sport treiben und alles, was ansteht, mal für eine Zeit lang vergessen.

Auch Hanna ist glücklich, wenn sie nach einer Prüfungsphase wieder in die Berge kann:

"Ich find’s mega wichtig. Ich brauche voll den Ausgleich. Obwohl man beim Klettern ja schon auch mit dem Kopf dabei sein muss. Aber ich finde, das ist was ganz anderes als wissenschaftliche Theorien auswendig zu lernen."

Hanna

Forscher haben herausgefunden: Ausflüge in die Natur fördern die Gesundheit und bauen Stress ab. Dazu muss man nicht in die Berge fahren. Zweieinhalb Stunden pro Woche im Grünen reichen, um den positiven Effekt zu haben.

Doch wenn Hanna Klettern geht, kann sie besonders gut abschalten:

Hanna beim Klettern

"Eigentlich ist das fast ein Luxus heutzutage: Sich nur auf eine Sache konzentrieren zu müssen und alles andere zu vergessen. Der Kopf muss nur eine Sache machen und nicht denken, heute muss ich noch das und das und das erledigen. Sondern: Wo ist der nächste Griff, wo geht der Grat lang. Das ist – glaube ich – die wahre Entspannung für den Kopf, die man viel zu wenig macht."

Hanna

Auch Anja genießt es, ganz im Moment zu sein und die Welt um sich herum zu vergessen, wenn sie klettern geht. Sie ist froh, in Hanna eine Kletterpartnerin gefunden zu haben, die geübter ist als sie selbst und ihr noch etwas beibringen kann. Kennengelernt haben sich die beiden über die „Munich Mountain Girls“. Eine Gruppe von bergbegeisterten Münchnerinnen, die über Facebook vernetzt sind. Neben gemeinsamen Bergtouren treffen sich die „Mountain Girls“ auch regelmäßig zum Austausch am Stammtisch.

Anja rechts, Hanna links, auf dem Gipfel der Roßsteinnadel

Mit Frauen in die Berge zu gehen, ist weniger leistungsorientiert, findet Anja. Und Hanna fühlt sich mehr angenommen als wenn sie mit ihren Kumpels klettern geht. Die Erlebnisse am Berg schweißen zusammen. Und am Ende wartet die Belohnung für die Anstrengung: der Gipfel. Aus so einem Tag in den Bergen zieht Anja viel positive Energie für den Alltag.

"Zu sehen, was man schaffen kann, das find’ ich spannend. Und danach geht man raus und fühlt sich einfach stark und entspannt, weil man weiß, man kann alles schaffen! Ich kann auch meinen Alltag meistern."

Anja

Forscher der University of Exeter fanden heraus: Zwei Stunden in der Natur pro Woche fördern die Gesundheit.


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