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Dr. Allan Buras Forests For Future - Wie passen wir den Wald an den Klimawandel an?

Die extrem trockenen Sommer von 2018 und 2019 haben ihre Spuren im Wald hinter-lassen. Das gehäufte Absterben einzelner Bäume bis hin zu kompletten Beständen der bedeutendsten Baumarten ist alarmierend. Bei Campus Talks verrät der Landschaftsökologe Dr. Allan Buras von der Technischen Universität München, wie wir den Wald dem Klimawandel anpassen können.

Von: Andrea Roth

Stand: 25.04.2020

Die extrem trockenen Sommer von 2018 und 2019 haben ihre Spuren im Wald hinterlassen. Das gehäufte Absterben einzelner Bäume bis hin zu kompletten Beständen der bedeutendsten Baumarten alarmiert Ökologen, Naturschützer, Förster und Waldbesitzer gleichermaßen. Vor diesem Hintergrund und der Aussicht auf noch extremere Bedingungen im Zuge des Klimawandels, stellt sich die Frage welche Baumarten auf lange Sicht überlebensfähig sind. Diese Frage zu beantworten ist essentiell, da wir aufgrund hoher Umtriebszeiten bereits heute jene Arten identifizieren und anpflanzen müssen, welche mindestens die klimatische Entwicklung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts überstehen können.

Um diese Frage zu beantworten, bedient sich die waldökologische Forschung diverser Methoden. Die Jahrringforschung erlaubt uns einerseits einen Einblick in die Reaktion der Bäume auf vergangene Klimaextreme. Satellitengestützte Fernerkundungsdaten vermitteln uns andererseits einen flächendeckenden, aktuellen Überblick über die Situation in den Wäldern. Durch die Kopplung von Artverbreitungsmodellen mit Klimaszenarien, lassen sich schließlich Projektionen der Verbreitung der bedeutendsten Baumarten für die Zukunft berechnen. Auf diese Weise zeichnet sich ein diverses Bild mit Verlieren und Gewinnern sowie einer herausfordernden Generationenaufgabe für alle, denen der Wald am Herzen liegt.

Dr. Allan Buras

Dr. Allan Buras ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Land Surface-Atmosphere Interactions am Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt an der Technische Universität München.

Allan Buras, wuchs im Süden Münchens – wo er 1982 geboren wurde – als Sohn eines Physik-Professors und einer Bürokauffrau auf. Schon in der frühen Kindheit faszinierten ihn Wetterphänomene sowie die belebte Natur. Nebst musikalischen Hobbies interessierte er sich bereits früh für die Entdeckungsgeschichte der Polargebiete.

Von 2003 bis 2009 mündete sein Wissensdrang in ein Studium der physischen Geographie an der LMU München. Ein Umweltpraktikum im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft reaktivierte sein aus der Kindheit stammendes Interesse an Pflanzen, woraufhin er sich auf den Fachbereich der Pflanzenökologie spezialisierte. Als Resultat dieses Schwerpunkts und aufgrund seiner Vorliebe für die hohen Breiten forschte Buras für seine Diplomarbeit fünf Monate lang an der Ökologie des nordischen Augentrosts auf der hocharktischen Insel Spitzbergen. Die mit diesem Aufenthalt einhergehenden Erfahrungen hatten einen nachhaltigen Effekt auf seine wissenschaftliche Ausrichtung. 

Die Promotion im Fachbereich Landschaftsökologie erfolgte von 2009 bis 2013 an der Universität Greifswald und befasste sich mit dem Kohlenstoffsenkungspotential winterkalter Wüsten Zentralasiens. Während der Promotion erwarb er grundlegende Kenntnisse in der Jahrringforschung sowie der satellitengestützten Fernerkundung, welche sich beide als zentrale Werkzeuge seiner späteren Forschungstätigkeit herausstellen sollten. Im Anschluss an die Promotion blieb er für weitere 2 Jahre in Greifswald, während welcher er diverse methodologische Verbesserungen im Bereich der Jahrringforschung entwickelte und die Ökologie arktisch- alpiner Sträucher in Skandinavien und auf Grönland untersuchte.

Seit 2015 forscht Buras an der TU München (Professur für Ökoklimatologie bis 2017, Professur für Land Surface-Atmosphere Interactions seit 2018) – unterbrochen von einem 9-monatigen DAAD-Stipendium an der Universität Wageningen. In diesem Zeitraum erfolgte eine thematische Ausrichtung auf den Einfluss des Klimawandels auf die Leitbaumarten Europas sowie die Diagnose und Prognose des europäischen Waldzustands in der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart bis hin zum Ende des 21. Jahrhunderts. Die Entwicklung und Bereitstellung des Waldzustandsmonitors markiert den jüngsten Meilenstein seiner Forschung.


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