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Geistvoll genießen Gutes aus dem Kloster Plankstetten

Schon vor über 20 Jahren haben die Mönche von Plankstetten auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. So sind die Lebensmittel, die sie in der eigenen Landwirtschaft, Metzgerei, Bäckerei und Brennerei herstellen, in jeder Hinsicht ein geistvoller Genuß!

Stand: 17.12.2016 | Archiv

Es ist schon ein idyllisches Fleckchen Erde, das Kloster Plankstetten, im 12. Jahrhundert gegründet, am Rande des Naturparks Altmühltal, etwa zwischen Nürnberg und Ingolstadt gelegen.

Wie läßt es sich im Einklang mit der Schöpfung wirtschaften?

Das Kloster Plankstetten in der Oberpfalz.

Diese Frage stellten sich vor zwei Jahrzehnten die Benediktiner im Kloster Plankstetten und stellten ihre Verarbeitung schließlich um. Ihre Lebensmittel stammen fast ausschließlich aus eigener Produktion. Wie alle Orden in Deutschland, müssen sie selbständig und erfolgreich wirtschaften, da sie keine Kirchensteuer erhalten. Trotzdem geht es den Mönchen nicht um Gewinnmaximierung, sondern darum, nachhaltige Lebensmittel zu erzeugen.

"Uns geht es nicht um billige Preise hier im Kloster Plankstetten, sondern uns geht es um einen fairen, um einen gerechten Preis und wir möchten dem Verbraucher klar machen, er muss wieder mehr Geld für Essen ausgeben. Wenn Sie sehen, was heute an Essen weggeschmissen wird, dann ist das auch ein Zeichen, dass Lebensmittel zu billig sind."

Frater Andreas Schmidt, Cellerar des Klosters Plankstetten

Mehrwert für Leib und Seele

Das Brot hat auch einen "geistigen" Gehalt, darum kommt auch der Stempel mit dem Hinweis auf die Eucharistiefeier darauf.

In der Landwirtschaft wird ohne Spritzmittel oder Gentechnik gearbeitet. Auch längst in Vergessenheit geratene Urkörner, wie Einkorn, Emmer und Dinkel werden angebaut. Sie sind aufwendiger in der Verarbeitung und nicht so ertragsreich, dafür aber widerstandfähiger und nahrhafter. Ihr Gehalt an Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen ist um ein vielfaches höher als beim Weizen. In der Klosterbäckerei werden keine Konservierungsstoffe verwendet. Das ist mühsamer und dauert länger, aber Bäckermeister Frater Bonifatius Holzmann ist von dem Mehrwert für Leib und Seele überzeugt.

"Das Brot hat auch einen geistigen Gehalt, drum machen wir auch z.B. diesen Stempel drauf, das ist ein Hinweis auf die Feier der Eucharistie und heißt übersetzt: Jesus Erlöser der Menschen."

Bäckermeister, Frater Bonifatius Holzmann

"Das Tier ist auf uns angewiesen"

Die "Coburger Füchse".

Auch die Tiere werden artgerecht gehalten. Neben Kühen, Schweinen und Gänsen, gibt es im Klosterbetrieb auch eine seltene, fast schon ausgestorbe Schafsrasse: Die Coburger Füchse. Sie sind sehr genügsam, haben ein goldenes Fell und besonderes Fleisch. Weil sie aber nicht schnell viel Fleisch ansetzen, sind sie wenig rentabel und gibt es sie kaum noch.

"Ich glaube auf jeden Fall, dass die Tiere eine Seele haben. Wenn sie einem in die Augen schauen, dann sieht man, dass das Tier auf uns angewiesen ist und dass man entsprechend damit umgehen muss. Ein Milchkalb, das ich für 5,95 Euro krieg, das kann eigentlich nix Gescheites sein. Schöpfungsgerecht ist das nicht. Und im Endeffekt fällt das auf uns zurück. Wenn wir meinen, wir müssen so eine schlechte Qualität oder so einen Mist essen, und meinen das tut uns gut, dann sind wir auf dem Holzweg."

Frater Richard Schmidt, Landwirt

Mehr zum Thema:

TIPP aus der Klosterküche von Küchenmeister Anton Klein

Rezept gekochtes Rindfleisch mit Meerrettichsoße, Zutaten für 6 Personen:

1,5 kg Rinderbrust  (hochwertige Qualität, am besten ökologisch)
2 Karotten
1 Sellerie
1 Lauch
2 Zwiebel (mit Schale)
Frische Kräuter (am besten Kräuter der Provence)
Salz, Pfeffer, Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Wacholderbeeren

Rinderbrust in Wasser mit geputztem Gemüse und Gewürzen aufkochen. Die Zwiebel in der Breite mit der Schale durchschneiden und in einer Pfanne anbraten bis die Schnittstelle schwarz ist. In die Brühe geben (bringt eine goldgelbe Farbe für die Fleischbrühe). Fleisch langsam köcheln lassen bis es weich ist. Herausnehmen und portionieren. In der abgeseihten Brühe servieren. Dazu passen Salzkartoffel und Gemüse.

Meerrettichsoße:

1 Zwiebel
30 gr. Butter
1 EL  Mehl
¼ l Brühe
1 EL Zitronensaft
1 Pr  Zucker
1 Apfel   St  Meerrettich
50 ml Sauerrahm
Salz, Pfeffer, Petersilie

Zwiebelwürfel in Butter glasig dünsten, mehlieren und mit der Brühe vom Rindfleisch oder Gemüsebrühe aufgießen. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Zucker würzen. Frischen Meerrettich reiben und in den Sud geben. Mit Sauerrahm, Petersilie und geriebenem Apfel nochmals abschmecken.
Wichtig: Der Meerrettich sollte ganz frisch sein und nicht eingelegt, weil er sonst seine Schärfe  verliert.


"Geistvolle" Kurse gibt es unter:



Mehr zu "Bayern genießen":

Buchtitel "Bayern genießen - Bier" | Bild: Volk Verlag München

Zur Reihe Bayern genießen sind auch Bücher, erhältlich im BR-Shop, erschienen:

Bier - Band 1 der Reihe "Bayern genießen" hrsg. von Gerald Huber

"Bayern genießen: Bier – Vom Reinheitsgebot bis zur Kopf-Überzapfung" ist der erste Band der neuen Buchreihe, die der bekannte Autor Gerald Huber herausgibt.

Zusammen mit seinem Autorenteam aus renommierten Hörfunk- und Fernsehjournalisten ist er auf wenig ausgetretenen Pfaden unterwegs durch Bayerns Kulturlandschaften – immer auf der Suche nach regionalen Besonderheiten und Eigenarten.

Das Buch stellt Menschen vor, die Altes bewahren oder Neues wagen. Es erzählt Historisches, Ungewöhnliches, Kurioses: vom Reinheitsgebot bis zur Kopfüberzapfung.

Gerald Huber (Hrsg.) Bayern genießen: Bier - Vom Reinheitsgebot bis zur Kopfüberzapfung
Hardcover, 216 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen, Euro 15,90
ISBN 978-3-86222-086-1

Feste - Band 2 der Reihe "Bayern genießen" hrsg. von Gerald Huber

Buchcover "Feste geniessen" | Bild: BR

"Bayern genießen: Feste – Vom Aperschnalzen bis zum Schlappentag" ist der zweite Band der Buchreihe, die der bekannte Autor Gerald Huber herausgibt.

Entdecken Sie mit Gerald Huber die Vielfalt der bayerischen Regionen in ihren Festen: Ob beim Schlappentag in Hof, dem Funkenfeuer im Allgäu, dem Aperschnalzen im Rupertiwinkel, dem Ilzer Haferlfest in Passau und vielen anderen kleinen und großen Festtagen. Denn was wäre das Leben ohne Festtage? Ein graues Einerlei, viel grauer noch als trübe Winterwochen. Das Feiern gilt den Menschen aller Zeiten und Kulturen als das Ziel des Arbeitens und Lebens, als das Leben schlechthin. Gerade in Bayern: Vom Alpenrand bis zur Rhön ist eine noch unverfälschte Fest- und Feierkultur lebendig, spielen Brauchtum, Tradition und Historie eine zentrale Rolle im Jahresablauf der Menschen.

Gerald Huber (Hrsg.) Bayern genießen: Feste – Vom Aperschnalzen bis zum Schlappentag
Hardcover mit Leseband, 304 Seiten, Euro 17,90
ISBN 978-3-86222-093-9


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