BR Fernsehen - Wir in Bayern


2

Garten Duftende Pflanzen im Mittwinter

Für viele Garten- und Pflanzenliebhaber ist der Frühling die schönste Jahreszeit. Wenn das Leben erwacht und es überall blüht und duftet. Doch auch der Mittwinter muss nicht gänzlich ohne diese Freuden auskommen! Gartenexpertin Brigitte Goss stellt eine Auswahl an Zimmerpflanzen jenseits des Klassikers "Weihnachtsstern" vor, deren großer Blüten-Auftritt gerade bevorsteht.

Stand: 23.12.2020

Gartenexpertin: Brigitte Goss | Bild: Wir in Bayern

Blühende und duftende Pflanzen im Winter, das gilt immer noch als etwas Besonderes. Kein Wunder, denn um Blüten bilden zu können, brauchen Pflanzen besonders viel Licht - zur dunklen Jahreszeit bekanntlich Mangelware. Blühende Pflanzen, die auch noch duften, das ist schon Magie. Deshalb lohnt es sich, diese Wunderpflanzen genauer anzusehen.

 Ein duftender Kletterer: Die Kranzschlinge

Die Kranzschlinge ist eine rankende Zimmerpflanze. Sie bildet meterlange Triebe und kann sehr ausdauernd blühen. Ihre Haupt-Blütezeit ist im Sommer von Juni bis September. Doch mit der Kunst der Gärtner wird es möglich, die duftenden Blüten auch im Winter genießen zu können.

Die Kranzschlinge setzt ihre Blüten durch kühle Temperaturen von 12°C bis 14°C an. Wenn die Pflanzen ihre Blüten gebildet haben, sollten sie nicht mehr gedreht werden, sonst verlieren sie die Blüten. Die Pflanzen sollten mit weichem Wasser gegossen werden.  Gedüngt werden sie einmal wöchentlich von April bis September. Sie brauchen einen hellen Standort ohne starke Sonneneinstrahlung im Sommer.

Nicht nur im Garten eine Pracht: Echter Jasmin

Der Echte Jasmin blüht in den Wintermonaten bis Februar. Die Rankpflanze entwickelt einen sehr starken Duft, vor allem in den Abendstunden. Ein heller Fensterplatz an einem relativ kühlen Standort ist für die Duftpflanze ideal. Dauerhaft im warmen Zimmer, werden die Pflanzen nicht zum Blühen kommen. Sie brauchen eine Kühlphase, um Blüten anzulegen. Der Echte Jasmin kann als grüne Kübelpflanze im Sommer bis in den Herbst draußen stehen. Ab Temperaturen von 5°C wird er ins helle kühle Winterquartier geräumt.

Von März bis September wird er einmal die Woche mit Flüssigdünger versorgt. Vermeiden Sie Staunässe und Ballentrockenheit.

Duftende Orchideen: "Liodoro" und Cambria burrageara "Nelly Isler"

"Liodoro" ist eine fruchtig-zitronig duftende Schmetterlinsorchidee. Sie kommt mit normalen Wohnzimmertemperaturen sehr gut zurecht und liebt einen hellen bis halbschattigen Fensterplatz, ohne direkte Mittagssonne. An heißen Tagen und bei trockener Heizungsluft sollten die Luftwurzeln mit weichem Wasser besprüht werden. Je wärmer und heller die Orchideen stehen, desto mehr Wasser benötigen sie. Eine bewährte Gießmethode ist, sie einmal pro Woche in einem Eimer mit lauwarmem, weichem Wasser für 10 Minuten zu stellen und danach das Wasser wieder abtropfen zu lassen. Im Wasser dürfen Orchideen über einen längeren Zeitraum nicht stehen.

"Nelly Isler" kommt so in der Natur nicht vor. Die Orchidee mit den kräftig roten Blüten wurde durch Kreuzungen unterschiedlicher Orchideenarten gezüchtet. Sie verströmt in kühler Umgebung einen süßlichen Duft. Der ideale Platz im Winter ist also ein heller Standort am Fenster, bei Temperaturen zwischen 16 bis 21 °C. Der Wurzelballen sollte nie austrocknen. Die Luftfeuchtigkeit sollte relativ hoch sein. Tägliches Besprühen mit weichem Wasser verbessert deshalb ihre Lebensbedingungen.

Gedüngt werden die Orchideen von März bis Oktober mit Flüssig- oder Orchideendünger.

Duftende Frühlingspflanzen: Hyazinthen und Gelbe Primeln

Hyazinthen sind Blumen des Frühlings. Sie gehören aber auch in die Zeit rund um Weihnachten. Ihr Duft und ihre Blüte geben Hoffnung auf ein baldiges Frühjahr. Damit sie aber schon jetzt blühen können, müssen sie ab dem Herbst mindestens 8 Wochen gekühlt werden. Die Kühlung spielt den Zwiebeln den Winter vor und fördert so den Blühreiz. Idealerweise werden die Zwiebeln zum Antreiben hell und bei einer Temperatur zwischen 17°C und 20°C gestellt. Sie werden einmal kräftig gegossen und bekommen dann erst wieder Wasser, wenn die Erde gut abgetrocknet ist. Gedüngt werden sie nicht. Nach der Blüte wird nur der Blütenstil abgeschnitten. Wer einen Garten hat, kann die Zwiebel an einem geschützten Platz auspflanzen. Erst bei starken Frösten werden die Blätter mit Reisig geschützt.

Primeln im Winter - da gebührt den Gärtnern von heute Dank. Sie sind schon kurz nach Weihnachten im Handel. Vor allem gelbe Primeln duften. Sie bringen mit ihrem Duft echte Frühlingslaune in die Stube. Primeln halten die warmen Temperaturen bei wenig Licht nur eine Woche durch. Wer kann, stellt die Primeln bei mildem Wetter nach draußen und nur für wenige Stunden in die Innenräume. Primeln dürfen nicht austrocknen! Gleichmäßige Erdfeuchte ist bei ihnen sehr wichtig. Kissenprimel dieser Art sind nicht dauerhaft. Auch ausgepflanzt wachsen und blühen sie im nächsten Jahr nur in den seltensten Fällen.

Viel Spaß beim Zimmer-Garteln wünschen Brigitte Goss und „Wir in Bayern“!


2