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Pflanzen Diese Frühblüher sorgen für Frühlingsgefühle

Anfang Februar dauert der Winter gefühlt schon eine halbe Ewigkeit - und die Sehnsucht nach Frühling steigt und steigt. Wie wir uns jetzt schon fröhliche Farbtupfer in unser Zuhause holen, weiß Gartenexpertin Brigitte Goss: Sie stellt Pflanzen vor, die schon im Februar ihre Blütenpracht tragen und damit für gute Laune sorgen.

Stand: 31.01.2022

Ranunkeln | Bild: BR/Brigitte Goss

Blühende Pflanzen stillen jetzt das Verlangen nach dem noch fernen Frühlingserwachen der Natur und bringen etwas Farbe und Fröhlichkeit auf den Balkon oder in die Wohnung.

Drehfrucht (Streptocarpus)

Ihr Name wird ihrer Schönheit nicht gerecht, denn die Blüte der Drehfrucht kann es auch mit den Orchideen aufnehmen. Sogar in Sachen Vielfalt der Blütenfarben kann sie mithalten.

  • Standort: Diese Pflanze eignet sich nur für den Innenbereich. Damit die Drehfrucht blüht, braucht sie einen Platz am Fenster. Ihre Blüte dreht sie dann ins Licht. Zimmertemperaturen von 18 bis 20 °C mag sie am liebsten.
  • Erde: Die Erde sollte durchlässig sein, da die Wurzeln empfindlich auf Staunässe reagieren.
  • Gießen: Gießen Sie nur mit lauwarmem Wasser, ansonsten drohen Blattflecken. Die Drehfrucht sollte nie ganz austrocknen, aber auch nie zu feucht stehen. Wenn die Pflanze nicht gut aussieht, sollten Sie auf das Gießen verzichten und die Drehfrucht lieber trockener halten.
  • Düngen: Im Sommer sollten Sie einmal in der Woche, im Winter alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger für Zimmerpflanzen düngen. Bei der richtigen Versorgung blüht die Drehfrucht in Schüben immer wieder nach.

Echter Jasmin (Jasminum officinale)

Echter Jasmin hat seine Blütezeit natürlicher Weise im Sommer, doch durch gärtnerische Kulturmaßnahmen gibt es ihn schon Anfang des Jahres im Handel. Er ist nicht winterhart, allerdings eine schöne Pflanze für den Wintergarten. Der Duft dieser ausschließlich weiß-blühenden Kletterpflanze ist atemberaubend.

  • Standort: Im Winter steht diese Pflanze drinnen und benötigt einen hellen Standort bei etwa 10 °C. Von Mai bis September sollte der Echte Jasmin als Kübelpflanze im Freien an einem sonnigen Platz stehen. Die Sonne fördert den Blütenreichtum.
  • Erde: Neue Töpfe sollten in jedem Fall nicht zu groß gewählt werden. Umgetopft wird alle 2 bis 3 Jahre. Am besten eignet sich Kübelpflanzenerde mit mineralischen Bestandteilen, die für Luft an den Wurzeln garantieren.
  • Gießen: Gleichmäßige Bodenfeuchte ist wichtig, dennoch sollte der Jasmin im Winter bei niedrigen Temperaturen deutlich weniger gegossen werden.
  • Düngen: Gedüngt wird von April bis September wöchentlich mit einem flüssigen Volldünger.
  • Tipp: Schneiden Sie den Echten Jasmin nach der Blüte zurück.

Rosenprimel (Primula)

Rosenprimeln sind die Prinzessinnen unter den Primeln. Dick gefüllt in barocken Farben erinnern sie an üppig wallende Röcke aus vergangen Zeiten. Doch sie geben meist nur ein kurzes Schauspiel ihrer Blütenpracht. 

  • Standort: Optimal ist ein heller Standort bei 10 bis 15 °C. Kurzzeitig kommen sie aber auch im warmen Zimmer für 8 bis 10 Tage zurecht. Bei Frost müssen die Rosenprimeln drinnen sein, ansonsten sollten sie nach draußen. Nach dem Winter können die Pflanzen im Garten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort ausgepflanzt werden.
  • Erde: Im Garten bevorzugen sie einen humosen, durchlässigen Boden. Die Erde darf nie trocken werden.
  • Gießen: Im Haus tauchen Sie die Primeln am besten zweimal die Woche für 10 Minuten in handwarmes Wasser.
  • Düngen: Mit Düngen sollten Sie bei Primeln vorsichtig sein. Allerdings lässt sich die Blütezeit bei diesen üppig blühenden Primeln verlängern, wenn sie einmal pro Woche mit der halben Konzentration eines Flüssigdüngers versorgt werden. Topft man die Primeln in ein Gefäß mit frischem Substrat, ist düngen nicht notwendig.
  • Tipp: Primeln leiden unter der trockenen Luft im Zimmer. Pflanzschalen sollten mit etwas Moos ausdekoriert und immer wieder besprüht werden.

Topfranunkel (Ranunculus asiaticus)

Topfranunkeln sind der Fasching unter den Frühlingsblumen. Die Züchtung hat unglaublich viele Farben, Farbschattierungen und stattliche Blütengrößen hervorgebracht. Obwohl diese Ranunkelart nur eine kurze Lebenserwartung besitzt, bringt sie dennoch die größte Farbenfülle in dieser Zeit.

  • Standort: Ranunkeln wollen so hell wie möglich stehen. Perfekt wären Tagestemperaturen von 12 °C bis 14 °C und Nachttemperaturen von 5 °C bis 8 °C. Sie können im Zimmer etwa für ein bis zwei Wochen eine gute Figur abgeben. Wer einen geschützten Eingang oder einen Balkon hat, kann die Ranunkel bei milder Witterung durchaus schon nach draußen pflanzen. Allerdings vertragen sie keinen Frost oder zu hohe Temperaturen über 20 °C. Bei Frost müssen sie also drinnen stehen, ansonsten sollten sie nach draußen.
  • Erde: Normale Blumenerde ist für Ranunkeln ausreichend.
  • Gießen: Ranunkeln dürfen nicht austrocknen und vertragen keine Staunässe.
  • Düngen: Ranunkeln alle zwei Wochen mit Flüssigdünger versorgen.
  • Tipp: Da sie besonders groß sind, kosten die ersten Blüten der Pflanze Kraft. Schneiden Sie sie schon vor dem totalen Abblühen aus, denn dann können sich die kleineren Folgeblüten besser entwickeln.

Goldlack (Erysium cheiri)

Der Goldlack wird wegen seines veilchenartigen Duftes geliebt. Deshalb wird diese Pflanze auch Veigel, Bauernveigel oder Lackveigel genannt. Sie blüht über viele Wochen und bietet den ersten Schmetterlingen Nahrung.

  • Standort: Im Garten steht der Goldlack am liebsten an einen sonnigen Platz zwischen Steinen. In oder an Mauern kann er viele Jahre überdauern, wenn im Winter die Temperaturen nicht unter minus 8 °C fallen. Bei Frost muss er rein, ansonsten sollte er draußen sein.
  • Erde: Im Garten braucht der Goldlack unbedingt sehr durchlässigen Boden.
  • Gießen: Im Topf braucht der Goldlack gleichmäßige Feuchtigkeit und darf nicht austrocknen.
  • Düngen: Im Topf sollte nach zwei Wochen einmal pro Woche mit der halben Konzentration Flüssigdünger nachgedüngt werden.
  • Tipp: Die Blüten bilden nach dem Verblühen Schoten mit Samen. Schneiden Sie die Blütenstände rechtzeigt stark zurück, damit der Goldlack im Sommer ein zweites Mal blüht.

Viel Freude mit den Pflanzen wünschen Brigitte Goss und "Wir in Bayern"!


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