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Haut Haarentfernung - Welche Methode eignet sich?

Rasieren oder epilieren? Wachs oder Creme? Laser oder Licht? Haarentfernung ist fast schon eine Wissenschaft für sich. Welche Methode für wen geeignet ist, erklärt Hautärztin Dr. Monique Stengel.

Stand: 10.02.2020

Frau rasiert sich die Beine  | Bild: picture alliance / dpa Themendienst

Methoden der Haarentfernung

Rasieren - für Fleißige

Diese Methode eignet sich nur für Fleißige, da die Haare bereits nach Stunden bis Tagen wieder nachwachsen. Bei entzündeter Haut, wie beim Auftreten von Abszessen oder Akne, sollte eine Rasurpause eingelegt werden.

Tipp

Rasierapparate regelmäßig reinigen, nur scharfe Klingen verwenden, d. h. regelmäßig die Rasierklinge wechseln und gelegentlich die Klingen desinfizieren.

So funktioniert es:
Trockenrasur: Diese eignet sich v. a. bei empfindlicher Haut und Neigung zu einwachsenden Haaren, dafür ist die Haut nach der Trockenrasur meist nicht so glatt, wie nach der Nassrasur.
Nassrasur: Die Haut vorher mit warmem Wasser nass machen, Rasierschaum verwenden und Haare sowie Schaum zwischendurch mit Wasser von der Klinge abspülen.
Rasierrichtung: Möglichst in Haarwuchsrichtung rasieren, da es ansonsten gerade bei empfindlicher Haut häufiger zu Entzündungen im Bereich der Haaraustritts-Stellen (Folliculitiden) kommt.
Vorteil: schnelle, einfache und schmerzlose Durchführbarkeit, kostengünstiges Verfahren
Nachteil: stoppeliges Gefühl nach der Rasur, nur kurz anhaltender Effekt (Stunden bis Tage) und ggf. Folliculitiden v. a. in Körperarealen, wo die Haare gekräuselt wachsen (Bikinizone)
Kosten: variiert je nach Gerät - Einmalrasierer gibt es schon ab ca. 70 Cent, Elektrogeräte ab 11 Euro

Epilieren mit Wachs oder elektrischen Epiliergeräten - für Mutige

Diese Methode ist etwas für Mutige, die kein stoppeliges Gefühl und einen länger anhaltenden Effekt, als nach der Rasur der Fall ist, wünschen.

So funktioniert es:
Kalt- oder Warmwachs auf die Haut auflegen und die Haare samt Haarwurzeln schnell in Wuchsrichtung ausreißen. Ein elektrisches Epiliergerät funktioniert wie eine rotierende Pinzette, mit der man senkrecht zur Hautoberfläche über die zu enthaarende Stelle fährt. Bei beiden Methoden mit der anderen Hand die Haut möglichst glatt spannen. Vor der elektrischen Epilation die Haare auf ca. 5 mm kürzen, sonst zupft das Gerät an langen Haaren und das ist unangenehm.
Vorteil: Mit der Epilation lassen sich große Flächen in kurzer Zeit behandeln und die Haut ist mehrere Tage bis Wochen lang glatt.
Nachteil: evtl. Schmerzen und Folliculitiden v. a. bei Ungeübten
Kosten: ab ca. 4 Euro für Kaltwachsstreifen, günstige elektrische Geräte gibt es bereits ab 30 Euro.

Nadelepilation – für kleine Areale, graue und helle Haare

Diese Methode eignet sich für kleine Areale, z. B. an Oberlippe oder Kinn, funktioniert auch bei grauen und hellen Haaren, die auf Laser oder IPL nicht ansprechen.
So funktioniert es:
Bei der Nadelepilation wird die Haarwurzel durch einen Stromimpuls zerstört, der über eine sterile Nadel in den Haarkanal abgegeben wird. Nach dem Stromimpuls wird das Haar mit der Pinzette entfernt. Es sprechen nur Haare an, die sich in der Wachstumsphase (Anagenphase) befinden, daher sind mehrere Sitzungen im Abstand von etwa 6 Wochen notwendig. Vor der Nadelepilation die Haare auf etwa 2-5 mm kürzen.
Vorteil: Mit der Nadelepilation lassen sich auch graue und helle Haare behandeln.
Nachteil: Diese Methode ist sehr zeitaufwendig, kann evtl. schmerzlich sein, kann Pigmentverschiebungen und – bei zu intensiver Therapie – auch Narben hervorrufen.
Kosten: ab ca. 25 Euro pro Sitzung (je nach Zeitaufwand)

Enthaarungscreme - für unempfindliche Haut

Wegen des langsamen Wirkungseintritts eignet sich diese Methode nicht für sehr kräftige Haare (z. B. nicht für Barthaare bei Männern) und auch nicht im Intimbereich, da die Creme nicht mit Schleimhäuten in Berührung kommen sollte.
So funktioniert es:
Die Enthaarungscreme auftragen, 5-10 Minuten einwirken lassen und anschließend die Haare mit einem Spatel von der Haut schaben und abwaschen. Der häufig eingesetzte Wirkstoff Thioglykolat spaltet die Schwefelbrücken im Haarschaft und löst so das Haar auf.
Vorteil: Große Flächen sind in kurzer Zeit behandelbar. Der Effekt hält etwas länger an, als nach der Rasur, da der Ansatzpunkt der Auflösung des Haares in der Tiefe des Haarkanals liegt. Kein stoppeliges Gefühl wie nach der Rasur.
Nachteil: Hautirritationen v. a. bei längerer Einwirkzeit und auch Kontaktallergien mit Rötung, Juckreiz und Entzündung der Haut sind möglich.
Kosten: ab ca. 5 Euro

Medikamentös durch Eflornithin-Creme - für im Gesichtsbereich übermäßig behaarte Frauen

Diese Methode eignet sich für Frauen mit übermäßiger Behaarung im Gesichtsbereich wie Oberlippe, Kinn und Kieferwinkel nach vorheriger Untersuchung und Beratung durch einen Arzt. Diese Creme ist verschreibungspflichtig.
So funktioniert es:
Die Creme wird 2x täglich äußerlich dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Sie hemmt das Enzym Ornithindecarboxylase, das an der Haarbildung beteiligt ist. Sie verlangsamt und vermindert damit den übermäßigen Haarwuchs. Die Haare müssen dann noch mit einer geeigneten Technik entfernt werden, allerdings nicht mehr so oft. Ein Ergebnis wird nach ca. 4-8 Wochen sichtbar. Der Effekt hält nur so lange an, wie die Creme regelmäßig angewendet wird.
Nachteil: 1/3 der Frauen spricht nicht auf die Cremetherapie an. Nebenwirkungen wie z. B. Stechen, Kribbeln, akneartiger Hautausschlag oder Brennen sind bei etwa 5 Prozent der Frauen möglich.
Kosten: ca. 58 Euro (verschreibungspflichtiges, erstattungsfähiges Medikament)

Entfernung mit IPL (Intense Pulsed Light) oder Laser - nahezu dauerhaft

Diese Methode eignet sich ideal für Menschen mit dunklen Haaren auf heller Haut, die lange Zeit keine Haare mehr an bestimmten Lokalisationen haben möchten. Menschen mit sehr kräftigen Haaren, z. B. ein behaarter Männerrücken, benötigen meist mehr Sitzungen, als Menschen mit dünneren Haaren, z. B. bei einer Frau im Gesichtsbereich.
Nicht erfolgsversprechend ist die Therapie bei Menschen mit grauen oder sehr hellen Haaren, da bei ihnen der Farbstoff Melanin, der die Zielstruktur für Laser oder IPL ist, fehlt.
Nicht durchgeführt werden darf die Haarentfernung mittels IPL oder Laser bei Schwangeren, bei einer Hautkrebserkrankung oder bei Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente wie z. B. Johanniskraut oder Doxycyclin.

So funktioniert es:
Beim Lasern wird Licht einer bestimmten Wellenlänge verwendet, das über den Farbstoff Melanin zur Haarwurzel gelangt und diese zerstört. Dadurch wird für lange Zeit kein neues Haar mehr produziert. Blitzlampen funktionieren mit intensiven, kurzen Lichtimpulsen. Die Haare müssen sich in der für Laser- oder Lichtenergie sensiblen Wachstumsphase befinden, in der sog. "Anagenphase". Da sich nie alle Haare gleichzeitig in dieser Wachstumsphase befinden, sind mehrere Sitzungen erforderlich. Der Anteil der Anagenhaare unterscheidet sich auch je nach Behandlungsareal: z. B. im Bereich der Augenbrauen 10 Prozent, an der Oberlippe ca. 65 Prozent und am Kopf 85 Prozent. Je nach Lokalisation sind etwa 6-8 Sitzungen im Abstand von etwa 6 Wochen erforderlich. Außerdem ist zu beachten, dass die Haare zwar 1-2 Tage vor der Behandlung rasiert, aber ca. 6 Wochen vorher nicht ausgezupft werden. Die Haut sollte am Behandlungstag nicht eingecremt oder geschminkt und möglichst nicht vorgebräunt sein.
Vorteil: Zeitersparnis, da die Entfernung mit IPL oder Laser - je nach Behandlungsregion - zum Teil dauerhaft ist. Fast dauerhaft entfernt werden können allerdings nur Haare, die bei der Behandlung in der Wachstumsphase sind.
Nachteil: die im Vergleich zu den anderen Methoden höheren Kosten. Die Behandlung mittels IPL oder Laser ist auszuhalten. Zudem gibt es Lasergeräte mit eingebautem Kühlsystem, das unmittelbar nach jedem Laserimpuls die Haut kühlt, was die Behandlung angenehmer macht. Weitere Nachteile sind bei unsachgemäßem Gebrauch möglicherweise das Auftreten von Verbrennungen und Pigmentverschiebungen, also helle oder dunkle Flecken auf der Haut. Vor oder nach einer Lasersitzung ist hoher Sonnenschutz für mehrere Wochen ratsam.
Kosten: ab ca. 50 Euro pro Sitzung, je nach Größe des Behandlungsareals

Allgemeine Tipps

  • So lassen sich Rötungen oder Juckreiz vermeiden: Rasierhilfen wie Rasierschaum, -gele, -cremes oder klassisch Rasierseife und -pinsel weichen die Haare bei der Nassrasur auf und bereiten die Haut vor, sodass der Rasierer besser über die Haut gleiten kann. Immer eine scharfe Klinge verwenden, da bei einer stumpfen Klinge mehr Druck ausgeübt werden muss und das kann Hautreizungen und Entzündungen verstärken. Möglichst bei der Nassrasur immer in Wuchsrichtung der Haare rasieren. Die Haut anschließend mit Cremes mit hautberuhigenden Inhaltsstoffen wie Dexpanthenol, Bisabolol oder Allantoin pflegen.
  • Dass Haare nach dem Rasieren stärker nachwachsen, ist ein Mythos. Die Haare wirken optisch nur stärker, da die nachwachsenden Haare scharfe Haarspitzen aufweisen und nicht mehr so ein feines Ende besitzen wie unrasiertes Haar. Das Haarwachstum kann durch eine Rasur grundsätzlich aber nicht angeregt werden.
  • So lassen sich eingewachsene Haare vermeiden: Bei Neigung zu einwachsenden Haaren spezielle Pflegeprodukte verwenden, welche die Hautoberfläche weicher machen, damit die Haare die Hornschicht leichter durchdringen können. Wirkstoffe wie Glykolsäure helfen die eingewachsenen Barthaare zu lösen. Gelegentlich ein Hautpeeling durchführen, das die Haut von überschüssigen Hornzellen befreit, allerdings nicht unmittelbar vor der Haarentfernung. Außerdem eng anliegende Kleidung vermeiden. Bei immer wieder auftretenden Entzündungen, die auch mit einer Narbenbildung einhergehen können, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen. Die Haare sollten stehengelassen werden oder (wer das nicht möchte) eine Haarentfernung mittels Laser oder IPL durchgeführt werden.
  • Nach der Rasur: Nach der Rasur milde, feuchtigkeitsspendende Lotionen passend zum jeweiligen Hauttyp auftragen, z. B. Aftershave-Balsam bei trockener Haut oder ein Aftershave-Fluid bei fettiger Haut. Gut sind hautberuhigende Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol, Bisabolol, Hamamelis oder Allantoin. Gerade bei sehr trockener und empfindlicher Haut würde ich alkoholfreie Pflegeprodukte bevorzugen, weil gängiger Alkohol zusätzlich austrocknend wirkt.

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