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Wirtshaustipp Erlebnisbrauerei "Wamperling" in Neustadt bei Coburg (Lkr. Coburg, Oberfranken)

Andi Christl hat auf der Suche nach neuen Wirtshausperlen eine der kleinsten und nördlichsten Brauereien Bayerns entdeckt: die Erlebnisbrauerei "Wamperling" im oberfränkischen Neustadt bei Coburg. Wer gerne Bier trinkt und Fleisch isst, dürfte sich hier besonders wohlfühlen. Denn der Wirt hat gleich mehrere Leidenschaften: er ist nicht nur Brauer und Winzer, sondern auch Jäger.

Published at: 10-5-2024 | Archiv

Erlebnisbrauerei "Wamperling" in Neustadt bei Coburg (Lkr. Coburg, Oberfranken)  | Bild: BR/Andi Christl

Eine der kleinsten und nördlichsten Brauereien Bayerns

"Die Erlebnisbrauerei Wamperling ist eine der kleinsten und nördlichsten Brauereien Bayerns. Mit vier Tanks produziert Thomas Sommer hier nur etwa 1200 Liter Bier im Monat.
Für die Unterhaltung seiner Gäste lässt sich der Wirt außerdem jede Menge einfallen. Hier finden Quizabende statt, mal spielt Livemusik, im Biergarten werden die Speisen vor den Augen der Gäste über offenem Feuer zubereitet und auf der Getränkekarte findet man neben den hausgemachten Bierspezialitäten auch Cocktails, Longdrinks und verschiedene Weine. Thomas ist nämlich nicht nur Brauer, sondern auch studierter Winzer. Somit können Gruppen in der kleinen Erlebnisbrauerei auch Bier- und Weinseminare buchen.
Eine weitere Leidenschaft des Wirtes ist die Jagd, weshalb sich an den Wänden des Gastraumes allerlei Jagd-Trophäen befinden. Grundsätzlich würde ich sagen, dass sich hier vor allem Gäste wohlfühlen, die nicht nur Bier lieben, sondern auch gerne Fleisch essen. Dennoch gibt es die Möglichkeit, den Burger mit einem vegetarischen Kartoffelpatty zu bestellen.
Gestrichen ist die Wirtsstube in den fränkischen Farben rot und weiß, die Einrichtung würde ich als rustikal-herzlich beschreiben.
'Wamperling' ist übrigens ein altes, fränkisches Wort für einen etwas korpulenteren Genießer."

Street Food im fränkischen Wirtshaus

"Ursprünglich sollten Gäste vor allem die selbstgebrauten Bierspezialitäten vom Chef verkosten. Mittlerweile hat sich in der Region aber herumgesprochen, dass es hier besondere Burger und Fritten gibt. Regionalität steht an erster Stelle. Das Fleisch kommt von befreundeten Jägern, die Kartoffeln für die hausgemachten Pommes sind aus dem Nachbarort und das Fett, mit dem gekocht wird, ist bayerisches Biorapsöl. Wildfleisch, Kartoffeln und Rapsöl sind die drei Zutaten, die am häufigsten verarbeitet werden. Dennoch wird die Speisenkarte alle vier Wochen angepasst. Egal ob irische, mexikanische oder italienische Wochen - die Burger und Fritten werden immer wieder mit neuen landestypischen Zutaten kombiniert, getreu dem Motto: 'Immer wieder mal anders, bloß nicht immer das Gleiche'.'"

Vorspeise: Chili-Cheese-Fritten

"Für seine hausgemachten Pommes nimmt Thomas festkochende Kartoffeln aus der Region. Diese werden ordentlich gewaschen und nicht geschält, weil sie dadurch etwas rustikaler schmecken. Die gesäuberten Kartoffeln drückt der Chef durch einen Pommes-Schneider. Die Kartoffelstifte werden dann so lange gewässert, bis keine Stärke mehr austritt. Abgetrocknet kommen die rohen Pommes dann in die Fritteuse.
Die Fritten können entweder pur, mit Ketchup, verschiedenen Dips oder 'wild' bestellt werden. Hierzu werden die knusprigen Pommes mit einer hausgemachten Chili-Cheese-Soße verfeinert. Dazu gibt es Wild-Hackfleisch, eine zweite Lage Chili-Cheese-Soße und Jalapeños.
Man schmeckt sofort, dass sich jemand ganz genau mit der Materie befasst hat. Ein Gericht, das durchaus ein paar Kalorien mitbringt, aber super abgeschmeckt ist und der Seele guttut."

Hauptgang: Hausgemachter Pulled-Wildsau-Burger

"Auch hier wird kein Detail dem Zufall überlassen. Die Burger-Buns sind hausgemacht und bestehen aus weniger Zucker als das klassische Brioche-Bun. Auf die getoastete Unterseite kommen Essiggurken- und Zwiebelwürfel.
Die Wildschweine, die hier verarbeitet werden, zerlegt der Küchenchef selbst. Aus den verschiedenen Fleischstücken werden dann die Fleisch-Pattys und die gerupfte Wildsau gemacht. Auf dem Burger war außerdem die hausgemachte Chili-Cheese Soße, die aus Schmelzkäse, Käse aus der Region, verschiedenen Gewürzen sowie Knoblauch besteht, und ein Kräuter-Mojo, wofür frischer Bärlauch, Salz und Öl verarbeitet wurde.
Zunächst war ich etwas skeptisch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass all die Zutaten auf einem Burger Platz haben, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Das Burger-Bun war weich, hat sich nicht vollgesaugt und ist nicht zerfallen. Alle Zutaten waren auch hier perfekt aufeinander abgestimmt und abgeschmeckt.
Ein massiver, schmackhafter Burger, den ich jederzeit wieder bestellen würde."

Preise:

"Die Fritten mit Wildhackfleisch und Soße kosten 14 Euro und der Burger ohne Beilagen 16,50 Euro. Für die Region befinden wir uns hier im 'mittleren Preissegment', sagt der Wirt. Sollten Sie aber eines der beiden Gerichte bestellen, werden Sie wahrscheinlich nicht hungrig nach Hause gehen."

Kontakt:

Erlebnisbrauerei Wamperling
Edgar-Müller-Straße 35
96465 Neustadt/Meilschnitz

Tel: 0176/56929942
www.wamperling.de

Dieses Wirtshaus ist nicht barrierefrei.

Anfahrt:

"Der Thüringer Wald ist nicht weit und auch von Coburg aus erreichen Sie das Wirtshaus gut mit dem Fahrrad. Eine Busverbindung gibt es nicht, dafür jede Menge Parkplätze im Ort. Gäste aus Nürnberg brauchen mit dem Auto etwa 1 Stunde und 20 Minuten nach Neustadt/Meilschnitz."

Freizeittipp: BoulderHouse in Rödental

"Mit rund 600 Quadratmetern Grundfläche ist das BoulderHouse in Rödental die größte Boulderhalle rund um Coburg. Mit dem Auto etwa zehn Minuten vom Wirtshaus entfernt, können Sie die angefutterten Kalorien an über 200 Bouldern wieder abtrainieren. Insgesamt gibt es sieben Schwierigkeitsgrade, eine Sauna, einen Kinderbereich und ein Bistro. Der Eintritt für Erwachsene kostet 9,90 Euro. Leihschuhe bekommen Sie für 3 Euro."
www.boulderhouse-roedental.de

Fazit:

"Wenn er was macht, macht er es g'scheit! Vor allem Bier- und Burgerfans sollten Thomas Sommer und seiner Erlebnisbrauerei 'Wamperling' einen Besuch abstatten."

Andi Christl, Wirtshausexperte


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