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Hunde So gewöhnen Sie Ihrem Hund das Anspringen ab

Ihr Hund springt vor Freude an Ihnen hoch, wenn Sie nach Hause kommen? Oder er begrüßt Ihren Besuch wie wild? Als Besitzer finden Sie das vielleicht sogar niedlich. Wenn Ihr Hund allerdings auch auf der Gassirunde fremde Menschen anspringt, kann es schnell unangenehm werden und im schlimmsten Fall zu Unfällen kommen. Hundetrainerin Sonja Meiburg gibt Tipps, wie Sie Ihrem Vierbeiner das Anspringen abgewöhnen können.

Published at: 24-4-2024 11:08 vorm.

Golden Retriever springt an Mann hoch | Bild: Colourbox

Hunde springen an uns Menschen hoch und viele empfinden das als sehr unangenehm. Die Hose erhält dreckige Pfotenabdrücke, die Jacke wird durch scharfe Hundekrallen zerrissen und die nackten Arme oder Beine bekommen Schrammen ab.

Warum springen Hunde an Menschen hoch?

Wir sind schnell mit Zuschreibungen wie "respektlos" oder "der ist dominant" bei der Hand. Dabei ist das Anspringen, wie so vieles, was Hunde tun und wir Menschen als störend empfinden, völlig normal.

Manche Hunde springen an Menschen hoch, weil sie sich freuen, sie zu sehen und ihnen nahe sein wollen, wie zum Beispiel bei Besuch. In anderen Situationen sind die Hunde vielleicht aufgeregt, weil jemand vorbeiläuft, dem sie hinterherlaufen möchten. Außerdem kann es sein, dass wir etwas in der Hand halten, was die Hunde interessiert. Sie sind dann einfach neugierig und möchten das Objekt gerne erreichen.

Aber das Anspringen ist nicht immer ein Ausdruck von Freude oder Interesse. Für manche ist es auch eine Abwehrreaktion. Diese Hunde haben gelernt, dass die Menschen aus- oder zurückweichen, wenn sie hochspringen. 

Aber wie immer gilt: Nur weil das Verhalten normal ist, heißt es nicht, dass Hunde andere Menschen anspringen dürfen. Es gibt Leute, die Angst vor Hunden haben. Oder die es nicht lustig finden, wenn sie Hundepfoten auf ihrer Kleidung haben. Wir Besitzer sollten also daran arbeiten, unserem Hund das Anspringen abzugewöhnen.

Wichtig dabei ist: Wir sollten es auf eine nette Weise tun. Denn wird der Hund jedes Mal bestraft, wenn er mit einem Menschen interagiert und an ihm hochspringt, kann es sein, dass er Menschen mit Schreck oder Schmerz verknüpft. Das kann dazu führen, dass der Hund bei Menschenbegegnungen erst recht aufgeregt oder hektisch reagiert.

Zeigen Sie Ihrem Hund besser, dass er auch ohne Anspringen mit dem Menschen freundlich interagieren kann. Da gibt es - je nach Situation - mehrere Möglichkeiten.

Sie kommen nach Hause und Ihr Hund springt an Ihnen hoch

In diesem Fall reicht es häufig aus, wenn Sie sich rechtzeitig nach vorne beugen, den Hund begrüßen und streicheln, solange noch alle vier Pfoten auf dem Boden sind. So lernt der Hund: ich muss nicht hochspringen, um meinem Menschen nahe zu sein.

Kann der Hund sich kaum beruhigen, hilft oft ein Kauknochen, an dem er seine Aufregung ablassen kann. Diesen Kauknochen können Sie direkt neben der Haustür ablegen, so dass Sie ihn gleich zur Hand haben. Auf Dauer wird daraus ein schönes Ritual, bei dem der Hund eine Möglichkeit bekommt, seine Aufregung abzulassen, ohne dass er an Ihnen hochspringen muss.

Ihr Hund springt beim Spaziergang an anderen Menschen hoch

Auch hier gilt: Rechtzeitiges Belohnen ist Trumpf. Ihr Hund schaut zu einem Menschen mit diesem "Den finde ich interessant"-Blick? Dann bitte den Hund loben und Leckerchen geben. Der Hund lernt: Wenn ich zu einem fremden Menschen schaue, aber nicht hochspringe, gibt es eine Belohnung. Auf Dauer entsteht auch hier ein wunderbares Ritual: Statt den Menschen anzuspringen, dreht sich der Hund zu Ihnen um und möchte ein Leckerchen. Situation gelöst.

Ihr Hund springt an Besuch hoch

Besuch ist eine besondere Situation. Der Hund ist sehr aufgeregt, der Raum im Flur oft beengt und die Menschen möchten den Hund gerne begrüßen.

Da hilft die Sitz-Dose. Das ist eine Dose, auf die Sie für den Show-Effekt "Sitz" schreiben können. Der Hund lernt: Zeigt mir jemand diese Dose, setze ich mich hin und bekomme eine Belohnung. Das muss natürlich trainiert werden.

So geht das Training mit der Sitz-Dose

  • Schritt 1: Dose zeigen, "Sitz!" sagen. Wenn der Hund sitzt: Hund belohnen. Wiederholen Sie das so lange, bis der Hund sich sofort setzt, wenn er die Dose sieht.
  • Schritt 2: Dose zeigen, Signal "Sitz!" weglassen. Warten, bis der Hund sitzt. Setzt er sich hin: belohnen.
  • Schritt 3: Die Dose an andere Menschen weitergeben. Am besten erst einmal in ruhigen Situationen.
  • Schritt 4: Die Dose vom Besuch verwenden lassen. Hier gibt es einen kleinen Trick: Legen Sie nicht nur Leckerlis, sondern auch einen kleinen Kauknochen in die Dose. Nach einigen Wiederholungen erhält Ihr Hund den Kauknochen. Damit kann er sich zurückziehen und den Knochen fressen, während Ihr Besuch in Ruhe hereinkommt.

Wenn Sie möchten, dass Ihr Hund an Ihnen hochspringt, weil Sie das so nett finden, er es aber nicht bei anderen machen soll

Das können Hunde lernen. Hunde sind sehr gut darin, Rituale zu erkennen. Sie können Ihrem Hund zum Beispiel vor jedem Hochspringen ein Signal geben, zum Beispiel "Hopp!", und ihn dann bewusst hochspringen lassen, um ihn zu begrüßen.

Bei fremden Personen lassen Sie das "Hopp!" dann weg und nutzen die Sitz-Dose oder belohnen Ihren Hund rechtzeitig, bevor er hochspringt. So lernt Ihr Hund schnell: Bei mir darf er auf Signal hochspringen, bei anderen nicht.

Viel Freude mit Ihrem Hund wünschen Sonja Meiburg und "Wir in Bayern"!


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