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Bücher Buchgeschenke zum Valentinstag

Blumen und Pralinen zum Valentinstag sind wunderschön, aber wie wäre es, wenn Sie einen geliebten Menschen mit einem Buch zum Thema Liebe überraschen? Buchexpertin Sabine Abel hat vier romantische Empfehlungen für Sie, die ans Herz gehen und ideal zum Verschenken sind. Vom Klassiker bis zum bebilderten Liebes-Brevier: Alle Bücher laden zum Mitfiebern und Dahinschmelzen ein. Also schenken Sie am besten gleich ein Päckchen Taschentücher mit dazu!

Published at: 6-2-2024

Rotes Herz, das von einer Hand in eine andere gegeben wird | Bild: BR / stock.adobe.com / REDPIXEL

Charles Simmons: Salzwasser

Wie jedes Jahr verbringt der fünfzehnjährige Michael die Ferien mit seinen Eltern am Atlantik. Doch diesmal gibt es eine Veränderung, denn in dem benachbarten Gästehaus zieht die verführerische Mrs. Mertz mit ihrer zwanzigjährigen Tochter Zina ein. Die Andersartigkeit und Offenheit, die die beiden Frauen umgeben, faszinieren Michael. Augenblicklich verliebt er sich in die schöne Zina und ist ihren Launen hoffnungslos ausgeliefert. Als er jedoch seine romantischen Gefühle ihr gegenüber auf die grausamste Art und Weise verraten sieht, bricht für ihn die unschuldige Welt seiner Kindheit zusammen. Es kommt zu einem tragischen Ende.

Sabine Abel: "Charles Simmons setzt die Erzählung ‚Erste Liebe' des russischen Schriftstellers Iwan Turgenjew von 1860 in die aktuelle Zeit und schafft damit ein kleines Meisterwerk. Leicht im Ton, aber mit großen Gefühlen und sehr atmosphärisch. Ich habe das Meer förmlich riechen und den Sand unter den Füßen spüren können. Der Autor erzeugt eine ganz eigene Stimmung, in der für die Hauptfigur Michael entscheidende Dinge passieren und die den Leser immer wieder überraschen. Michael wird von seinen Gefühlen hin- und hergerissen - von Schmetterlingen im Bauch bis zur großen Niedergeschlagenheit. Er hat nur Augen für das ältere Mädchen Zina, welches sich aber in einen anderen verliebt. Dennoch gibt sie ihm mit kleinen Gesten Anlass zur Hoffnung. Das Buch hat mich immer tiefer in seine Handlung hineingezogen,die Hauptfigur entwickelt dabei immer mehr Charakter. Es geht um die erste große Liebe und gleichzeitig um so viel mehr: weichenstellende Begegnungen, das Erwachsenwerden, Bewunderung, Verwirrtheit und Desillusionierung."

Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht

Schauplatz der Geschichte ist Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem ebenfalls schon etwas betagten Nachbarn Louis. Sie macht ihm den ungewöhnlichen Vorschlag, ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte. Es gehe nicht um Sex, sondern um Nähe und Geborgenheit. Denn nachts sei die Einsamkeit am schlimmsten. Louis ist zunächst verblüfft, doch er will es versuchen. Bald geht er jeden Abend zu Addie und übernachtet bei ihr. Sie liegen im Dunkeln nebeneinander, unterhalten sich und lernen sich immer besser kennen. Zwischen den beiden entsteht eine innige Verbindung und schließlich Liebe. Doch ihre Beziehung sorgt für Aufsehen.

Sabine Abel: "Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Sie ist keine ‚typische Liebesromanze', sondern erfrischend anders. Es geht um zwei ältere Protagonisten, Addie und Louis, die beide Familie haben und wissen, wie Zusammenleben funktioniert, nämlich nicht immer nur romantisch und harmonisch. Beide sind verwitwet, aber nicht zufrieden damit, alleine zu sein. Ganz leise und zart beginnt zunächst eine Zweckgemeinschaft, aus der sich immer mehr Vertrautheit und tiefe Zuneigung entwickeln. Bis plötzlich der Sohn von Addie vor der Tür steht, der sich an ihrer Beziehung zu Louis stört. Er setzt seine Mutter unter Druck: Wenn sie das Verhältnis nicht abbricht, darf sie ihren Enkel nicht mehr sehen. Wie entscheidet sich Addie? Darf man als Großmutter sagen: Ich bin zwar für euch da, aber ich will mein eigenes Leben nicht hintenanstellen? Die Geschichte macht Mut fürs eigene Alter, die Konstellation im Familiengefüge nochmal zu verändern, Chancen, die sich bieten, zu ergreifen, und sich auch im höheren Alter Freiheiten herauszunehmen."

Iris Wolff: Lichtungen

Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die kluge, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade seiner Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur Katos gezeichnete Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: "Wann kommst du?" Iris Wolff zeichnet das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt.

Sabine Abel: "Der Schreibstil von Iris Wolff ging mir unter die Haut, wunderbar poetisch, feinsinnig und empathisch. Auch inhaltlich ist dieser Roman für mich ein kleines, literarisches Kunstwerk. Die Geschichte beginnt mit dem Ende und Rückblicke in die Vergangenheit führen zum Anfang. Die beiden Hauptfiguren, Lev und Kato, verbindet eine enge Freundschaft, und diese innige Zugewandtheit ist maßgeblicher und beständiger als alle (sexuellen) Beziehungen, die die beiden daneben erleben. Lev und Kato wachsen in der Zeit des Eisernen Vorhangs auf und gehen nach der Grenzöffnung ihre eigenen Wege. Doch trotz ihrer verschiedenen Lebensweisen und mehr oder weniger starken Schicksalsschlägen gehören die beiden zusammen und wissen, dass sie sich bedingungslos aufeinander verlassen können.
Iris Wolff, die in Siebenbürgen geboren wurde, baut die Geschichte leise und immer kraftvoller auf. Neben der tiefen Freundschaft geht es auch um Spannungslinien, die im Vielvölkerstaat Rumänien verlaufen, und darum, was sie mit den einzelnen Menschen machen. Außerdem um die Frage nach Zugehörigkeit und Heimat, die vor allem durch die Menschen geprägt werden, die wir lieben."

Hélène Delforge, Quentin Gréban: Liebe - das schönste Gefühl der Welt

Verliebt: Ein Gefühl, ein Daseinszustand, eine Überraschung, ein Glückstreffer, eine Sehnsucht. Liebe bringt uns zum Lachen und zum Weinen. Sie hat viele Gesichter und erzählt unzählige Geschichten. Liebe beginnt und endet ... manchmal, aber nicht immer. Es gibt so viele Arten von Liebe wie Verliebte. Und jede Liebe ist einzigartig.

Das Aufstellbuch mit Zitaten bekannter Schriftsteller und Persönlichkeiten und Texten aus dem Bilderbuch "Liebe" ist eine literarische Liebeserklärung an die Liebe selbst. Die Zeichnungen des belgischen Bilderbuchkünstlers Quentin Gréban erzählen Liebesgeschichten aus unterschiedlichen Kulturen und historischen Epochen und fangen ihre Gefühle auf wundervolle Weise ein.

Sabine Abel: "Ein besonderes Geschenk für alle Verliebten. Kein Buch mit einer durchgehenden Geschichte, sondern einzelne Seiten, die mit wunderschönen Illustrationen und Texten sowohl das Auge als auch das Herz erfreuen. Sozusagen eine Bonbonniere der Liebe als Hommage an das schönste Gefühl der Welt. Die Bilder sind berührend, aber nicht kitschig, die Sprüche und Zitate inspirierend. Der Beschenkte kann immer wieder eine neue Seite aufschlagen und das Aufstellbuch als Deko-Objekt platzieren. Wer keine Zeit und Lust hat, einen Roman zu lesen, aber dennoch Spaß an Zitaten der Weltliteratur und ausdrucksstarken Bildern hat, wird sich über dieses Aufstellbuch bestimmt sehr freuen."

Viel Freude beim Verschenken wünschen Sabine Abel und "Wir in Bayern"!


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