BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


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Unter unserem Himmel Vom Hof auf den Markt

Wie überlebt eine kleine Landwirtschaft? Bäuerin Edeltraud Melzl-Butz setzt auf Selbstgemachtes am Markt. Von der Biskuitrolle bis zum Brokkoli, alles ist vom Hof. Für Ziegenhalter Hans Kellner aus der Hallertau begann alles mit einem Tausch: drei Ferkel gegen eine Ziege mit drei Jungen. Heute bietet er über 150 Käsesorten an. Die Sanktjohansers sind Fischzüchter, am Landsberger Bauernmarkt verkaufen sie ihre frisch geräucherten Forellen, Fischpflanzerl und feine Salate.

Stand: 08.08.2020 | Archiv

Ein Film von Sandra Schlittenhardt

Der kleine Hof im niederbayerischen Viehhausen, mit ein paar Kühen, Wiesen und Feldern, ist eigentlich ein Auslaufmodell. Doch Bäuerin Edeltraud Melzl-Butz hat die Not zur Tugend gemacht und nutzt die Vielfalt, die ihre kleinteilige Landwirtschaft bietet. Vor zehn Jahren hat sie angefangen, ihre Rohstoffe selbst zu verarbeiten und auf Wochenmärkten zu verkaufen.

Vom eigenen Hof und selbstgemacht

Biskuitrolle mit Rhabarber-Füllung – auch die Zutaten stammen vom Hof.

Sie bäckt kräftiges Vollkornbrot und zarte Biskuitrollen - gefüllt mit Hollerblütensahne - aus ihrem eigenen Dinkel. Auch Käse und Wurst wie Polnische und Knoblauchringe sind hausgemacht. Dazu kommt allerlei Gemüse aus dem eigenen Garten. „Ich habe das so entwickelt, wie die Kunden sich das gewünscht haben. Irgendwann haben die Kunden gefragt: Würde nicht auch ein Brokkoli in Viehhausen wachsen? Dann habe ich mir gedacht: Muss man halt mal ausprobieren.“ Heute baut sie im Gewächshaus Brokkoli, Tomaten, Paprika und Fenchel an. Im Freiland wachsen Salat, Sellerie, Lauch und Rote Bete. Der Hof hat wieder eine Zukunft.

Inspiration aus Australien

Als viele Höfe in der Hallertau längst aufgegeben hatten, setzte Hans Kellner auf Ziegen.

Auch den Hof von Hans Kellner in der Hallertau bei Tegernbach würde es vielleicht nicht mehr geben. Hätte der Bauer nicht, angetrieben von einer guten Portion Sturheit und Neugierde, auf die Ziegen gesetzt. Am anderen Ende der Welt, auf einem Trip durch Australien, probierte er zum ersten Mal Ziegenkäse und Ziegenfleisch. Zurück am Hof machte er mit einem Freund ein Tauschgeschäft: drei kleine Ferkel gegen eine Ziege mit drei Jungen.

Vom Melkenlernen bis zum Herstellen von Delikatessen

Hans Kellner verfeinert seine Ziegenkäse-Taler mit Pfeffer, Curry und Datteln.

Anfangs konnte Hans Kellner nicht einmal melken, auf dem elterlichen Hof gibt es schon lange keine Kühe mehr. Doch davon ließ er sich nicht abhalten, und heute verkauft er auf Märkten in München, Freising und Pfaffenhofen seinen Käse. Mit über 150 Käsesorten - wie Frischkäsekugeln mit Kresse und Rucola, Ziegencamembert oder in Öl eingelegter Käse mit Kräutern der Provence und Ringelblüten - ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Fischzucht seit der fünften Generation

Der Fischwirt Stefan Sanktjohanser und sein Sohn Marco kümmern sich um die Fischteiche und die Nachzucht.

Die kleine Fischzucht in Sandau betreiben die Sanktjohansers nun schon seit der fünften Generation. Eine nahe Quelle versorgt die Teiche mit kristallklarem, sauerstoffhaltigem Wasser, ideale Bedingungen für Forellen und Saiblinge. Früher verkaufte die Familie ihre Fische an Fischvereine und andere Zuchten, heute haben sie ein zweites Standbein. Susanne Sanktjohanser war Mitbegründerin des Bauernmarkts in Landsberg am Lech. An ihrem Stand gibt es über Buchenholz geräucherte Forellen, Fischpflanzerl und vielerlei Salate.


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