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Alabaster-Kaminuhr 'Louis Seize' in Serie

Vornehmlich im italienischen Volterra, dem Abbaugebiet für Alabaster, wurden solche Louis-Seize-Uhren mit Alabastersockeln in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seriell hergestellt.

Stand: 19.08.2013 | Archiv

Diese Kaminuhr zeigt typische Merkmale des französischen 'Louis Seize'-Stils aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: die gedrückten Ballenfüße, die Kannelüren und die Rosenranken am Sockel. Auch das vasenähnliche Gefäß, in dem das Uhrwerk sitzt, passt stilistisch dazu. Durch den Lyra spielenden Putto und die lorbeerbekränzte Staffelei sind in diesem prächtigen, goldglänzenden Objekt auch noch die Musik und die Malerei symbolisiert.

Und doch ist dies keine originale Louis-Seize-Uhr. Statt aus Bronze gefertigt, ist ihr Gehäuse in einer Zinklegierung spritzgegossen. Auch wurde sie nicht feuervergoldet, sondern mit einer Goldbronze bemalt. Und schließlich besteht der Sockel nicht aus Marmor, sondern aus Alabaster, einem Gestein, das härter als Gips, aber deutlich weicher, preisgünstiger und leichter zu bearbeiten ist als Marmor. Typisch ist sein leicht speckiger Glanz.

Vornehmlich im italienischen Volterra, dem Abbaugebiet für Alabaster, wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Sockel aus diesem Material in vielen historischen Stilen seriell hergestellt. Ganze Gehäuse aus Alabaster wurden in alle Welt verschickt und mit Werken des eigenen Landes versehen. Hier lässt sich die serielle, wohl französische Herstellung an der Seriennummer des Schlossscheibenschlagwerks erkennen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 800 bis 1.200 Euro
  • Datierung: 2. Hälfte 19. Jahrhundert
  • Herkunft: Italien / Frankreich
  • Sendung vom 24. August 2013

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